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Indische Filme im neuen Zeitalter der Filmindustrie


Willkommen in Indien, dem Land der Mythen und Legenden. Hier leben mehr als 760 Millionen Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Viele Menschen machen Urlaub in Indien. Auch wenn der ein oder andere dieses Land ausschließlich mit der hinduistischen Kultur verbindet, so ist die Kultur zu einem Fünftel von anderen Religionen geprägt. In dem Land der Tiger und Maharadscha werden mehr als 100 Sprachen gesprochen. Mit Ausnahme der der englischen Sprache, gehören diese vier verschiedenen Sprachfamilien an. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch in der Welt der indischen Filmproduktionen wieder.

Vom Regen in die Traufe

Vor gut mehr als zehn Jahren galten die Hindu-Streifen sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten von Amerika als ausgesprochen kitschig und langweilig. Die damaligen Filme behandelten nur kontroverse Themen wie z.B. Armut und Arbeitslosigkeit. In den industrialisierten Staaten konnte die Mehrheit sich nicht wirklich mit dieser Thematik identifizieren. Hingegen sind die indischen Streifen in den arabischen Staaten sowie in Teilen Afrikas bis heute stets von Erfolg geprägt. Bollywood änderte das Grundkonzept der Produktionen und setzte den Fokus auf musikalisches Begleitmaterial und tänzerische Einlagen. Eine Zeit lang herrschte in den Filmen ein ewiges Hin und Her zwischen leidenschaftlichen Tänzen in einem Meer aus Rosen und von Blut geprägten Kampfszenen in der dunkelsten Gosse. Teilweise konnte man die Aneinanderreihung der jeweiligen Szenen nicht wirklich nachvollziehen, da diese nicht ausgereift waren. Doch heute hat sich dieses Erfolgskonzept durchgesetzt. Indische Filmproduzenten setzen auf die thematische Vielfalt der Filme. Sie versuchen Themen wie Liebe, Hass, Eifersucht, Untreue, Ungerechtigkeit, Musik, Tanz und Familienstreitigkeiten in einen einzigen Hindistreifen zu packen. In den Bollywood-Studios führte dies zum großen Erfolg.

Die größte Filmproduktion der Welt

Wer hier statt zu amerikanischen Hollywoodfilmen eher zu indischen Filmen tendiert, hat bei Bollywoodstreifen eine ausgesprochen große Filmauswahl. An keinem anderen Ort der Welt werden so viele Filme gemacht, wie in Indien. Pro Jahr werden hier rund 1.000 Filme produziert, wovon etwa ein Drittel aus Bollywood stammt. Auch wenn es hier den Anschein erweckt hat, so werden in Bollywood keineswegs die zahlreichsten indischen Filme gedreht. Die meisten Hindi-Filme werden in den südlichen Teilen Indiens produziert, wenn auch nicht so erfolgreich, wie in der Filmwelt von Bolly-Wood. Gerade zur heutigen Zeit sind indische Movies vor allem in Ostasien, dem Mittleren Osten und in Teilen Afrikas weit verbreitet. Dort bietet das indische Filmstudio nicht nur Paroli sondern ist der direkte und teils stärkere Konkurrent von Hollywood.

Der Herzensbrecher der indischen Welt

Der gegenwärtig erfolgreichste indische Schauspieler ist der 1965 in Neu Delhi geborene Shahrukh Khan. Der aus einer muslimischen Familie stammende Superstar schaffte mit dem Film Deewana seinen absoluten Durchbruch. Bisher spielte er in mehr als 60 Filmen mit und produzierte bereits rund 7 Filme. Zu den erfolgreichsten Filmen gehört zum Beispiel ChakDe!. Der nahezu hundertfach ausgezeichnete Schauspieler wird sicherlich noch für eine sehr lange Zeit Bestandteil der Filmgeschichte bleiben. Zurzeit gibt es keinen Schauspieler mit solch einem hohen Beliebtheitsstatus. Seit 2007 wird er sogar bei Madame Tussauds als Wachsfigur ausgestellt. Was auch immer passiert, wir bleiben dran.

sel, 18.08.2008