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Mafiafilme


Welcher Reiz mag wohl vom Mafiafilm ausgehen, dass von jeher unzählige von Filmemachern und Millionen von Zuschauern in seinen Bann gezogen werden? Vielleicht weil sich Filmmafiosis alles erlauben können, weil sie nach ihren eigenen Gesetzen und Regeln leben. Sie schmieren Politiker, Polizei und Richter, scheffeln mit ihren illegalen Geschäften Millionen und leben in verschwenderischem Luxus. Und nur ganz selten tun es die anderen Leinwand-Gangster mit genau soviel Stil und Eleganz, wie die Mitglieder der Cosa Nostra.

Marlon Brando schreibt Mafiageschichte

Der Pate Francis Ford Coppollas Der Pate (1972) ist ohne Zweifel einer der bekanntesten Mafiafilme aller Zeiten. Sowohl Coppollas Meisterwerk als auch Marlon Brando in seiner oscarprämierten Rolle als Obermafiosi Don Vito Corleone, der die Geschicke seines Mafia-Clans über drei Generationen lenkte, ging in die Annalen der Filmgeschichte ein. In seinem Anwesen empfing er Freunde, Bittsteller und entsendete Todesgrüße. Aber nicht jeder kam in den Genuss einer Gefälligkeit des Don Corleone. Denn auch in der Mafia ist nicht alles Gold was glänzt. Ein Leben voller Privilegien oder ein Leben auf der Abschussliste. Ein schneller Aufstieg oder ein tiefer Fall. Das ist ein Kontrast, der in fast allen Mafiafilmen eine entscheidende Rolle spielt. So auch bei Martin Scorsese, der im Laufe seiner Karriere zu Hollywoods Mafiafilm-Paten Nr.1 aufstieg. In seinen Filmen Hexenkessel (1973), GoodFellas (1990), Casino (1995) oder zuletzt Departed (2007) erzählte er stets Geschichten von Mitgliedern der Familie, die, nachdem sie Karriereleiter der Mafia rasant empor gestiegen waren und ein Leben in Saus und Braus führten, ebenso schnell und tief wieder gefallen waren. Neben Scorsese machte sich ebenso Brian de Palma einen Namen als Filmchronist der Cosa Nostra. Mit "Scareface " (1983), The Untouchables (1987) und Carlitos Way (1993) schuf er drei weitere Klassiker des Genres.

Tiefe Einblicke ins Netz der Mafia

Es war einmal in Amerika Ob die Mafia auf der Leinwand der aus der Realität ähnelt, kann nur vermutet werden und das obwohl einige Filme auf wahren Begebenheiten beruhen, wie beispielsweise Donnie Brasco (1997) mit Johnny Depp in der Hauptrolle. Er spielt darin einen FBI Agenten der verdeckt in Mafiakreisen ermittelt und immer stärker in ihren Bannkreis gezogen wird. Und Jimmy Hoffa (1992) schildert die Biografie des gleichnamigen und umstrittenen amerikanischen Gewerkschaftsführers, den die Mafia wegen seiner finanzieller Verstrickungen ermorden ließ. Doch der wohl realistischste Mafiafilm aller Zeiten kam natürlich aus der Heimat der Cosa Nostra selbst - und wurde von niemand anderem als der italienischen Regielegende Sergio Leone inszeniert. Es war einmal in Amerika (1984) hieß dieses fantastische wie epische Zeitzeugnis über die Machenschaften der Cosa Nostra, in dem Robert de Niro in der Rolle des Mafiosi Noddles brillierte. Retrospektiv erzählt der Film aus Noodles' Sicht die Erlebnisse einer Jugendgang, die für die Mafia Aufträge ausführte und dann durch erfolgreichen Alkoholschmuggel und -verkauf, Überfälle und Mord zu Reichtum kommt. Der Film führt dabei eindrucksvoll durch die Geschichte der Mafia in den USA, beginnend von der großen jüdischen Einwanderungswelle, über die Blütezeit des Gangstertums während der Prohibition, bis hin zu den Verstrickungen der Mafia mit der Gewerkschaft und Politik.

Dass sich Mafiageschichten aber nicht nur für die große Leinwand eignen, sondern auch auf den heimischen Bildschirmen ihre Faszination entfalten können, bewiesen in den letzten Jahrzehnten auch zahlreiche Mafia-TV-Serien. Zwischen 1984 bis 1999 flimmerte beispielsweise allwöchentlich die Serie Allein gegen die Mafia über die Bildschirme von Millionen Zuschauern in ganz Europa und avancierte zur bislang erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten. Nach ihrem Aus ermöglicht seitdem der Us-amerikanische Sender HBO mit Die Sopranos an der schillernden Welt der Mafia weiter teilzuhaben.

jov, 23.10.07