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Piratenfilme


Die Freibeuter stechen in See

Unter Piratenflagge Seit den Anfängen des Kinos bis zum Anfang der 60er Jahre zählten Piratenfilme zu einem der beliebtesten Genres. Die kapernden Freibeuter gehörten jahrzehntelang zu den größten Sympathieträgern der Traumfabrik und füllten die Schatzkammern der großen Hollywood-Studios ein aufs andere Mal. Bereits in den 20er Jahren segelte Douglas Fairbanks in Der schwarze Pirat (1926) als erfolgreicher Outlaw über die sieben Weltmeere, doch die ruhmreiche Phase des Piratenfilms wurde erst mit dem erscheinen von Captain Blood (1935) eingeläutet. Unter der Regie von Michael Curtiz erlebte nicht nur Errol Flynn in der Rolle des Captain Blood seinen Durchbruch als gefeierter Star, sondern auch das gesamte Genre des Piratenfilms. Und so mancher bekannte Regisseur probierte sich an Seeräuberfilmen, wie etwa Alfred Hitchcock, der in Riff-Piraten (1939) seine Hauptdarsteller Charles Laughton und Maureen O'Hara in See stechen ließ. Die Entwicklung des Piratenfilms nahm immer mehr an Fahrt auf und steuerte zielsicher auf ihren Höhepunkt in den 50er und 60er Jahren zu.

Das goldene Zeitalter des Piratenfilms

Allein im Jahre 1953 wurden über 10 Piratenfilme für das Kino produziert und gegen die erfolgreiche Herrschaft der Freibeuter schien kein anderes Genre anzukommen. Yul Brynner spielte 1958 in "König der Freibeuter" den Franzosen Jean LaFitte, der den Amerikanern 1812 im Kampf um New Orleans beiseite stand und Regisseur Mario Costa stellte in Venus der Piraten (1960) eine waschechte Piratenbraut ans Ruder. In "Pirat der sieben Meere" spielte Rod Taylor den englischen Seehelden Francis Drake, der von den Franzosen und Spaniern als Pirat angesehen wurde, und der Italiener Luigi Capuano drehte mit Guy Madison in der Hauptrolle seinen Film Der Abenteurer von Tortuga (1965). Neben dem klassischen Piratenfilm kreierten zahlreiche Filmemacher auch Genre-Mixturen, die aber allesamt unter der Piratenflagge fuhren. In "Der Pirat des Königs" (1966) und "Piraten von Madagaskar" (1962) vermischte sich sogar die Komödie mit dem Piratenfilm.

Nach der Flaute ein Orkan

Fluch der Karibik In den 70er und 80er Jahren schien auf den sieben Weltmeeren allerdings eine große Flaute zu herrschen. Das einst ruhmreiche Genre schien allmählich überholt und so landeten neben den Musketieren der Mantel-und-Degen-Filme auch die Piraten zunehmend in den Archiven der Filmgeschichte. Zwar kaperten die beiden Italo-Haudegen Bud Spencer und Terence Hill noch sehr erfolgreich in Freibeuter der Meere (1971) und auch Regisseur Roman Polanski konnte mit seinem Film Piraten (1986) eine aufkommende Bö nutzen, doch schien die Herrschaft der Seeräuber endgültig dem Untergang geweiht zu sein. Erst Mitte der 90er Jahre traute sich Regisseur Renny Harlin erneut ein Piratenschiff in See stechen zu lassen. Das Kommando hatte diesmal Gena Davis und obwohl Die Piratenbraut (1995) an den Kinokassen über die Planke gehen musste, regte sich unter Piratenfilm-Fans die leise Hoffnung auf eine baldige Rückkehr des Genres.

Doch erst im Jahr 2003 sollten die Piraten wieder ihre Totenkopfflagge hissen - und was für eine! In Gore Verbinskis bombastischen Piratenabenteuer Fluch der Karibik (2003) hielt diesmal Superstar Johnny Depp als Captain Jack Sparrow das Ruder fest in den Händen und gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Orlando Bloom und Keira Knightley eroberten sie die Kinoleinwände wie im Sturm. "Fluch der Karibik" spielte weltweit über 650 Millionen Dollar ein und hatte dem Piratenfilm über Nacht zu seinem Comeback verholfen. 2006 folgte die erste von zwei Fortsetzungen und auch Fluch der Karibik 2 übertraf alle Erwartungen. Den finalen Höhepunkt bildete schließlich der dritte Teil Am Ende der Welt (2007) und seitdem bläst dem Piratenfilm ein wahrer Orkan in die Segel.

jov, 18.9.07