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Drogenfilme - das Kino im Rausch


Die verschiedensten Formen von Drogen sind fast seit Anbeginn der Menschheit im Umlauf, so dass sich diese teilweise tief in den weltweiten Gesellschaften und Kulturen verankert haben, ungeachtet der vielen medizinischen, psychischen, sozialen und finanziellen Gefahren. Das mag vielleicht auch den faszinierenden Zwiespalt der Menschen erklären, die trotz aller Vorsicht immer ein großes Interesse am Thema "Drogen" zeigten, ähnlich wie bei anderen Tabuthemen wie "Kriminalität" (speziell Mord, siehe z.B. Kriegsfilme, Thriller etc.), "Sex" oder etwa "Tod". So entstanden im Laufe der Filmgeschichte einige sehr interessante Zelluloid-Vertreter, die zumeist mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugleich den Rausch und den Absturz von Drogenkonsumenten und -abhängigen zeigten und damit wie immer ein Teil des Spiegels der realen Gesellschaft geworden sind.

Kokain, Poppers, LSD und Mescalin

Fear and Loathing in Las Vegas Einer der berühmtesten Vertreter ist zweifelsohne Fear and Loathing in Las Vegas (1998) von Terry Gilliam nach einem Tatsachenbericht des Schriftstellers Hunter S. Thompson. Der Film erzählt die Geschichte eines Reporters (Johnny Depp), der, begleitet von seinem Anwalt (Benicio Del Toro), über ein Motocross-Rennen in der Wüste bei Las Vegas berichten soll, aber durch exzessiven Konsum von Drogen aller Art (inklusive Äther, was zu alptraumartigen Bildern auf einem Jahrmarkt führt) letzten Endes daran gehindert wird. Die expressionistischen Nachher-Bilder der verwüsteten Hotelzimmer sind wohl einige der bekanntesten cineastischen Eindrücke jemals geworden. Die Kifferkomödien um die beiden Freunde Cheech & Chong - Jetzt raucht überhaupt nichts mehr (1983) sind ebenfalls zu Klassikern des Genres geworden, so bieten die Abenteuer der beiden (Richard Marin und Thomas Chong) doch vordergründig die typischen Klischees des "Stoner-Movie" wie diverse komische Kiffer-Stereotypen, allerdings zeichnen die Komödien auch ein detailliertes Sittengemälde der späten 70er, in denen besonders das Ausprobieren aller möglichen Spielarten in der Gesellschaft teilweise idealisiert wurde. Mit dem Episodendrama Traffic - Macht des Kartells (2000) gelang Steven Soderbergh ein tiefgründiges vierfach Oscar prämiertes Meisterwerk, dass zum einen die Vertriebswege der Drogen in die USA beleuchtet, zum anderen den enormen Einfluss auf die gegenwärtliche amerikanische Kultur aufzeigt. Der Film verstrickt die Erlebnisse zweier Anti-Drogenagenten (Don Cheadle/Luis Guzmán), eines mexikanischen Polizisten (Benicio Del Toro), einer amerikanischen Familie, dessen Vater zukünftiger Stabschef der Nationalen Drogenbekämpfung werden soll (u.a. Michael Douglas und Erika Christensen) und der Frau eines Drogenbarons (Catherine Zeta-Jones).

Cannabis, Alkohol, Äther und Heroin

Leaving Las Vegas Um die legitimierte Massendroge Alkohol geht es in dem Filmdrama Leaving Las Vegas (1995) von Mike Figgis, dass die letzten Wochen eines zum Alkoholiker gewordenen Ex-Drehbuchautors (Nicholas Cage, der für seine Darstellung den Oscar erhielt) schildert, der sich in der Glückspielmetropole, die scheinbar gerne als ultimativer US-Sündenpfuhl genommen wird, zu Tode trinken will und dabei von einer Prostituierten (Elisabeth Shue) begleitet wird. Gerade durch die zart blühende, aber hoffnungslose Liebe zwischen den beiden und den bedrückenden dunklen Stunden von "Ben" wirkt das Drama besonders intensiv und erschütternd. Ein weiterer Vertreter des "Stoner-Movie" ist die abgedrehte Komödie Half Baked (1997) mit Dave Chapelle ("Thurgood Jenkins/Sir Smoke-a-Lot"), Guillermo Diaz ("Scarface"), Rachel True ("Mary Jane Potman") und Clarence Williams III ("Samson Simpson"). In dieser müssen drei Abhäng-Kumpels ihren Freund aus dem Gefängnis holen, wofür sie aus dem Handel mit Marihuana Geld ziehen, um dies zu ermöglichen, was ihnen einigen Ärger mit der Polizei und einem anderen gewalttätigen Drogendealer einbringt. Basierend auf der Lebensgeschichte des George Jung, der in den 70er und 80er Jahren als einer der größten Drogendealer in den USA galt, ist der Film Blow (2001) von Ted Demme mit Penélope Cruz, Franka Potente und Ray Liotta ein Abbild des konsum- und drogenfreudigen Amerika besonders im prominenten Medien- und Unterhaltungsbereich geworden, in dem besagter Drogendealer (dargestellt von Johnny Depp) an seiner Arbeit und seinem Eigenverbrauch zerbricht und schlußendlich zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wird.

Tabak, Adrenochrom, Ecstasy und Kath

Lammbock - Alles in Handarbeit Auch der deutsche Film hat diverse Beiträge zum Thema Drogen geliefert. So etwa die vor Filmzitaten strotzende (u.a. Pulp Fiction, True Romance und Clerks) Komödie Lammbock - Alles in Handarbeit (2001) mit Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorowicz und Marie Zielcke, in der zwei redefreudige Freunde einen florierenden Marihuana-Handel betreiben, der als bürgerlicher Pizzaservice getarnt ist. Dieser bringt den Beiden allerdings neben einigem Spaß auch große Probleme mit der Justiz und sich selber ein. Im Gegensatz dazu ist das wahre Biographiedrama Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981) von Uli Edel ein erschütternder Beitrag, der den real gewordenen Alptraum eines deutschen Mädchens (hier von Natja Brunckhorst vertreten) erzählt. Gerade 14-jährig, gerät Christiane in einen Strudel von harten Drogen, Prostitution und Gewalt, dem sie nach dem Tod einer gleichaltrigen Freundin allerdings unter großen Schwierigkeiten entkommen kann. Durch die provozierend detaillierten und offenen Bilder des Fixens und des Entzugs ist es zu einem filmischen Mahnmal gegen den Drogenmissbrauch und dem daraus resultierenden sozialen Abstieg geworden.

jaki, 06.03.08