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Der Schwarz-Weiss-Film

Vor der Entwicklung des Tonfilms gab es nur Stummfilme. Und vor der Einführung des Farbfilms entstanden nur Schwarz-Weiß-Filme. Bis weit in die 40er Jahre hinein wurden weltweit Kino-Filme vorwiegend auf Schwarz-Weiß-Material hergestellt. Besondere Filmkünstler, wie die Regisseure Alfred Hitchcock oder heute Aki Kaurismäki und George Clooney, haben auch nach der Durchsetzung des Farbfilms einige Filme bewusst in schwarz-weiß gedreht um eine bestimmte Stimmung und die Optik der damaligen Zeit einzufangen und wiederzugeben.

Schwarz-Weiss-Filme: Fritz Lang mit MetropolisBerühmte Schwarz-Weiß-Filme, die noch heute in beeindruckender Art und Weise von höchster Bildkunst ihrer Macher - Kameraleute wie Regisseure - künden, sind aus der Stummfilm-Periode: der expressionistische “Das Kabinett des Dr. Caligari” aus dem Jahr 1920 von Robert Wiene und “Metropolis” von Fritz Lang aus dem Jahr 1927. Auch Alfred Hitchcock hat zahlreiche hervorragende Schwarz-Weiß-Filme inszeniert, in denen er mit Licht experimentierte. In “Verdacht” mit Bergmann und Grant gibt es die unvergessliche Szene, in der Grant mit einem Glas Milch die Treppe ins Schlafzimmer geht. Um das Augenmerk der Zuschauer auf das Milchglas zu lenken, hat er eine Glühbirne in das Glas eingebaut. Auch sein 1960 entstandener Thriller “Psycho” entwickelt bei den Kinobesuchern als S/W-Film eine viele emotionalere Wirkung als es ein Farbfilm jemals hätte tun können.

Im Jahr 2007 kam mit “The Good German” ein S/W-Film neueren Datums in die Kinos. Regisseur Steven Soderbergh brachte damit eine Hommage an die Hollywood-Filme der 40er Jahre - an den “Film Noir” und die “Schwarze Serie” auf die Leinwand. So wurde damals speziell das Genre des Kriminalfilms und später auch des sozialkritischen Films bezeichnet.