Der 1947 in Maine, USA geborene Schriftsteller Stephen King ist im Laufe der Jahrzehnte zu einem Phänomen der Weltliteratur geworden.
Mit seinen über 40 Romanen und rund 100 Kurzgeschichten, vor allem aus dem Horror- und Fantasy-Genre, gelang es ihm auf kommerziell sehr erfolgreiche Weise selbst zur Kultfigur zu werden, so dass er u.a. 2003 mit dem renommierten "National Book Award to American Letters" ausgezeichnet wurde.
Besonders sein enormes Gespür für die überzeichnete Darstellung der US-amerikanischen Gegenwartskultur und die innere psychologische Verstrickung seiner Hauptcharaktere zeichnen ihn aus.
Viele seiner Werke sind bereits verfilmt worden, wobei viele eher mittelmäßig und als B-Movies einzuschätzen sind, aber auch einige zu wahren cineastischen Kleinoden wurden dank der Regiequalitäten wie von De Palma, Kubrick, Cronenberg, Reiner und Frank Darabont.
Frühling,
Die erste erfolgreiche King-Verfilmung war
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976) mit Sissy Spacek, Piper Laurie und Amy Irving in den Hauptrollen, in der die 16-jährige "Carrie" als Tochter des Teufels Rache an ihrer High School übt, in der sie täglichen Drangsalierungen ausgesetzt war.
Eine der nächsten Produktionen war Stanley Kubricks weniger werkgetreue Verfilmung Shining (1980), in der ein Mann (kongenial: Jack Nicholson), der mit seiner Frau (Shelley Duvall) und seinem übersinnlich begabten Sohn (Danny Lloyd) auf ein im Winter verlassenes Hotel in den Bergen aufpasst, den Kampf gegen seine inneren Dämonen verliert und daraufhin in mörderischer Absicht Amok läuft.
Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986) vom bekannten Regisseur und Filmproduzent Rob Reiner zeigt die andere, nostalgische Seite des Horrorspezialisten King, in dem hier, verpackt als Abenteuergeschichte, ein Hohelied auf die Jugendzeit gesungen wird.
Eine Gruppe Jungen (Whil Wheaton, River Phoenix, Corey Feldman, Jerry O'Connell) begibt sich auf eine spannende Sommer-Wanderung, um zum ersten Mal im Leben eine Leiche zu sehen und damit auch einen Teil ihrer Unschuld zu verlieren.
Sommer, Herbst und
Einer der beliebtesten Bestseller von King ist mit Sicherheit "Es", dass von Tommy Lee Wallace erfolgreich fürs Fernsehen adaptiert wurde.
Stephen Kings Es (1990) erzählt die subtil-gruselige Geschichte des uralten Clown-Monsters "Pennywise" (Tim Curry), das das Böse an sich verkörpert und eine Gruppe von Kleinstadt-Menschen (u.a. Richard Thomas, John Ritter, Annette O'Toole) in mehreren Stadien ihrer Entwicklung bekämpft.
Mit Misery (ebenfalls 1990) ist ein weiteres Buch verfilmt worden, dass einige Ängste und autobiografische Züge des Menschen King trägt. Ein erfolgreicher Autor (James Caan) hat einen Autounfall in den Bergen und wird von einer allein lebenden Frau (Kathy Bates, die für ihre überzeugende Darstellung sowohl einen Golden Globe als auch einen Oscar erhielt) gepflegt, bis sich heraustellt, dass „Annie“ der größte Fan des verletzten Schriftstellers ist, der unglücklicherweise die Lieblingsfigur der Frau im neuen Buch sterben lässt, worauf diese sich grausam rächt, um ihn zur Änderung zu zwingen.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass die detaillerten Gedankenbilder Kings doch auf die Leinwand zu bannen sind, liefert das siebenfach (!) Oscar nominierte Werk Die Verurteilten (1994) von Frank Darabont ab. Das Filmdrama mit Tim Robbins, Morgan Freeman und Bob Gunton beschreibt den Werdegang eines zu Unrecht zu Lebenslang verurteilten Mannes in einem Gefängnis, der nach gewitzten Aktionen flüchten kann und gleichzeitig die ungerechte Situation im drakonischen Knast beseitigt.
Tod
Ähnlich wie mit "Die Verurteilten" erging es Darabont auch mit seiner Verfilmung des Kingschen Fortsetzungsromans
The Green Mile (1999) mit Tom Hanks, Michael Clarke Duncan und David Morse, die für vier Oscars nominiert wurde, aber keinen einzigen gewinnen konnte. Die mysteriöse Erzählung um einen Todestrakt in einem US-Gefängnis im USA der großen Wirtschaftsdepression, der von diversen Killern und einem unschuldigen heilenden Hünen heimgesucht wird, zeigt einmal mehr die Spuren von Stephen Kings fesselnder Erzählkunst.
Dreamcatcher (2003) von Lawrence Kasdan ist ein actionorientierter Alienfilm geworden, in dem eine Gruppe Touristen in eine militärische Fehde zwischen der Armee und Außerirdischen hinein gerät mit Morgan Freeman, Thomas Jane, Jason Lee und Damian Lewis.
Deutlich mysteriöser ist der Horrorfilm Zimmer 1408 (2007) von Mikael Hafstrom geworden, in dem ein Schriftsteller (John Cusack) ein Hotelzimmer untersucht, das für 56 Tode verantwortlich gewesen sein soll.
jaki, 04.03.08 |