Hitflip Specials

Zur Übersicht

Alphabetisch
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

Tanzfilme - Der filmische Rhythmus des Lebens


Tanzen ist niemals Selbstzweck im Film. Im Tanzfilm erarbeiten sich die handelnden Personen mit dem Tanzen meistens etwas, sei es die Liebe, Respekt oder Anerkennung anderer. Sie tanzen nur zum Spaß, um etwas zu verdrängen oder um ihren Gefühlen innerhalb der Handlung Ausdruck zu verleihen. Die Anfänge des Tanzfilms gehen auf den allerersten Tonfilm "The Jazz Singer" zurück, in dem es im Hintergrund zunächst mehrere tanzende Mädchen zu sehen gab. Fred Astaire aber war es schließlich, der Ende der Goldenen Zwanziger den Tanzfilm in Hollywood gänzlich en vogue machte und ihm eine besonders elegante und stilvolle Note gab und zusammen mit Ginger Rogers und Gene Kelly in diversen Produktionen brillierte.

Tanzen bedeutet "Wettkampf"

Saturday Night Fever Von den Musicals, die die komplette Handlung in Musik verwandelten, wurden die Tanzfilme über die Fünfziger- und Sechziger-Jahre weitest gehend aus dem Filmgeschäft verbannt, bis John Travolta mit Saturday Night Fever 1977 die New Yorker Discothekenszene mit der dort entstandenen Subkultur eindrucksvoll auf Zelluloid bannte. Der Soundtrack der BeeGees (u.a. "Staying Alive") tat sein Übriges dazu. Dieser Tanzfilm löste eine regelrechte weltweite Discowelle aus ("Do the Hustle") und ebnete dem Tanzfilm den Weg für ein erfolgreiches Comeback, das bis heute andauert. Während der Achtziger entstanden in kurzen Abständen mehrere sehr erfolgreiche Tanzfilme: Fame – Der Weg zum Ruhm (1980), der Studenten der New Yorker Schule für darstellende Künste auf ihrem Weg zum Abschluß und damit zur bevorstehenden Tanzkarriere zeigt, wobei der Song "Fame" von Michael Gore sogar den Oscar gewann. 1983 folgte Flashdance mit Jennifer Beal erzählt die Geschichte einer jungen Schweißerin in Pittsburgh, die es trotz schwieriger Lebensverhältnisse zu einem Vortanzen und einer Aufnahme an einem renommiertem Tanzkonservatorium bringt. Auch hier erhielt der Song "What A Feeling" von Irene Cara den Oscar für das Beste Lied. In Footloose (1984) wirbelt ein Jugendlicher (Kevin Bacon) eine bibelfeste Kleinstadtgemeinde auf, indem er das eigentlich verbotene Tanzen gegen alle Widerstände wieder erfolgreich einführt. Mit Dirty Dancing hatte Patrick Swayze 1987 seinen großen Auftritt, als er in Form eines Tanzlehrers seiner Schülerin "Baby" (Jennifer Grey) im Tanz und im Leben näher kommt und im Finale zum Oscar prämierten "The Time of My Life" die Hüften schwingt.

Tanzen schafft "Liebe"

Billy Elliot – I Will Dance Im Jahr 2000 erschien die mehrfach preisgekrönte GB-Produktion Billy Elliot – I Will Dance, die, nach einer kleinen Durststrecke des Tanzfilms, mit der Geschichte des aus einer Minenarbeiterfamilie stammenden Jungen Billy (Jamie Bell, u.a. "King Kong", "Flags of Our Fathers"), der es trotz Verbote und Unverständnis bis an die Royal Ballet School in London schafft, heraus sticht und so gleichzeitig Sozialdrama und Tanzfilm in einem ist. Der im gleichen Jahr erschienene Film Center Stage behandelt, ähnlich wie "Fame", sowohl die zwischenmenschlichen Probleme junger Menschen sowie das anstrengende Aufnahme- und Trainingsritual einer Tanzschule, hier die American Ballet Academy.

Tanzen heißt "Lernen"

Save the Last Dance Julia Stiles und Sean Patrick Thomas schaffen es in dem Liebesfilm Save the Last Dance (2001), sowohl die Problematik von sozialen Misständen als auch die Liebe zum Tanz anschaulich zu reflektieren. Der 2003 gedrehte Film Honey mit Jessica Alba in der Hauptrolle bietet neben den zahlreichen Gastauftritten berühmter Musiker (u.a. Lil' Romeo und Missy Elliott) die Story einer Frau, die für einen Benefiz-Auftritt alle Hebel und Tanzmuskeln in Bewegung setzt. Der deutsche Dokumentarfilm Rhythm is it! (2004) zeigt das Experiment, zusammen mit den Berliner Philharmonikern und Kindern verschiedener Berliner "Problemschulen" unter Anleitung des Choreographen und Tanzpädagogen Royston Maldoom das Ballettstück "Le Sacre du printemps" von Igor Stravinsky zu verwirklichen. In Mad Hot Ballroom (2005) geht es um ein ähnliches, "Dancing Classrooms" genanntes, Projekt, da hier drei Schulklassen aus New York City in zehn Wochen zusammen mit ihren Lehrern alle gängigen Tanzarten trainieren und schließlich in einem echten Finale präsentieren. Das Ganze verläuft unter dem Motto "Anyone can make it, if they learn how to shake it!".

jaki, 15.11.07