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Independent-Filme |
Independentfilme sind zumeist "kleine" und mit geringen finanziellen Mitteln produzierte Filme, die daher oft ohne große Stars auskommen müssen - dafür aber kreative und unverbrauchte Geschichten abseits des Mainstream-Kinos bieten.
Independent vs Mainstream
Der Begriff Independentfilm entstand in den USA der 80er Jahre, als eine neue Generation von jungen Regisseure anfing Filme abseits der großen Studios zu realisieren und so eine Gegenbewegung zu den damaligen Blockbuster-Produtionen wie Der weiße Hai oder Krieg der Sterne etablierte. Einer dieser Filmrebellen war zum Beispiel Jim Jarmusch, der mit seinem ersten Langfilm Stranger Than Paradise (1984) für großes Aufsehen sorgte. Und auch der zeitgleich erschienene Film Blood Simple (1984) der Brüder Joel und Ethan Coen zeigte den Hollwoodproduzenten, dass man auch mit geringen Mitteln großartiges Kino auf die Leinwand zaubern kann. Doch der Vater des modernen Independentfilms war zweifelsohne John Cassavetes, der bereits seit den 70er Jahren mit Filmen wie Die erste Vorstellung (1977) oder Gloria (1980) die Arbeitsweise der jungen und unabhängigen Filmemacher stark beeinflusste.
Der Independent-Film wird Oscarreif
Ab Mitte der 80er Jahre erhielten immmer häufiger Independent-Regisseure mit Filmen wie Zimmer mit Aussicht (1986) oder Platoon (1986) einen Platz bei den Oscar-Verleihungen und zugleich erkannten auch immer mehr Zuschauer den großen Schauwert von innovativen Geschichten und stilistischen Experimenten. Mit Sex, Lügen und Video (1989) schaffte Steven Soderbergh - als erster Indie-Filmemacher überhaupt - den Sprung in die großen Multiplex-Kinos und zog mit seinem kleinen Meisterwerk ein ganz neues Publikum an. Einen weiteren Schub erhielt das Independentkino insbesondere durch Quentin Tarantinos Regiedebüt Reservoir Dogs (1991) und auch sein preisgekrönter Nachfolger Pulp Fiction (1994) sorgte für einen Millionenpublikum und stellte damit erneut unter Beweis, dass gutes Kino nicht von Geld abhängig ist, sondern von innovativen Ideen und Geschichten.
Indies erobern die Welt
Doch nicht nur in den USA versuchten junge Filmemacher mit wenig Geld ihre künstlerisch ambitionierten Ideen umzusetzen. In Deutschland begeisterten Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders und Werner Herzog mit ihren persönlichen Werken ein Publikum abseits des Mainstreams und auch Tom Tykwer sowie Wolfgang Becker debütierten mit kleinen und selbstproduzierten Werken. Zudem wusste der mexikanische Filmemacher Alfonso Cuaron mit seinem Indie-Road-Movie Y Tu Mama Tambien (2001) ebenso zu überzeugen, wie der Chilene Alejandro Amenabar mit Tesis (1996) oder die Neuseeländerin Niki Caro mit ihrem Drama Whale Rider. Insbesondere im skandinavischen Kino propagierten und etablierten die Filmemacher mit ihrem Dogma 95-Manifest ein Kino, dass fernab von Effekten und den wirklichkeitsfernen Realitätsfluchten Hollywoods bedacht war. Zu den bekanntesten Dogma-Vertretern gehört zweifelsohne Lars von Trier, der mit Geister (1994), Dancer in the Dark (2000) und Dogville (2003) das Independent-Kino ins neue Jahrtausend führte.
jov, 17.9.07 |
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