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Heist-Movies


Das Heist-Movie ist ein beliebtes Sub-Genre des Thrillers, dass von der Planung, Vorbereitung und der Durchführung eines spektakulären Diebstahls erzählt - wobei die Handlung aus dem Blickwinkel der Räuber gezeigt wird, die zumeist auch die Sympathieträger des Films sind.

Die Gentlemen-Verbrecher geben sich die Ehre

Rififi Obwohl Hollywood in letzter Zeit ein Monopol auf Heist-Filme zu haben scheint, denkt man etwa an Ocean's Eleven, The Score, Heist oder Inside Man, wurde der erste stilbildende Masterplan der Kinogeschichte von einem Franzosen ausgeheckt. Im Jahr 1955 setzte Jules Dassins seine diebischen Protagonisten in dem S/W-Klassiker Rififi auf ein Juweliergeschäft an und schuf mit seiner Nacht-und-Nebel-Aktion zugleich ein neues Genre, dass bis heute unzählige Nachahmungstäter rund um den Globus fand. In Großbritannien verleitete Regisseur Basil Dearden seine Gentlemen-Verbrecher zu einem Bankraub in Die Herren Einbrecher geben sich die Ehre (1959), in den USA schlich Cary Crant als flinker Juwelendieb John "Die Katze" Robie Über den Dächern von Nizza (1955) umher und auch Regie-Altmeister Stanley Kubrick konnte sich den neuen kriminalistischen Kabinettstückchen nicht entziehen und drehte mit Die Rechnung ging nicht auf (1956) seinen Beitrag zum neu entstandenen Genre.

Der perfekte Coup hat Hochkonjunktur

Thomas Crown ist nicht zu fassen In den 60er und 70er Jahren erlebten Heist-Movies einen wahren Boom und auch ihrem Schöpfer Jules Dassins schien es wieder in den Fingern zu jucken. Doch anstatt erneut einen kleinen Juwelier um seine Schmuckstücke zu erleichtern, sollte seinem listigen Team mit dem Diebstahl eines unbezahlbaren und mit Juwelen besetzten Dolchs aus dem Topkapi-Palast in Istanbul der ganz große Coup gelingen. Nicht minder spektakulär und atemberaubend verlief auch der Goldraub von Michael Caine in dem britischen Kultfilm Charlie staubt Millionen ab (1969) sowie der von Robert Redford und Paul Newman großangelegte und minutiös geplante Bluff in Der Clou (1973). Als absoluter Top-Mastermind der 70er Jahre erwies sich allerdings Steve McQueen, der in dem zeitgeheiligten Klassiker Thomas Crown ist nicht zu fassen die Planung und Umsetzung seines Verbrechens bis zur Perfektion durchführte.

Die Wiederentdeckung alter Zeiten

Heat Die Faszination für das perfekte Verbrechen geriet in den 80ern allerdings ein wenig aus dem Fokus der Filmemacher und so bereicherten nur wenige Heist-Movies, wie etwa Der Boß (1985) oder Family Business (1989), die filmhistorische Verbrecherkartei. Doch der kinematographisch magere Output an kühnen Plänen und gerissenen Gentleman-Ganoven änderte sich in den 90er Jahren wieder zum Positiven. Während die meisten Regisseure in ihren Filmen, wie beispielsweise Michael Mann in seinem starbesetzten Meisterwerk Heat (1995) oder John Frankenheimer in seinem intrigenreichen Geniestreich Ronin (1998), immer spektakulärere und noch nie zuvor dargebotene Raubzüge auf die Leinwand brachten, ist das neue Jahrtausend von zahlreichen Remakes vergangener Klassiker geprägt.

2001 ließ Steven Soderbergh den amerikanischen Meisterdieb der 60er Jahre, Danny Ocean, abermals ein Team von Spezialisten in Ocean's Eleven aufstellen und drei Jahre später schlüpfte oscarpreisträger Tom Hanks in die Rolle des genialen und schrulligen Professor Dorr, um in Ladykillers (2004), dem gleichnamigen Remake von Alexander Mackendricks Heist-Klassiker aus dem Jahr 1955, erneut den Tresorraum des New Orleans Riverboat Casinos auszuräumen. Und ein Ende des beliebten Genres ist noch lange nicht in Sicht.

jov, 14.9.07