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Eastereggs - Die großen geheimen Überraschungen beim Film


In vielen Filmen und Serien gibt es sie zu entdecken, aber nur, wenn man genau darauf achtet. Manchmal erscheinen sie in Form von Promi-Gastauftritten, versteckten Botschaften oder einfach auch als geniale filmische Kunstgriffe. Die Rede ist von so genannten "Eastereggs", die wohl bereits seit Beginn des Filmzeitalters von den Schaffenden eingebaut werden, um so dem Ganzen sozusagen noch einen letzten persönlichen Stempel aufzudrücken. Oftmals unbemerkt von den Produzenten und Hauptverantwortlichen. Der Hype, den manche solcher versteckten Eastereggs auslösen, dient gerade durch die schnelle Verbreitung per Internet sicherlich oftmals auch dem Erfolg des jeweiligen Films.

Spiel mir den Blues

Blues Brothers Einige der wohl populärsten Beispiele für Eastereggs dürfte das Kriegsfilmmeisterwerk Apocalypse Now (1979) von Francis Ford Coppola enthalten: So ist da ein kurzer Gastauftritt ("Cameo" genannt) von Harrison Ford als Assistent "Luke" des Colonels (als Hommage an Luke Skywalker aus "Star Wars") der ein Namenszug namens "G Lucas" (George Lucas ist der Regisseur von Star Wars) trägt. In einer anderen Szene dreht ein Regisseur einen Dokumentarfilm über den Vietnamkrieg während einer realen Schlacht im Film. Dieser Regisseur ist niemand geringerer als Coppola selber. Im Horrorfilm Alien der im selben Jahr produziert wurde, gibt es eine Szene, in der die Besatzung des Raumschiffs "Nostromo" dem empfangenen SOS-Signal nachspürt. In dem Moment, in dem sie auf das versteinerte Alien im fremdartigen Cockpit trifft, wurde sie nicht mehr von den eigentlichen Schauspielern verkörpert, sondern von den Kindern des Regisseurs Ridley Scott, damit das Filmset noch größer und bedrohlicher wirkte. Ein eingebauter Filminsider also. Ein Easteregg der romantischen Art hingegen ist in der Musik-Roadtrip-Komödie Blues Brother (1980) zu finden: Auf die Brücke, unter der die Blues Brothers John Belushi und Dan Aykroyd ihr Auto versteckt haben, sind mehrere Graffiti gesprüht, die unter anderem "John *heart* Debbie" als Thema haben. Dies ist ein Tribut des Regisseurs des Films, John Landis, an seine geliebte Frau Deborah. Einer der erfolgreichsten Filme Steven Spielbergs, E.T. Der Außerirdische (1982), beinhaltet ebenfalls einige Überraschungen. So sieht man zum Beispiel gleich zu Beginn, bei genauer Betrachtungsweise, wenn E.T. durch den Wald verfolgt wird, dass einige Bäume im Hintergrund bewegende Gesichter haben!

Zurück zur Überraschung

Zurück in die Zukunft Auch in der sehr beliebten SciFi-Komödien-Trilogie Zurück in die Zukunft (1985/89/90) mit Michael J. Fox gibt es zahlreiche filmische Überraschungen: Ohne wirklich aufzufallen, wird dem Zuschauer unter andererem gleich zu Beginn des Films ein solches Easteregg vor die Nase gesetzt. Wenn die Kamera durch Doc Browns (Christopher Lloyd) Wohnung fährt, vorbei an den ganzen verschiedenen Uhren, dann erkennt man auch ein Miniaturmodell der berühmten Rathausuhr inklusive einer daran hängenden Figur des Docs. Dies verrät das Highlight des Films direkt am Anfang! Eine ehrende Hommage an einen berühmt-berüchtigten filmischen Vorgänger hat der Haischocker Deep Blue Sea (1999) von Renny Harlin zu bieten: In einer Szene wird einem Tigerhai ein Nummernschild entnommen, das die gleiche Nummer wie das Schild aus dem Magen des toten Tigerhais in "Der weiße Hai" (1975) von Steven Spielberg hat: "72 - 73 Louisiana 007 981". Der Millionen teure Blockbuster Pearl Harbor (2001) von Michael Bay über den japanischen Angriff auf einen US-Hafen im Zweiten Weltkrieg wartet hingegen mit einem unvermuteten Cameo auf: Sowohl in der Szene, in der der mitwirkende Schauspieler Cuba Gooding Jr. auf dem Schiff boxt, als auch wenn Kate Beckinsale als Krankenschwester die Verletzten aussortieren muß, ist im Hintergrund der Actionstar Bruce Willis zu sehen.

Finden Sie das Easteregg

Findet Nemo Die Gaunerkomödie Catch me if you can (2002) mit Tom Hanks und Leonardo DiCaprio lässt den ECHTEN Frank Abagnale (auf dessen trickreichen Untaten der Film beruht) als Tribut an ihn den Film-Abagnale (DiCaprio) in Gestalt eines französischen Polizisten festnehmen. Findet Nemo (2003), der fischreiche Animationsspaß der Pixarstudios, deckt mit seinen Eastereggs fast die gesamte Palette anderer Pixarfilme ab: So ist in den Szenen, in der Nemo aus der Zahnarztpraxis flieht, ein "Pizza Planet"-Lieferwagen ("Toy Story"), innerhalb der Praxis ein Mobile aus "Die Monster AG" und auf einem Regal eine "Buzz Lightyear"-Puppe (ebenfalls "Toy Story") und im Warteraum ein Junge mit einem japanischen "Mr. Incredible"-Comicheft (als Werbung für den 2004 erschienenen Pixarfilm "Incredibles Die Unglaublichen"), zu entdecken. Schlussendlich bietet das Monsterfilm-Remake King Kong (2005) von Peter Jackson eine äußerst dezente, aber sehr humoristische Überaschung für den aufmerksamen Cineasten. Während der Funker-Matrose auf dem Schiff, dass sich auf dem Weg nach Skull Island, der Heimat King Kongs befindet, eine Morse-Nachricht empfängt, die angeblich die Verhaftung des umtriebigen Regisseurs (Jack Black) befiehlt, besagt sie doch in Wahrheit laut der echten Morsesprache: "Show me the monkey" ("Zeig mir den Affen")!

jaki, 07.11.07