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Exploitation-Movies


Das Exploitation-Kino ist zurückgekehrt! Denn spätestens seit Death Proof (2007) und "Planet Terror" (2007) von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez erfährt das B-Movie-Kino ein rasantes, retro-futuristisches Revival. Mit körniger Optik, ausgeblichenen Farben, fleckigen Bildern und teilweise fehlenden Szenen entführen die beiden Ikonen des postmodernen Kinos die Zuschauer in eine bizarre Welt aus Zombies, Sex, Martial Arts und blutigen Schockeffekten - und setzen dem Exploitation-Kino der 70er und 80er Jahre zugleich ein grandioses wie aberwitziges Denkmal.

Blaxploitation

Ein Fall für Cleopatra Jones Im Zuge der Bürgerrechtsbewegung der afro-amerikanischen Bevölkerung gegen Ende der 60er Jahre kamen erstmalig Filme in die Grindhouses, die von überwiegend schwarzen Schauspielern und Regisseuren geprägt waren und als so genannte Blaxploitations in die Kinogeschichte eingingen. Ihre weiblichen Stars waren die Schauspielerinnen Pam Grier, die als Foxy Brown (1973) zur Blaxploitation-Queen par excellence avancierte, und Tamara Dobson, die in Ein Fall für Cleoprata Jones (1973) die Männerwelt kräftig aufmischte. Zu ihrem männlichen Pendant wurde der Schauspieler Richard Roundtree erkoren, der in Shaft (1971) sowie den Sequels Shaft - Liebesgrüße aus Pistolen (1972) und Shaft in Afrika (1973) den Begriff Coolness neu definierte. Knapp 30 Jahre später versuchte sich Hollywood mit Shaft: Noch Fragen? (2000) erneut an dem Stoff und diesmal spielte Samuel L. Jackson den gleichnamigen Neffen von John Shaft.

Sexploitation

SuperVixen Parallel zu der Blaxploitation-Welle eroberten gegen Ende der 60er Jahre auch zahlreiche Sexploitationkracher die Grindhouses. Mit all ihren bizarren Spiel-, Ab- und Unterarten, wie den Woman-in-Prison-Filmen, den Nunsploitations oder den japanischen Pinku-eigas, sorgten sie stets für lustvoll überstilisierte Softcore-Fantasien und bescherten dem Exploitation-Kino ein weiteres Subgenre. Während Russ Meyer mit seinen unzähligen Doppel-D-Streifen (Vixen!, Im tiefen Tal der Superhexen oder Ultra Vixen) zum Superstar des amerikanischen Sexploitation-Films wurde, führten in Europa vor allem die Luststreifen von Jess Franco (Vampyros Lesbos, Female Vampire oder Frauengefängnis ) sowie die Schulmädchen-Report-Reihe das Sexploitation-Genre ein. Für eine weitere Verquickung von Sex und Gewalt sorgten ebenso die unzähligen Pinku-eigas aus Japan. Dass es selbst hier cineastische Perlen zu entdecken gab, bewiesen zum Beispiel Im Reich der Sinne (1978), Tokyo Dekadence (1991) oder zuletzt The Glamorous Life of Sachiko Hanai (2004).

Zombies, Kannibalen und Shock Exploitation

The Last House on the Left Wes Craven, der spätere Regisseur von Scream (2002), bereicherte das Exploitation-Genre mit The Last House On The Left (1972) um einer weitere subversive Spielart: den Rape and Revenge-Film. Zum Aushängeschild dieser Untergattung wurde allerdings "Ich spuck auf dein Grab" (1978), dem 12 Jahre später sogar die Ehre einer Fortsetzung mit Ich spuck auf dein Grab 2 (1990) zu Teil wurde. Nicht minder schockierend und provokativ war auch Muttertag (1980) aus dem Hause Troma, dass sich zudem für zahlreiche Kannibalen-Exploitationkracher verantwortlich zeigte. Den Auftakt dieser Reihe von Filmen bildete allerdings Umberto Lenzis' Mondo Cannibale (1972), der von einem Fotografen handelte, der im birmanischen Dschungel von einem Kannibalenstamm verschleppt wird. Weitere hilflose Opfer fanden die Menschenfresser in Die weiße Göttin der Kannibalen (1977), Cannibal Terror (1980) und Nackt unter Wilden (1983). Dem italienischen Regisseur Marino Girolami waren dagegen Kannibalen allein nicht genug und so schmiss er in Zombie Holocaust (1980) das Anthropophagen-Genre mit dem Zombiefilm in einen großen Topf.

jov, 9.10.07