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Jidai-geki |
Jidai-geki beschreibt ein Genre des japanischen Kinos, dessen Filme zumeist im Japan der Edo-Zeit spielen. Dabei handelt es sich nicht um ein thematisches Genre, sondern um ein historisches. Jidai-gekis sind dementsprechend Historienfilme. Im Westen werden Jidai-geki-Filme oft mit Samurai-Filmen gleichgesetzt, doch Samurais spielen in vielen Jidai-gekis überhaupt keine Rolle, da häufig andere gesellschaftliche Gruppen wie Ronin oder Yakuza die Hauptprotagonisten stellen.
Jidai-gekis erobern das Kino Japans
Das Genre entwickelte sich zu Beginn der 20er Jahre auf der Basis von populären Theaterstücken, in denen Schwertkämpfe dargestellt wurden. Dabei griffen die frühen Jidai-geki-Filme auch Elemente des Hollywood-Kinos auf, etwa der frühen Mantel-und-Degen-Filme Douglas Fairbanks' oder der Filme Buster Keatons, dessen stoische und gefühllose Mimik als ideales Bild der unnahbaren Schwertkampfhelden empfunden wurde. Im Laufe der 30er Jahre spezialisierten sich immer mehr große Studios auf Jidai-gekis und begannen das Genre mehr und mehr mit Schwertkampf-Filmen gleichzusetzen. Dies führte allmählich zu einer Etablierung von rigiden Konventionen, die das Genre immer mehr erstarren ließen, bis es Ende der 40er Jahre in seine erste Krise geriet und erst wieder durch den immensen Erfolg von Akira Kurosawas Filmen auf die Leinwand zurückkehrte. Mit Rashomon (1950) legte Kurosawa bereits zu Beginn der 50er Jahre den Grundstein für die erfolgreiche Rückkehr des Jidai-geki, doch erst mit seinen beiden Meisterwerken Die sieben Samurai (1954) und Yojimbo (1961) war das Genre Anfang der 60er Jahre vollends rehabilitiert.
Die Rückkehr des Jidai-gekis
In den 70er Jahren sorgte insbesondere die sechs-teilige Okami-Reihe (1972) - die auf der Grundlage eines Mangas entstanden war und mit Das Schwert der Rache ihren Auftakt feierte - für die Fortführung des Jidai-geki in ein neues Jahrzehnt. Aber auch mit Toshiya Fujitas Lady Snowblood (1973) wurde das Genre um einen weiteren Meilenstein reicher, der sogar Quentin Tarantino - und das fast dreißig Jahre später - zu seinem Film Kill Bill (2003) inspirierte. Doch nach dem erscheinen von Akira Kurosawas Ran (1985) war die Nachfrage für Jidai-gekis gegen Ende der 80er Jahre beinahe erloschen. Das Genre befand sich erneut in einer Krise und es sollte noch ein ganzes Jahrzehnt dauern, bis mit Hiroyuki Nakanos genialem Samurai Fiction (1998) das Genre wieder neu auflebte. Und schon bald darauf bereicherten weitere Jidai-gekis die Kinoleinwand. Zu den bekanntesten zählen zweifelsohne Aragami und Azumi, die beide 2003 in die Kinos kamen. Die absoluten Höhepunkte schufen allerdings die beiden Filmemacher Yoji Yamada, der in seinem Film Twilight Samurai (2002) das Alltagsleben eines Samurai beschreibt sowie Starregisseur Takeshi Kitano, der mit seinem preisgekrönten Film Zatoichi (2003) unter Beweis stellte, dass Jidai-gekis einen festen Platz im japanischen Kino verdienen.
jov, 18.9.07 |
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