Tierfilme sind zumeist wertende oder aber auch objektive Dokumentationen über Tiere und ihre natürlichen Verhaltens- und Lebensweisen in der freien Wildbahn und so von Produktionen mit eindeutiger Handlung bzw. Menscheneinfluss zu unterscheiden.
Den Fernsehzuschauern sind Genre-Vertreter wie "Expeditionen ins Tierreich" (mit Heinz Sielmann) und "Tiere vor der Kamera" (mit Ernst Arendt und Hans Schweiger) bekannt, aber es gibt noch viele weitere Produktionen, auch fürs Kino, die gerade durch ihre Detailverliebtheit und die eindrucksvollen Bilder bestechen.
Löwen und Delfine
Vom legendären Zoologen und langjährigen Direktor des Frankfurter Zoos Dr. Bernhard Grzimek und dessen Sohn Michael stammt die Oscar gekrönte Tierdokumentation Serengeti darf nicht sterben aus dem Jahre 1959.
Es geht um die zeitlichen Anfänge des Serengeti-Nationalparks in Tansania, in denen es dringend geworden war, die genaue Zahl der Wildtiere und deren Wanderwege zu dokumentieren, um so die dortigen Arten wie Gepard, Gazelle, Gnu und Zebras vor falscher Einzäunung zu schützen.
Mit Hilfe von Flugzeugkameras entstanden so traumhafte Bilder einer damals noch unberührten Natur, wobei leider der Sohn Grzimeks bei den Dreharbeiten durch einen Flugzeugabsturz tragischerweise ums Leben kam.
Aus der bekannten Natur-Videoreihe "Die letzten Paradiese" stammt der Teil Mosambique: Von Haien, Rochen und Delphinen von 2006, in dem besonders auf die bunte Meereswelt vor der Küste des südostafrikanischen Staates eingegangen wird.
Zwischen einzigartigen Unterwasser-Begegnungen mit Haien und großen Teufelsrochen werden die geheimnisvollen Erzählungen der dortigen Bewohner über gewaltige Wasserungeheuer von den Macher recherchiert und aufgeklärt.
Eisbären und Möwen
Der Tierfilm
Die Möwe Jonathan (1973) nach dem Roman von Richard Bach von Regisseur Hall Bartlett bietet aufgrund der Geschichte um eine äußerst flugwillige Möwe, die sich mit Originalität und Freiheitswille von der Gruppe abhebt und damit als eine Fabel auf die "Uniform"-Gesellschaft der Menschheit zu sehen ist, sehr gelungene Naturaufnahmen fliegender Möwen in teils extremen Höhen und wurde dank Neil Diamonds Filmmusik zum filmischen Kultwerk.
Eine weitere sehr beliebte Reihe ist
Die lustige Welt der Tiere, hier durch den dritten Teil vertreten.
Mit dem unterhaltsamen Kommentar von Harald Juhnke unterlegt, zeigt der Film sensationelle Bilder aus einem Tierreich (inklusive Eisbären, Pinguine und Berglöwen), welches sich in Punkto Unfallgefahr und Situationskomik gar nicht so sehr von der menschlichen Gesellschaft unterscheidet.
Insekten und Pinguine
Mit dem französischen Dokumentarfilm Mikrokosmos - Das Volk der Gräser (1996) von Claude Nuridsany und Marie Pérennou bekommt der Zuschauer einen völlig neuen Einblick in das Parallel-Leben in den heimischen Wiesen mit ihren Abertausenden von Insekten wie Spinnen, Ameisen und Schnecken.
Dank dem Einsatz von Slow Motion und Hochgeschwindigkeitskameras gelang dem Filmteam ein ungemein interessanter neuer Blickwinkel einer Welt im Kleinen.
Ebenfalls aus Frankreich stammt Die Reise der Pinguine (2005) vom Antarktisforscher Luc Jaquet, der mittlerweile zum zweiterfolgreichsten Dokumentarfilm der Welt avanciert ist (mit einem Einspielergebnis von 86 Mio. US-$).
Hier wird das extreme Leben der Kaiserpinguine gezeigt, die in mörderischen Wanderungen für ein Weiterbestehen der Art sorgen müssen. Als Besonderheit werden manche Szenen mit menschlichen Dialogen unterlegt, um so der Dramatik der jeweiligen Situation besser Ausdruck verleihen zu können.
jaki, 28.03.08 |