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Buddy Movies


Buddy Movies heißen in den USA die Filme, in denen zwei unterschiedliche Charaktere im Lauf des Films zu dicken Freunden werden. Ob Bud Spencer & Terence Hill, Laurel & Hardy oder Mel Gibson und Danny Glover in der Lethal Weapon-Reihe - die Kumpel-Filme sind seit den späten 80ern fester Bestandteil Hollywoods. Übrigens kommen auch weibliche Buddies auf der Leinwand gut an - siehe Thelma & Louise (1998) oder auch die schlagkräftigen Bandidas (2006) in Form von Salma Hayek und Penélope Cruz.

Die Pioniere des Buddy Movies

Ein seltsames Paar Es waren vor allem die großen Komikerduos der Filmgeschichte, die den Weg für das heutige Buddy Movie ebneten. Carl Schendstrom und Harald Madsen alias Pat und Patachon gaben bereits seit den 20er Jahren ein unzertrennliches und doch völlig diametral entgegengesetztes Filmduo ab, dass in unzähligen S/W-Klassikern für reichliche Turbolenzen auf und nicht enden wollende Lachsalven vor der Leinwand sorgte. Auf eine ebenso magischen Art und Weise agierten auch Stan Laurel und Oliver Hardy sowie Jerry Lewis und Dean Martin in unzähligen Filmen miteinander. Doch Abseits des Sets gingen die vermeintlich "Besten Freunde" oft getrennte Wege (Pat & Patachon) oder entzweiten sich im Streit (Lewis & Martin) völlig voneinander. Harmonischer ging es hingegen bei Jack Lemmon und Walter Matthau oder dem Franzosen Fernandel und dem Italiener Gino Cervi alias Don Camillo und Peppone zu. So stand das kongeniale Duo Lemmon & Matthau auch noch 30 Jahre nach ihrem ersten Erfolgsauftritt in Ein seltsames Paar (1968) für die Fortsetzungen Ein verrücktes Paar (1993) und Der dritte Frühling (1995) gemeinsam vor der Kamera.

Doch nicht nur im Kino lieferten sich die unfreiwilligen Paarbindungen heftige Wortgefechte und handfeste Auseinandersetzungen, auch das Fernsehn erkannte in den 70ern das immense Potential des "Buddy Movies" und bescherte seinen Zuschauern Serien wie Starsky und Hutch (1975-79) oder Männerwirtschaft (1970-75).

Das goldene Jahrzehnt

Nur 48 Stunden In den 80er und 90er Jahren feierte das "Buddy Movie" seine Blütezeit. Den Auftakt bildete zweifelsohne Walter Hills Actionkomödie Nur 48 Stunden (1982), in der sich der ewig quasselnde Eddie Murphy und der grimmige Nick Nolte zusammenraufen müssen, um einen gefährlichen Killer zu fangen. Bereits zwei Jahre später verspürte Murphy sein verbales Feuerwerk in einem weiteren Klassiker des Genres: Beverly Hills Cop (1984). Und natürlich zog der immense Erfolg des Films zwei weitere Fortsetzungen nach sich. Während Beverly Hills Cop II (1987) mit großem Aufwand gedreht wurde und ebenfalls ein Millionenpublikum in die Kinos lockte, konnte Beverly Hills Cop III (1994) die hohen kommerziellen Erwartungen nicht mehr ganz erfüllen. Dagegen kam mit Richard Donners Actionkomödie Lethal Weapon (1987) ein "Buddy Movie" in die Kinos, dass alle Erwartungen übertraf und der finanziell erfolgreichste Film des Jahres 1987 wurde. Seitdem ermittelte das Erfolgsduo Gibson & Glover in bisher drei weiteren Forstsetzungen. Im selben Jahr versuchte sich auch Walter Hill an einem weiteren "Buddy Movie" und schickte diesmal Arnold Schwarzenegger als russischen Polizisten und James Belushi als amerikanischen Cop in dem Actionkracher Red Heat (1988) auf die gemeinsame Verbrecherjagd. Weniger Actionreich, dafür aber umso komischer, ging es dagegen in John Hughes' grandiosem Klassiker Ein Ticket für Zwei (1987) und in Ivan Reitmans Buddy-Komödie Twins (1988) zu.

Dicke Freunde bis ins neue Jahrtausend

Bad Boys Und auch in den 90ern begeisterten weitere "Kumpel-Filme" die Kinozuschauer rund um den Globus. Will Smith und Martin Lawrence sorgten beispielsweise in Bad Boys (1995) für kernige Sprüche und jede Menge Action. Belohnt wurden sie dafür bei den MTV Movie Awards mit der Auszeichnung als "Bestes Film-Duo". Den selben Preis bekamen auch Chris Tucker und Jackie Chan, die in Rush Hour (1998) als unfreiwilliges Paar einen Kidnapper zur Strecke bringen sollen. Im neuen Jahrtausend ließ das Remake Starsky & Hutch (2004) die gleichnamige TV-Serie aus den 70ern neu aufleben und Smith & Lawrence traten für Bad Boys II (2003) erneut vor die Kamera. Dass ein Buddy-Film nicht zwangsläufig auch ein Actionfilm sein muss, stellten zuletzt die brillianten Komödien Blues Brothers 2000 (2000), Sideways (2004) und Born To Be Wild (2006) unter Beweis.