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Verschwörungstheorien in Buch und Film


Verschwörungstheorien gibt es viele, sei es das angebliche Landen von Außerirdischen auf amerikanischen Wüstenbasen, komplex strukturierte Attentate auf Prominente oder auch das schlichte Verneinen der Existenz ganzer Städte. Dank der globalen Popkultur entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend mehr Komplottvermutungen, was sich vielleicht auch auf ein vermehrtes Misstrauen zu den Regierungen als auch auf ein persönliches Bestätigungsverlangen von Aberglaube und Paranoiafantasien gründet, die eine längst logisch erklärte und entmystifizierte Welt wieder geheimnisvoll machen würden.

Filmische Komplotte

23 - Nichts ist so wie es scheint Um die angeblich global vernetzte Machtverschwörung des Illuminaten-Ordens geht es auch in der freien Filmbiografie 23 - Nichts ist so wie es scheint (1998) von Hans-Christian Schmid über den Computerhacker Karl Koch (August Diehl, der dafür den Deutschen Filmpreis erhielt), der immer mehr in einen wahnhaften Strudel aus Literaturwissen (besonders die "Illuminatus"-Trilogie von Robert Shea und Robert Anton Wilson) und dem damit verbundenen Glaube an die Allmacht der Zahl 23 und aus kriminellen Hackertreiben gerät und letzten Endes dafür mehr als bestraft wird. Mit dem Oliver Stone-Drama JFK - Tatort Dallas (1991) werden die näheren und teils sehr geheimnisumwitterten Umstände des tödlichen Attentats 1963 auf den US-Präsidenten John F. Kennedy beschrieben bzw. die darauffolgenden Untersuchungen. Die ermittelnde Kommission unter "Jim Garrison" (Kevin Costner) stößt dabei auf viele behördliche Widerstände und kann nur unter Problemen an der Wahrheit kratzen, wie etwa dem Problem mit der "Magischen Kugel". Der Film mit dem Starensemble um Kevin Bacon, Tommy Lee Jones, Gary Oldman (Lee Harvey Oswald) und Sissy Spacek konnte u.a. zwei Oscars und einen Golden Globe gewinnen. Mel Gibson liefert als "Jerry Fletcher" ein darstellerisches Glanzstück ab, den er in Richard Donners Thriller Fletchers Visionen (1997) überzeugend als von Verschwörungstheorien durchströmten Sonderling in New York darstellt, bis sich herausstellt, dass er als mörderischer "Schläfer" für die CIA tätig war und dafür getötet werden soll. Julia Roberts als helfende Staatsanwältin und Patrick Stewart als geheimnisvoller Mann im Hintergrund tun ihr übriges, die stimmige Atmosphäre des Was-ist-wenn-es-doch-wahr-ist-Films aufrecht zu erhalten. In The Skulls - Alle Macht der Welt (2000) von Rob Cohen mit Joshua Jackson und Paul Walker geht es um zwei Uni-Freunde, die in eine Studien-Geheimloge eingeladen werden, wobei der eine zunehmend die allumfassende aber kalte Macht bis in die höchsten Regierungskreise zu fürchten und zu verabscheuen beginnt.

Literarische Verschwörungen

Illuminati Obwohl erst 2000 erschienen, ist Dan Browns Verschwörungsroman Illuminati mit über 8 Mio. Exemplaren wohl DER Klassiker der fiktiven Komplottliteratur geworden (zusammen mit seinem Nachfolger "Sakrileg"). In diesem muss die Hauptfigur "Robert Langdon" eine Zerstörung der katholischen Kirche in Rom durch die freimaurerischen Illuminaten verhindern, die sich zunehmend der faktischen Wissenschaft nähern will. An einem einzigen Tag durchlebt er eine Symbolschatzsuche durch das von Zeichen starrende Rom, bis es zum furiosen Finale kommt. Der Roman Ein amerikanischer Alptraum von James Ellroy ist die Fortsetzung von "Ein amerikanischer Thriller" und befasst sich mit der US-amerikanischen Dekade zwischen JFK- und Martin Luther King-Attentat. In schnellen, atemlosen Sätzen werden kriminelle Machenschaften von u.a. CIA und Mafia aus dem Blickwinkel von "Eingeweihten" erzählt, wobei der ehemalige FBI-Gründer Hoover hier als "Graue Eminenz" die grausamen Fäden zieht. Die Firma von John Grisham, oberflächlich ein Anwaltsroman, beschreibt einen jungen Anwalt, der in einer äußerst renommierten Kanzlei unterkommt, die jedoch auch als Geldwäsche für die Mafia dient. So muss er daraufhin versuchen, das Leben von sich und seiner Familie im Kampf zwischen Macht, Geld, Mafia und FBI zu schützen. Die Verschwörung von David Baldacci beschreibt einen fiktiven Machtkampf zwischen FBI und CIA, in dem mit Hilfe eines Bestechungskomplotts ein Sieger ermittelt werden soll, wobei sich ein Privatdetektiv und eine Sekretärin mit allerlei technischen Hilfsmitteln als Fluchtopfer zur Wehr setzen.

jaki, 27.03.08