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Mittelalterfilme - Dunkles Hauen und Stechen


Es ist schwer, das Mittelalter als eigenständiges Zeitalter zu definieren, zu verwischt sind die Grenzen zum klassischen Altertum und der aufklärerischen Renaissance. Allerdings kann es tatsächlich als eher düsterer Zeitabschnitt angesehen werden, in dem die Religion den Schwerpunkt bildete und die Gesellschaft geprägt war von zahlreichen Miseren (Pest, Krieg, Armut und Hunger), denen man nur im Himmel durch Erlösung entkam, wobei es trotzdem zu einer kulturellen Weiterentwicklung im positiven Sinne kam, in der das höfisch dominierte Leben zunehmend idealisiert wurde, was sich bis in die heutigen Zeit hinein gehalten hat. So ist es der Filmindustrie zu verdanken, dass zahlreiche sowohl realistisch anmutende, als auch fiktionsreiche Produktionen zu diesem Thema entstanden sind.

Die Anfänge des Ritterfilms

Ivanhoe – Der schwarze Ritter Als einer der ersten Filme über das hier zugegeben stark stilisierte Mittelalter ist das dreifach Oscar gekrönte Werk Die Abenteuer des Robin Hood (1938) in leuchtendendem Technicolor zu sehen, in dem Errol Flynn als die legendäre Wald-Gestalt "Robin Hood" den Kampf gegen die Ungerechtigkeit des Steuer eintreibenden Sheriff of Nottingham (Melville Cooper) und des herrschenden "Prince John" (Claude Rains) aufnimmt und so auch die Liebe von "Maid Marian" (Olivia de Havilland) gewinnt. Nach dem Roman von Sir Walter Scott schuf der Regisseur Richard Thorpe Ivanhoe. Der schwarze Ritter (1952), der als klassischer Ritterfilm pathetisch und doch sehr spannend die mittelalterliche Welt idealisiert auferstehen lässt, so dass besonders die Ausstattung und die Musik punkten können. Dem edlen Ritter "Ivanhoe" (Robert Taylor) gelingt es dabei nach und nach den gekidnappten englischen König "Richard Löwenherz" (Norman Wooland) zu befreien, nachdem ein Turnier, eine Burgbelagerung und das Herz von "Rowena" (Joan Fontaine) gewonnen ist. Das ambitionierte in schwarzweiß gedrehte Mittelalter-Drama Das siebente Siegel (1957) der schwedischen Regie-Legende Ingmar Bergman ist eher Kunstwerk als bloßer Film, so wirken die Filmbilder wie von historischen Darstellungen entnommen. Max von Sydow als Kreuzritter "Antonius" findet eine durch die Pest zerstörte Welt vor, die er schließlich zusammen mit dem Tod als Person verlässt.

Fantasy-Mittelalter

Excalibur Als eine Mischung aus Abenteuerfilm und Historiendrama könnte man das Monumentalepos El Cid (1961) bezeichnen, das auf freie Weise in über drei Stunden das Leben des spanischen Helden El Cid (Charlton Heston) erzählt, der im elften Jahrhundert erfolgreich die Muslime im umkämpften Spanien besiegt und dafür sogar sein Leben lässt. Mit Excalibur (1981) von John Boorman findet sich eine fantasiereiche Variante der berühmten Artuslegende, die mit bunten und brutalen Bildern geschildert wird und eine damals kaum bekannte britische Schauspielriege (u.a. Liam Neeson, Helen Mirren, Patrick Sterwart und Gabriel Byrne) schlagartig berühmt machte. Die wohl berühmteste Version der Legende um den "Rächer der Witwen und Waisen" ist wohl der Film Robin Hood. König der Diebe (1991) mit Kevin Costner in der Hauptrolle, der sich auch in dieser abenteuerlichen Produktion, die auch durch den Titelsong von Bryan Adams, (Everything I Do) I Do It For You, berühmt wurde, mit dem fiesen Sheriff (Alan Rickman) und seiner Geliebten (Mary Elizabeth Mastrantonio) auseinandersetzen muß, wobei er allerdings vom hilfreichen Mauren "Azeem" (Morgan Freeman) unterstützt wird.

Popkultur in der dunklen Ära

Königreich der Himmel Eine weitere, sehr interessante Darstellung der Artussage ist Der 1. Ritter (1995), der in zwei Stunden in musikvideoähnlicher Ästhetik die Geschichte um den fiktiven englischen König (Sean Connery), seinem treuesten Ritter (Richard Gere) und der Königin (Julia Ormond) erzählt, wobei das Hauptaugenmerk auf der Liebesgeschichte der beiden Letztgenannten liegt. Auf die sagenumwobene Figur des französischen Widerstandes im Hundertjährigen Krieg (1337-1453) stützt sich der packende Dreistünder Jeanne DArc. Die Frau des Jahrtausends (1999) mit Leelee Sobieski, Peter OToole und Maximilian Schell, der das kriegerische Leben der "Heiligen Jungfrau" bis zu ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen schildert. Ridley Scotts starbesetztes Kreuzugepos Königreich der Himmel (2005) bietet ein opulentes Schlachtengemälde über die Kämpfe um das mittelalterliche Jerusalem, das von Darstellern wie Orlando Bloom, Eva Green, Jeremy Irons, Liam Neeson und Edward Norton getragen wird und ein weitestgehend authentisches Bild der damaligen Verhältnisse gibt, einmal ungeachtet der historischen Unwahrheiten.

jaki, 08.01.08