Manche Filmregisseure hinterlassen einen besonderen Nachhall, wenn man sie laut ausspricht. Quentin Tarantino ist einer dieser Namen.
Kaum ist er verklungen, wirken diese speziellen Bilder im filmischen Gedächtnis nach...
Bilder von langen Autofahrten, cooler Musik, gewalttätigen Pistolen-StandOffs und intim-vertrauten Gesprächen...
Der Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent aus Knoxville, Tennessee wuchs als einziger Sohn einer allein erziehenden Mutter auf.
Da diese oft lange arbeiten war, schlug der Junge seine Zeit in den zumeist schäbigen Vorortkinos von Los Angeles tot, wohin die beiden zuvor gezogen waren. Diese Kinos spielten vorwiegend Martial-Arts-Streifen und B-Movies, so dass Tarantino ein Faible für die Filmelemente dieser Genres entwickelte, wie etwa dramatische Dialogszenen und eine ausgefeilte Kampfmusikbegleitung.
Im Alter von 16 schmiss er die Schule, um eine Schauspielausbildung zu beginnen.
Fünf Jahre später nahm er den Job eines Videotheken-Angestellten in Manhattan Beach an, wo er sich über die Zeit ein enormes Filmwissen aneignete.
Nebenbei schrieb er zusammen mit Freunden die Drehbücher für "My Best Friend´s Birthday" (dieser verbrannte später beim Entwickeln des Films) und "Open Road" (Vorlage für True Romance und Natural Born Killers).
Autorenfilmer und Stilmittel-Mix
Sein absolutes Markenzeichen ist das Schaffen einer ganz besonderen Atmosphäre in seinen Kinofilmen. Dies erreicht er mit Hilfe seiner oft nicht linearen Szenenabfolge, die meist vom Surfrock oder von Ennio Morricone inspirierte Musik, die bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Nonsensdialoge, das Kopieren berühmt-berüchtigter Filmstilblüten und die aufwendig inszenierten Gewaltszenen.
Oft wird er als ein Autorenfilmer bezeichnet, weil er als Drehbuchautor UND Regisseur die wesentlichen Fäden direkt selbst in der Hand hält und so sein entsprechendes Filmkonzept komplett verwirklichen kann.
Gerne seine Vorbilder Sergio Leone, Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick zitierend, schuf er bis jetzt in einigen Abständen fünf außergewöhnliche Filme als Regisseur, die durch die vorangegangenen Stilmittel geprägt wurden und durch den relativ großen zeitlichen Abstand zueinander einen wahren Tarantino-Hype auslösten.Reservoir Dogs, ein Film über einen missglückten Raubüberfall, erschien 1992, der antichronologische Klassiker Pulp Fiction 1994, die HeistMovie-Variante Jackie Brown 1997, die beiden Rache-Actionfilme Kill Bill-Filme 2003/04 und zuletzt den Horrorthriller Death Proof 2007.
All diese Filme haben gemeinsam, dass sie sich teilweise gegenseitig zitieren (z.B. taucht das Hattori-Hanzo-Schwert aus den "Kill Bill"-Filmen bereits im viel früheren "Pulp Fiction" auf), dass Verwenden von aus dem Tarantino-Universum stammenden Gegenständen (etwa die Red Apple-Zigarettenmarke und die Big Kahuna-Burger) und das Engagieren von Stammschauspielern wie Samuel L. Jackson und Uma Thurman, sowie die Gastauftritte von ehemaligen Stars wie John Travolta oder Pam Grier.
Zusammenarbeit mit Robert Rodriguez
Mit dem befreundeten mexikanisch-stämmigen Regisseur Robert Rodriguez (u.a. Desperado) verbindet Tarantino eine Art "Bluts"-Brüderschaft, die sie in gemeinsamen Projekten wie From Dusk Till Dawn (1996) oder eben in der Grindhouse-Hommage "Planet Terror/Death Proof" ausleben. |