Koreanische Filme sind stark im kommen! Seit der New Wave-Bewegung in den 90er Jahren hat sich das koreanische Kino zu einer der aufregendsten und innovativsten Filmlandschaften Asiens entwickelt. Ob künstlerische Autorenfilme oder anspruchvolles Unterhaltungs- und Genrekino, koreanische Filme sind vor allem visuell bezaubernde Werke. Der faszinierte Cineast stößt immer wieder auf atemberaubend komponierte Bilder- und Einstellungenfolgen sowie auf Einstellungen von unmittelbarer Kraft und poetisch verstörender Schönheit.
In kürzester Zeit entwickelte sich dadurch eine Filmindustrie in Südkorea, vor der sich kein Filmliebhaber mehr verschließen kann.
Ein kometenhafter Aufstieg
Kang Je-gyus bildgewaltiger Actioner Shiri leitete 1992 den kometenhaften Aufstieg eines bis dahin relativ unbekannten Filmuniversums ein. Der ehrgeizig produzierte Film avancierte binnen kürzester Zeit zum erfolgreichsten Film des Jahres und forcierte den unaufhaltsamen Siegeszug des koreanischen Films, auch auf internationaler Ebene. Spätestens seit Park Chan-wooks Regiedebüt JSA: Joint Security Area ist der koreanische Film auch im Westen in aller Munde. So genießen mittlerweile ebenso seine Racheepen Symphaty For Mr. Vengeance und Oldboy hohes Ansehen bei Filmfans und Kritikern in der ganzen Welt. Mit seiner ethischen Meditation Lady Vengeance kreierte er 2005 den poetischen Abschluss seiner losen Vergeltungs-Trilogie. Zu dem wohl bekanntesten Repräsentanten dieses Booms zählt aber vor allem der Regisseur Kim Ki-duk, der mit seinen Filmen wie Samaria, Hwal: Der Bogen und Bin-Jip immer wieder auf internationalen Filmfestspielen mit hohen Preisen ausgezeichnet wurde.
Stil und Innovation - made in Korea
Neben Kim und Park gibt es aber noch eine weitere Anzahl hochtalentierter Regisseure, die in den kommenden Jahrzehnten nicht nur das Kino ihrer Heimat prägen werden. Einer dieser jüngsten Neuentdeckungen stellt der Filmemacher Kim Jee-woon dar, der bereits mit seinem subtilen Meisterwerk A Tale Of Two Sisters, seinem Horrorfilm The Quiet Family sowie mit seinem stilisierten Gangsterfilm Bittersweet Life für internationale Furore sorgte. Während Jee-woon den harten und erbamungslosen Weg des koreanischen Gangsterfilms eingeschalgen hatte, entschied sich sein filmschaffender Kollege Jo Jin-gyu mit My Wife Is A Gangster den komödiantischen Film-Pfaden zu folgen. Und beide Filmkünstler wussten sowohl aus künstlerischer als auch kommerzieller Sicht voll und ganz zu überzeugen.
Nicht minder spektakulär und erfolgreich war auch Bong Joon-ho zweite Regiearbeit Memories of Murder sowie sein jüngster Geniestreich, der Monster-Katastrophen-Film The Host. Mit über 13 Millionen Zuschauern, bei gerademal knapp 48 Millionen Einwohnern, schuf er den bisher erfolgreichsten südkoreanischen Film aller Zeiten. Dass die aufregendsten und innovatisten visuellen Stilexzesse derzeit aus Korea kommen, stellten auch das epische und erschütternde Kriegsdrama Brotherhood sowie der vielfach ausgezeichnete Science-Fictioner Natural City von Min Byung-chun eindrucksvoll unter Beweis.
Es bleibt also sehr spannend, was die Filme aus Südkorea den Kinofans in Zukunft noch alles präsentieren werden. Wer die Augen und Ohren offenhält, wird auch weiterhin mit großartigen Filmperlen und Erlebnissen belohnt. Ein koreanischer Film ist und bleibt gerade 21. Jahrhundert eine beeindruckende Quelle für einzigartige Geschichten und atemberaubende Stilisierungen.
jov, 21.7.07 |