Das Glücksspiel ist wohl schon so alt wie die Menschheit selbst, so würden wohl nicht wenige behaupten, das Leben selbst sei ein Spiel, welches auf purem Glück basiert.
Das kommerzielle Spiel mit dem Zufall scheint dem Menschen die nötige Mischung aus Unterhaltung und Nervenkitzel zu geben, ungeachtet der vielen Gefahren, die in den Untiefen beispielsweise eines Casinos lauern.
Nicht zuletzt der gesellschaftliche Massentrend, bei hohen Jackpots Lotto zu spielen, verweist auf einen tief verwurzelten Glauben an die Möglichkeit, doch vielleicht etwas zu gewinnen, selbst wenn die Chance nur bei 1: 139.838.160 (6 aus 49 + Superzahl) steht.
Der Glanz der Scheinwelt auf Zelluloid
Der ewige Trend zum Glücksspiel in all seinen glänzenden und klingenden Formen findet sich ebenfalls vielfach auch im Filmgeschäft wieder, in dem das populäre Thema oft Gegenstand und Begierde der Handlung ist.
In dem Psychodrama Leaving Las Vegas (1995) von Mike Figgis geht es um den im Leben gescheiterten Drehbuchautor "Ben" (Nicholas Cage, der dafür mit dem Oscar ausgezeichnet wurde), welcher sich daraufhin das Ziel setzt, nach Las Vegas, dem Olymp des Glückspiels, zu fahren, um sich dort zu Tode zu trinken. Während seines Plans verliebt er sich in die Prostituierte "Sera" (Elisabeth Shue), die ihm verzweifelt beisteht und ihn bei seinen ruhelosen nächtlichen Streifzügen in der Glitzermetropole begleitet.
Steven Soderberghs Oceans Eleven (2001), das stargespickte Komödienremake von "Frankie und seine Spießgesellen" mit dem legendären "Rat Pack", erzählt die Geschichte des Gauners "Danny Ocean" (George Clooney), der mit Hilfe seiner Bande (u.a. Brad Pitt, Matt Damon und Casey Affleck) auf raffinierte Weise den Tresoraum des berühmten Casinohotels "Bellaggio" von Besitzer "Benedict" (Andy Garcia) ausrauben will.
Wesentlich brutaler geht es in dem zweifach Oscar nominierten Gangsterdrama Casino (1995) des italoamerikanischen Regisseurs Martin Scorsese mit Robert De Niro, Joe Pesci und Sharon Stone zu, der das mafiöse Leben hinter den Kulissen des Las Vegas der 70er und 80er Jahre beschreibt, wobei das kriminelle Glücksspielsystem sich am Ende selber durch Gier und Machtwahn zerstört.
Literarische Einsätze
Auch im literarischen Bereich findet sich immer wieder das Motiv des Strebens nach Glück im Spiel.
Las Vegas. Bekenntnisse eines Spielers des verstorbenen US-Autor Mario Puzo (u.a. "Der Pate") befasst sich mit den zahlreichen fehlgeleiteten Halbweltfiguren der Glitzerwelt, die jede für sich versucht, durchs verlockende Glücksspiel wie etwa Roulette, Poker, Black Jack oder Baccara zu etwas persönlichem Glück zu kommen.
Der britische Autor Ian Fleming schuf mit dem ersten Teil der kultigen James Bond-Saga, Casino Royale (1953), ein wesentlich positiveres und angenehmeres Bild vom Spiel um das Geld, indem er den lässigen Spieler Bond in einem riskanten, aber auch amüsanten Baccara-Spiel im Casino gegen den feindlichen Agenten Le Chiffre antreten lässt.
Etwas näher an die Praxis geht Sieghard Müller mit seinem 130-Seiten-Werk Roulette. Der Weg zum Erfolg. Der Ratgeber für die Praxis, dass nicht mit einem wirklichen Spielsystem, dafür aber mit praktischen Tipps in puncto Psychologie und Methodik aufwartet, die, indem man sich selber im richtigen Moment zügelt, beim Spiel zum "Gewinnertypen" machen könnten.
Selbst ist der Spieler
Selbst der Gamesektor macht nicht Halt vor dem Spiel-Phänomen, so bietet er doch die Sicherheit des virtuellen Raums, um so seinen Spieltrieb zu befriedigen ohne hohe reale Summen zu verlieren.
Casino Inc. (2003) von Konami lässt den doppelt gemeinten "Spieler" in die Rolle eines Casinomanagers schlüpfen, der ein Spiel-Etablissement aufbaut und überwacht, das in einer interaktiven comichaften 3D-Umgebung verschiedene Situationen durchlebt.
Ein ähnlicher Titel ist die Wirtschaftsimulation Las Vegas Imperium (2003), die mit einer großen Auswahl an Gegenständen wie Spielautomaten und Tischen aufwartet, mit denen die vergnügungssüchtigen Casino-Besucher beglückt werden können, um so der Herr auf dem "Las Vegas Strip" zu werden.
jaki, 03.01.08 |