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Tauschen bereichert: hitflip


CDs, DVDs, Spielen und Hörbüchern ist eines gemein: Nicht alle sind so spannend, dass man sie mehrmals anschauen oder hören möchte. Das und eine Seite aus den USA, die als Vorbild diente, brachte die drei Gründer von hitflip auf die zündende Idee: Es müsste eine Seite geben, auf der man solche Medien einstellen und gegen andere tauschen kann. Wer dort tauscht und was eine gute Geschäftsidee ausmacht, darüber sprachen wir mit dem e-fellow und Gründer Gerald Schönbucher (29).

Auf die Frage, wie man auf Ideen für eine Unternehmensgründung kommt, gibt es viele verschiedene Antworten. Eines wird dabei immer wieder deutlich: Die besten Einfälle kommen oft eher zufällig und im Alltag. So auch Anfang 2005 bei Gerald und seinen drei Kommilitonen in der Promotionsphase: "Es war einer dieser Nachmittage, an denen man sich um alles andere, nur nicht um die eigene Diss kümmern möchte", erinnert er sich. Viel besser erschien es den drei findigen WHU'lern dagegen, gemeinsam über eine Idee nachzudenken, die sie in einem Newsletter schon einmal entdeckt hatten: In den USA gab es eine Online-Tauschbörse für DVDs; "das wäre doch auch was für den deutschen Markt, dachten wir uns sofort," so Gerald. Der Prototyp war in wenigen Monaten entwickelt, die erste funktionsfähige Version kam Mitte Juni 2005 zum Launch.

Winnie Puuh gegen L.A. Nights
Heute ist hitflip Europas führende P2P-Tauschplattform für Medienprodukte. Über 300.000 verschiedene Medien stehen zur Auswahl, stündlich kommen neue dazu. Das Prinzip ist ganz einfach: Der Tauschartikel wird auf der Website von hitflip eingestellt. Nach einer Aufforderung eines Interessenten kann das Angebot versendet werden, dafür bekommt der Verkäufer dann so genannte Flips. Flips sind die Verrechnungseinheiten bei hitflip. Mit den Flips kann man neue DVDs, Spiele, CDs, Bücher oder Hörbücher erhalten. Wer also in seinem Schrank eine "Winnie Puuhs Bilderbuch"-DVD findet und dafür gerade keinen Bedarf hat, kann vielleicht "L.A. Nights" im Gegenzug ergattern.

"Wenn Oliver denkt, die Idee taugt was..."
Die gute Idee ist das eine, die dazu passende Entwicklung das andere - und das Bekanntwerden nochmal etwas anderes. Wie haben es die hitflip-Gründer geschafft, zur größten Tauschplattform zu werden? Gerald: "Wir haben natürlich am Anfang stark auf virales Marketing gesetzt und key words auf Google gekauft." Geholfen hat uns zudem das WHU-Netzwerk. Gerald selbst pflegt freundschaftlichen Kontakt zu Oliver Samwer, einem der drei Samwer-Brüder, die mit dem European Founders Fund ja inzwischen selbst als Investoren aktiv sind. Gerald: "Das Gute daran: Wenn Oliver denkt, die Idee taugt etwas, dann hat diese Reaktion Signalwirkung auf andere Investoren." Dementsprechend liest sich die Liste der Kapitalgeber von hitflip mittlerweile wie das Who-is-Who der deutschen web 2.0-Gründerszene.

Abschalten geht nicht mehr
Gerald hat vor der hitflip-Gründung zahlreiche Praktika in großen Unternehmen gemacht. Diese Konzernpraktika haben ihm immer wieder gezeigt, dass die Karrierepfade meist sehr klar vorgegeben sind. Gerald: "Das ist sicher gut für viele. Doch wenn man mehr machen oder andere Dinge kombinieren möchte als die üblichen, geht das häufig nicht." Was gefällt ihm am besten am freien Unternehmerdasein im Unterschied zur Arbeit als Angestellter? "Ich finde es oft schwierig, dass man nie richtig abschaltet und für sehr viele Entscheidungen selbst verantwortlich ist. Aber das ist gleichzeitig auch das Beste daran: Man darf viele Entscheidungen selbst treffen - und man ist sein eigener Herr."


Quelle: http://www.efellows.net/show/detail.php/11374