Hitflip Specials

Zur Übersicht

Alphabetisch
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

Musical

Der Begriff Musical ist nicht durch eine einfache Definition zu erklären, da sich dieses Genre durch eine Vielzahl von verschiedenen Stilrichtungen auszeichnet. Im Musical werden die speziellen Hauptkriterien der anderen Theaterformen Singspiel (Oper, Operette), Tanzspiel (Ballett) und dem Schauspiel miteinander vereint, mit gleicher Gewischtung der Elemente. Das Musical ensteht in New York um die Jahrhundertwende um 1900 am Broadway, der heute noch als die Musicalmeile schlecht hin gilt. Hier gibt es neben 40 Aufführungen an den großen Häusern im Jahr ca. 1500 Aufführungen an kleineren Theatern.

Als Ursprung wird die Oper gesehen, aus der sich dann die Operette und schließlich das Musical entwickelte. Weiter wird im Musical Wert auf Effekte, wie Licht-, Spezialeffekte und Kostüme gelegt und schon seit Beginn am Broadway gilt, je aufwendiger, desto besser und erfolgreicher ist eine Produktion. Durch die große Konkurenz zwischen den einzelnen Theater war die Qualität der Produktionen schon früh gesichert und verbesserte sich kontinuierlich. Bis nach dem zweiten Weltkrieg suchte man in den Produktion allerdings vergeblich nach Sozialkritik, wodurch der Anspruch relativ gering war. In den letzten 60 Jahren aber konnte das Musical an Ernst und Kritik durch Inzinierungen wie, „West Side Story“, Hair , „Jesus Christ Superstar“ und „Rent“ an Qualität und Anspruch gewinnen, da auch sozialkritische und unpopuläre Themen angesprochen wurden.

Musical Hair: ein KassenschlagerDen großen Durchbruch schaffte das Musical allerdings nur mit Hilfe des Films, der ein größeres Publikum erreichen konnte. In den 70er Jahren gab es eine ganze Reihe von Musikfilmen, zu denen Kassenschlager wie „Grease“, „Hair“ und „West Side Story“ gehören, die noch heute sehr beliebt sind.

In moderneren Musicals findet man fast gar keine gesprochenen Dialoge mehr, so sind sie durch Elemente aus der Oper wie etwa Rezitative, Arien und Chorale ersetzt. Als ein gutes Beispiel dient das Musical oder die Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber:

Hier wird der Leidensweg Christi dargestellt und mit modernen Problemen (Kommerzialisierung der Kirche als nur ein Beispiel) verbunden. Die Produktion ist vom ersten bis zum letzten Moment durchkomponiert, wodurch hier keine Dialoge vorzufinden sind. Im Erscheinungsjahr 1971 war das Musical ein regelrechter Skandal: Die letzten Tage von Jesus wurden nicht durch seine Augen, sondern durch die Augen von seinem Jünger und letzendlichen Verräter Judas Ischariot erzählt. Auch wurde hier die enge Verbindung von Jesus und Maria Magdalena in den Vordergrund gestellt, wodurch noch mehr Kritik aufkam.

Das Musical ist aus heutiger Sicht sicher nicht mehr aus der Unterhaltungsbranche wegzudenken und erfreut sich durch immer aufwendigere Bühnenshows heute immer noch sehr großer Beliebtheit.