Der Glaube an Zombies, an zum Leben erweckte Untote, die als willenlose Wesen in die Welt der Lebenden zurückkehren, ist so alt wie die Menschheit selbst. Zombies sind daher auf der ganzen Welt zu einem beliebtem Thema für Grusel- und Horrorgeschichten worden. In unzähligen Filmen und mittlerweile auch zahlreichen Computer- und Konsolenspielen wurden die lebenden Toten zum Archetyp des Horrorgenres stilisiert.
Zombies auf der Leinwand
Eine der ersten zombieähnlichen Gestalten in der Kinogeschichte war der somnambule Cesare, der in Robert Wienes expressionistischen Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) eine kleine norddeutsche Stadt in Angst und Schrecken versetzte. Der Begriff "Zombie" tauchte im Film allerdings erst durch den Kontakt mit der haitianischen Voodoo-Kultur während der Us-amerikanischen Besetzung Haitis von 1915 bis 1934 auf. Der erste Film, in dem ein "echter" Zombie die Leinwand bevölkerte, war der 1932 erschienene White Zombie (1932), in dem die Horrorfilm-Legende Bela Lugosi den untoten Wiedergänger gab. Doch erst die Horrorfilme und B-Movies aus den 70er und 80er Jahren prägten das unheimliche Klischee der willen- und seelenlosen Bestien, die in halb verfallenden Körpern in die Welt der Lebenden zurückkehren, um ihren unendlichen Fressdrang zu stillen. Zum Pionier dieses Urschreckens wurde Ende der 60er Jahre George A. Romero, der mit Die Nacht der lebenden Toten (1968) den fleischfressenden Zombie zum Leben erweckte und ihn zehn Jahre später mit Dawn of the Dead (1978) nicht nur zu einem festen Bestandteil der Popkultur werden ließ, sondern auch eine ganze Welle von Zombiefilmen los trat. In Italien setzte beispielsweise Lucio Fulci mit Woodoo (1979) und Ein Zombie hing am Glockenseil (1981) die Tradition Romeros äußerst blutrünstig fort und so entwickelte sich der Zombiefilm ab den 80er Jahren zu einem eigenen Subgenre. In den letzten Jahren zeichnete sich innerhalb des Horrorfilms der Trend zu einer dramaturgisch veränderten Darstellung der Zombies ab. Anstatt träge umherzuwandeln, sind die "neuen" Zombies erstaunlich schnell und zielgerichtet, wie etwa in dem 2004 erschienenen Dawn of the Dead-Remake von Zack Snyder oder in Danny Boyles High-Speed-Splatter 28 Days Later (2003). Neben den klassischen Zombiestreifen wurden im Laufe der Jahrzehnte auch humoristische Interpretationen des Subgenres auf Zelluloid gebannt. Herausragende Beispiele wären zum einem Peter Jacksons Meilenstein und Durchbruchsfilm Braindead (1997) und zum anderem Edgar Wrights gorehaltige Zombiekomödie Shaun of the Dead (2004).
Zombies in Konsolen- und Computerspielen
Das wohl bekannteste Spiel, dass den blutdurstigen Zombie in der Pixelwelt etablierte, war zweifelsohne Resident Evil für die Playstation. Bis an die Zähne bewaffnet musste sich der Spieler in einem diabolischen Anwesen gegen anstürmende Horde von unzähligen Zombies zur Wehr setzen. Der unerwartet große Erfolg des Spiels führte in den Folgejahren zu zahlreichen Fort- und Umsetzungen sowohl auf der Playstation, dem PC als auch fürs Kino: Resident Evil, Resident Evil: Apocalypse und aktuell "Resident Evil: Extinction" (2007) zeugen von dem immensen Fan- und Hitpotential der Horrorspiel-Reihe. Ein weiteres Videospiel war "The House of the Dead", bei dem erstmals mit einer Lightgun Jagd auf Zombies gemacht wurde. Mit The House of the Dead II (PC) und The House of the Dead III (X-Box) ist auch diese Spielereihe erfolgreich fortgesetzt worden. So avancierte der Zombie in Konsolen- und Computerspielen ebenfalls zu einem beliebten Gegner auf dem Bildschirm, wie etwa in Half-Life und Half Life II (PC), in dem sich unter anderem Heerscharen von Wissenschaftlern zu zombieähnlichen Wesen verwandelen. Viele Computer-Rollenspiele wie Diablo 2, Gothic 2 oder The Elder Scrolls IV: Oblivion (XBox 360) enthalten ebenfalls Zombies als feste "Standard-Untote". Aktuelle Videospiele mit untoten Wiedergängern sind dagegen Stubbs the Zombie (Xbox) sowie "Dead Rising", dass George A. Romeros Klassiker "Dawn of the Dead" zum Vorbild hat.
jov, 08.10.07 |