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Nouvelle Vague


Als sich Ende der 50er Jahre eine junge Generation französischer Filmliebhaber rund um die Filmzeitschrift "Cahier du Cinema" aufmachte, das realitätsferne und unzeitgenössische "Qualitätskino" der Franzosen zu erneuern, war eine der bedeutendsten Bewegungen der Filmgeschichte geboren: die Nouvelle Vague.

Wer oder was ist die Nouvelle Vague

Ausser Atem Die Nouvelle Vague - das waren Filme von François Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol, Eric Rohmer und ihren Freunden. Ihrem Einfluss ist die Idee der Autorentheorie, der Fixierung auf den Regisseur als alleinigen Schöpfer eines Films, zu verdanken, die sich in Chabrols cineastischen Debüt "Die Enttäuschten" (1958) erstmals konsequent niederschlug, über Truffauts Film "Sie küssten und sie schlugen ihn" (1959) weitläufig bekannt wurde und in Godards Außer Atem (1960) ihren Schlüsselfilm erhielt. Erstmals stieg durch sie eine ganze Generation von Filmemachern auf, die sich durch einen persönlichen, spontan wirkenden und nicht auf Perfektion getrimmten Stil auszeichnete und zugleich die programmatische Missachtung des konventionellen filmischen Regelwerks zu ihrem Programm erhob.

Die Einflüsse und das frühe Ende der Nouvelle Vague

Die Verachtung Zu ihren Vorbilder erkoren die jungen französischen Regisseure englischsprachigen Filmemachern wie John Ford, Vincente Minelli, Nicholas Ray, Howard Hawks sowie Altmeister Alfred Hitchcock, denn bei ihren Werken war bereits eine persönliche Handschrift lesbar. Und schon bald erntete auch die Nouvelle Vague die Bewunderung internationaler Filmschaffender und schwappte über die Grenzen Frankreichs hinaus. In Deutschland etabliert sich der Autorenfilm, zu dessen bekanntesten Vertretern Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Wim Wenders zählten. Und während sich in anderen Ländern weitere Kinorevolutionen Bahn brachen, war die Nouvelle Vague jedoch Mitte der 60er Jahre fast schon wieder vorbei. Gegen Ende des Jahrzehnts gab es die letzten gemeinsamen Projekte der nun weltbekannten Regisseure. Die meisten von ihnen hatten mittlerweile ihren eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt.

So wurde Claude Chabrol mit Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (1999), Die Blume des Bösen (2003) und Biester (2005) zum Chronisten des Bürgertums, Jean-Luc Godard mit Die Verachtung (1963), 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß (1966) und Die Chinesin (1967) zum bekanntesten Vertreter des zeitkritischen Essay-Films und François Truffaut zum kommerziell erfolgreichsten Regisseur der Nouvelle Vague. Zu seinen bekanntesten Werken zählten Jules und Jim (1961), Die amerikanische Nacht (1972) und Taschengeld (1976).

jov, 27.9.07