Der amerikanische Schriftsteller Isaac Asimov, unter anderem Verfasser zahlreicher Science-Fiction-Erzählungen (u.a. "I, Robot" von 1950) und der drei Robotergesetze (siehe unten), beschäftigte sich zum ersten Mal maßgeblich mit der Idee, wie Roboter als künstliche Lebensformen in den menschlichen Alltag nahtlos und schadlos eingefügt werden könnten. Diese drei Gesetze sind durch die bahnbrechenden heutigen Technik-Fortschritte aktueller und hilfreicher denn je.
Da der Film als Kunstform immer auch ein Spiegel der Gesellschaft ist, finden sich seit 1927 zahlreiche Robotermotive und -auftritte in den weltweiten Produktionen, die wohl gleichzeitig die Faszination, aber auch den unterschwelligen Grusel der Menschen am Thema "Roboter" erklären.
1. "Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird."
In Fritz Langs Stummfilm
Metropolis (1927) tritt wohl mit zum ersten Mal ein Roboter auf der Leinwand in Erscheinung. Die visuell und technisch noch heute beeindruckende Geschichte erzählt von einer übertechnisierten und zwiespältigen Zukunftsstadt in der Hand des Despoten "Johhan Fredersen" (Alfred Abel), in der die herrschenden Klassenunterschiede letzten Endes auch mit Hilfe des Maschinenmenschens "Maria" (Brigitte Helm) beseitigt werden. 2001 wurde Metropolis aufgrund seiner Stellung als filmischer Meilenstein gar zum "Weltdokumentenerbe" der UNESCO erklärt.
Westworld (1973) von Michael Crichton ist ein weiterer Eckpfeiler der künstlerischen Darstellung von Robotern, da in diesem ein futuristischer Freizeitpark ("Delos") gezeigt wird, in dem Menschen während ihres Urlaubs in vergangene Zeitalter schlüpfen können (so auch in den Wilden Westen, eben "Westworld"), wobei die Statisten von Robotern "gespielt" werden, bis diese eines Tages durch Fehlfunktionen beginnen, die Touristen (u.a. Richard Benjamin und James Brolin) zu töten. Yul Brunner als künstlicher und eiskalter Revolverheld ist dabei wohl eines der faszinierendsten und gleichzeitig erschreckensten Beispiele fehlgeleiteter Technik.
Das Buch Die Frauen von Stepford von Ira Levin ist gleich zweimal verfilmt worden, einmal 1975 mit Katharine Ross und 2004 von Frank Oz mit Nicole Kidman in der Hauptrolle. Die Story dreht sich um die gescheiterte Produzentin "Joanna Eberhart", welche mit ihrem Mann (Matthew Broderick) in eine scheinbar perfekte Kleinstadtidylle zieht, in der die Frauen in Wahrheit durch implantierte Microchips steuerbare Cyborgs geworden sind, die nach dem Willen der Männer agieren (z.B. Karriere und Haushalt gleichzeitig forcieren).
2. "Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren."
Mit der
Terminator-Trilogie (1984/91/2003), die mit 4 Oscars ausgezeichnet wurde, bot Regisseur James Cameron (im dritten Teil Jonathan Mostow) ein deutlich apokalyptisches Bild von der Idee, dass die Maschinen sich ihrem Schöpfer Mensch entgegenstellen und endgültig besiegen. Arnold Schwarzenegger als gefühlstoter, aber ausgereifter Kampfroboter "T-800", der sich schließlich für die Menschen einsetzt und so u.a. gegen den quecksilbrigen "T-1000" (Robert Patrick) und den nahezu unbesiegbaren "T-X" (Kristanna Loken) ins Gefecht ziehen muss, zeigt durch sein minimalistisches Spiel ein authentisches Bild von logisch fungierenden Kunst-Lebensformen.
Die komödienhafte Nummer 5 lebt-Reihe (1986/88) mit Ally Sheedy und, Fisher Stevens und Steve Guttenberg in den Hauptrollen zeichnet ein positiveres Bild von den Robotern, indem ein eigentlich für das Militär gedachter Roboter, "Johnny Nummer 5" zivilisiert wird und dank seines Engagements ("Input, Input!") erfolgreich in die heutige Gesellschaft integriert wird.
Der erfolgreiche niederländische Regisseur Paul Verhoeven ("Starship Troopers", "Basic Instinct") schuf mit der brutalen, aber cinematorisch interessanten Robocop-Trilogie (1987/90/93) über eine nahe Zukunft, in der ein Polizist (Peter Weller) nach einem blutigen Massaker an ihm zu einem Cyborg umgewandelt wird und so weiter auf Streife geht, um die Verantwortlichen (vor allem Kurtwood Smith, bekannt als Vater aus der Sitcom "Die wilden Siebziger") zur Rechenschaft zu ziehen, eine extreme Kritik über die zunehmende Globalisierung und Privatisierung der Welt.
3. "Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert."
Robin Williams ist der Star in dem Zukunfts-Drama Der 200-Jahre-Mann (1999) von Chris Columbus über den Haushaltsroboter "Andrew", der zunehmend eigene Gefühle und Kreativität entwickelt, sich in eine Frau verliebt und schließlich mit der Unterstützung eines Konstrukteurs (Oliver Platt) zum sterblichen Menschen wird.
Der Fantasy-SciFi-Film A.I. - Künstliche Intelligenz (2001) war ein langjähriges Projekt von Regie-Legende Stanley Kubrick, das nach seinem Tod von dem nicht minder bekannten Regisseur Steven Spielberg fortgeführt wurde. Es geht um die "Mechas", kindliche Roboter mit Bewußtsein, die als Söhne in kinderlosen Haushalten aufwachsen, wobei "David" (Haley Joel Osment) von seiner Familie verstoßen wird und sich daraufhin mit Hilfe des Callboy-Androiden "Gigolo Joe" (Jude Law) im Sinne der Pinocchio-Geschichte auf die Suche nach der "Blauen Fee" macht, um ein "richtiger Junge" zu werden.
Mit dem Action-Krimi I, Robot (2004) nach Asimov, in dem Will Smith die Hauptrolle des mißtrauischen Polizisten "Del Spooner" in einer scheinbar perfekten Zukunft verkörpert, wird erneut auf explosionsreiche Weise die Gefahr der vollständigen Übernahme der Welt durch die Technik bewußt gemacht, indem "NS5-Robots"-Erfinder Lanning (James Cromwell) durch seine eigene Erfindung ermordet wird und eine Revolution der Maschinen gestoppt werden muß.
jaki, 21.12.07 |