Die Faszination am makaberen Medien-Phänomen „Serienkiller“, welches im Sinne des Widerspiegelns der Gesellschaft natürlich auch filmisch verarbeitet wird, erklärt sich wohl zum einen durch das generelle Interesse des Menschen am Tod, zum anderen aber auch durch die augenscheinliche Unauffälligkeit der in Reihe mordenden Personen, die nebenbei nicht selten Familienväter waren und als „gut in die Gesellschaft eingegliedert“ galten.
Dank der Profiler gelingt es heutzutage aber immer besser, gerade längere Mordserien mit Hilfe von Indizien und Wahrscheinlichkeiten aufzudecken.
Mindestens 200 Serientäter in Deutschland seit 1945
Mittlerweile gibt es diverse Filmproduktionen, die die Geschichte eines natürlich vor allem durch die Presse bekannt gewordenen Straftäters erzählen.
Die deutsche Produktion
Der Totmacher (1995) von Romuald Karmakar mit Götz George als mordender Hannoveraner Metzger und Jürgen Hentsch als Polizeipsychologe erzählt in kammerspielartigen Gefängnisbildern die Geschichte des triebgestörten Mannes, der 24 Leben beendete und deren Körper zerkleinerte und dafür in der Weimarer Republik zum Tode verurteilt wurde.
Summer of Sam (1999) ist ein packender Thriller von Spike Lee mit John Leguizamo, Adrien Brody und Mira Sorvino über den "Son of Sam" genannten Postangestellten David Berkowitz, der im Sommer 1977 sechs Menschen erschoss, angeblich weil ihm der "dämonische" Hund des Nachbarn dies befohlen habe.
Der Film Ed Gein (2001) mit Steve Railsback schildert das Treiben des nekrophilen und kannibalischen Mörders aus Wisconsin, der in einem kleinen Örtchen zunächst den Friedhof plünderte und später mindestens 2 Frauen tötete, um seinen Leidenschaften weiter nachzukommen.
Planvolle und planlose Mörder
Im Hollywoodfilm
Monster (2003) mit Charlize Theron (die für ihre überzeugende Darstellung der Mörderin einen Oscar erhielt) und Christina Ricci wird der reale "Rachefeldzug" der Aileen Wuornos in Florida beschrieben, die als Ex-Prostituierte insgesamt sieben Männer umbrachte und dafür selber von der Justiz hingerichtet wurde.
Der durch die Medien äußerst populär gewordene US-Mörder Ted Bundy (2002) ermordete in den 70er und 80er Jahren zwischen 35-60 junge Frauen und missbrauchte sie danach sexuell. Der schockende Film von Matthew Bright mit Michael Reilly Burke in der Hauptrolle versucht, seine ungeheuren Taten filmisch darzustellen.
Das Leben des kannibalistischen Killer aus Ohio, der 17 Männer brutal tötete und selber auf einer Gefängnistoilette von einem Mithäftling erschlagen wurde, wird in David Jacobsons realitätsnahen Film Dahmer (2002) mit Jeremy Renner, Bruce Davidson und Artel Kayaru dargestellt, der weitgehend auf Splatterszenen verzichtet und vielmehr das Bild eines traurigen und intelligenten, aber psychisch gestörten Mannes zeichnet.
Seit den 80er Jahren sind weltweit etwa 160 Serienmörder gefasst worden
Einer der berüchtigsten Serienmörder ist mit Sicherheit der bis heute nicht gefasste
Zodiac-Killer (2005), der im San Francisco der 68/69er Jahre fünf Menschen erschoss und regen Brief- und Rätselwechsel mit der Presse und der Polizei hatte, bis er 1978 endgültig von der Medienbühne verschwand. Der dazugehörige Film mit Justin Chambers, Robin Tunney und Rory Culkin widmet sich dieser mysteriösen Geschichte um den "Tierkreiskiller".
Noch aktuell im allgemeinen Gedächtnis dürfte der Fall um den Sniper - Der Heckenschütze von Washington (2003) sein, der mindestens 10 verschiedene Leute ohne sichtbares Motiv vom Kofferraum seines Wagens mit Hilfe seines Ziehsohnes mit einem Präzisionsgewehr umbrachte und dafür kürzlich verurteilt wurde.
Schlussendlich bietet das ambitionierte TV-Drama Jagd auf den BTK Killer (2005) mit Robert Forster, Joey Campbell und Gregg Henry einen sachlichen Einblick in die zehnfache Mordserie des Dennis Rader alias "BTK" (Bind & Torture & Kill) aus Wichita.
jaki, 28.02.08 |