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Aerzte-Serien - Unterhaltung im weißen Kittel


Wenn der Gesundheitszustand des eingelieferten Patienten bedrohlich schwankt, der neue Pfleger mit der Oberärztin flirtet und am Ende doch (fast immer) alles relativ gut ausgeht, dann befinden wir uns im beliebten Genre der "Ärzte-/Krankenhausserien". Hier können sich die bewährten Elemente Liebe, Trauer, Witz und Dramatik zu einem belebenden Rezept der Unterhaltung vermengen, das in vielen TV-Reihen über den seriösen Berufsstand des Mediziners angewandt wird.

Ärzte im Allgemeinen

Scrubs Es gibt Arzt-Serien, in denen möglichst korrekt versucht wird, den medizinischen Alltag darzustellen wie etwa in der ZDF-Serie Die Rettungsflieger (seit 1997, 108 Folgen), in der fiktive Einsätze eines Rettungshubschraubers anschaulich mit Hilfe einer unterhaltenden Rahmenhandlung um die attraktive Oberstabsärztin Dr. Sabine Petersen (Marlene Marlow) und ihrem Team erzählt werden. Praxis Bülowbogen (1987-1996, 107 Folgen) ist wohl eine der bekanntesten deutschen Vorabendserien und befasst sich mit den Erlebnissen des sympatischen Berliner Praxis-Doktoren Peter Brockmann ("Kodderschnauze" Günther Pfitzmann, u.a. "Emil und die Detektive"), der neben seinen Patienten auch mit seinen mitunter turbulenten Familienverhältnissen zurecht kommen muss, dabei aber nie seine Menschlichkeit verliert.

Der ganz normale Klinikwahnsinn

Emergency Room Fernseh-Serien, die sich vorwiegend um den Krankenhausalltag drehen, sind vor allem die Erfolgsproduktion Emergency Room (seit 1994, 300+ Folgen) über ein fiktives Chicagoer Klinikum, die gekonnt innovative Erzählmuster wie episodenübergreifende Erzählstränge mit neuer Kameratechnik und überzeugenden Schauspielern (u.a. George Clooney, Mekhi Phifer, Goran Vi¨njić und Anthony Edwards) einsetzt und dafür nicht von ungefähr mit bisher 22 Emmys ausgezeichnet wurde, die populäre Sitcom Scrubs - Die Anfänger (seit 2001, 145+ Folgen) um Comedian Zach Braff, die die Ängste und Probleme junger Klinikärzte in ein deutlich humoristisches Licht stellt und vor allem von den teils abstrusen Gedankenwelten der Protagonisten lebt und die ebenfalls preisgekrönte Serie Grey´s Anatomy - Die jungen Ärzte (seit 2005, 71+ Folgen) um die Hauptfigur Meredith Grey (Ellen Pompeo), die das dramatische Leben von mehreren Assistenzärzten am "Seattle Grace Hospital" schildert. Ein Urgestein findet sich hier mit der ZDF-Serie Die Schwarzwaldklinik (1985-1989, 2004-2005, 73 Folgen) mit Klausjürgen Wussow, Gaby Dohm und Sascha Hehn, die mit der einleitenden Titelmusik von Martin Böttcher (u.a. Filmmusik für "Winnetou") zahlreiche Geschehnisse um Liebe und Arbeit erzählte.

Besondere Doktoren

Ein Heim für Tiere Etwas ungewöhnlicher geht es in Dr. Quinn - Ärztin aus Leidenschaft (1993-1998, 150 Folgen) zu, da diese im "Wilden Westen" spielt und die engagiert-mutige Dr. Quinn (gespielt von Jane Seymour) mit Problemen der Vergangenheit und Gegenwart (wie Vorurteile, Rollenverständnis etc.) und historischen Geschehnissen (General Custers Indianerkriege) zu kämpfen hat. Die amerikanische Produktion M*A*S*H (1972-1983, 251 Folgen) ist ein Kult gewordener Spaß um ein im Koreakrieg beheimatetes Feld-Lazarett, das mit zynisch-heiteren Ärzten "Hawkeye Pierce" und "Trapper McIntyre") und beschränkten Militaristen einen ironischen Blick auf den Wahnsinn Krieg legt. Mit der 80-teiligen Serie Ein Heim für Tiere (1984-1991) um den gemütlichen Tierarzt Dr. Willi Bayer (Siegfried Wischnewski) fand auch das beim Publikum beliebte Motiv der Tierpflege (wie auch schon in "Daktari" und "Der Doktor und das liebe Vieh") seinen Einzug in dieses TV-Genre.

jaki, 10.12.07