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Geschenke online einfach umtauschen


Wieder mal viel Unnützes unter dem Weihnachtsbaum gefunden? Umtauschportale im Netz schaffen Abhilfe. Jürgen Liebherr stellt einige von ihnen vor.

Alle Jahre wieder: Unter dem Weihnachtsbaum liegen viele schöne, aber leider auch viele unnütze Geschenke. Doppelte CDs und Uralt-DVDs, Bücher, die keiner lesen will. Was tun? Weiterverschenken ist eher peinlich, eine Ebay-Auktion macht Mühe und endet unter Umständen mit einem Ein-Euro-Gebot. Warum also nicht Tauschen? Das Prinzip ist uralt – und bewährt: Ich hätte gerne die neueste Staffel Stromberg auf DVD, könnte dafür zwei Police-CDs anbieten.

Natürlich gibt es im Internet - wie für fast alle Lebenslagen - die passenden Plattformen. Alle arbeiten nach dem Tauschring-Prinzip. Ohne echten Geldfluss wird ganz legal Ware gegen Ware getauscht; dabei spielt es keine Rolle ob es sich um Gebrauchtartikel oder Neuware handelt – nur real Anfassen muss man sie können. Will heißen: Hier geht es nicht um den (illegalen) Austausch von Dateien wie in den Peer-to-Peer-Tauschbörsen Bittorrent oder Edonkey.

Voraussetzungen

Damit der Handel mit legalen Waren richtig funktioniert, braucht es zwei Grundvoraussetzungen. Erstens sollte das angebotene Repertoire der Tausch-Portale breit gefächert sein; je höher die Artikelanzahl ist desto größer die Wahrscheinlichkeit auf einen erfolgreichen Tausch.

Zweitens macht ein Vermittlungssystem den Tausch unabhängig von der direkten Warenvermittlung zwischen Person A („Stromberg“-DVD) und Person B (Police-CDs). Alle Nutzer stellen einfach ihre nicht mehr benötigten Medien in der Börse ein und hoffen darauf, dass irgendein anderes Mitglied einen Artikel haben will. Wird beispielsweise die Stromberg-DVD von Person C ertauscht bekommt Person A dafür ein virtuelles Guthaben.

Mit dieser Tauschwährung können schließlich eigene Wünsche finanziert, bzw. realisiert werden. In punkto Funktionsweise, Kosten und Angebot unterscheiden sich die einzelnen Tauschbörsen zum Teil recht deutlich.

Hitflip

Hitflip.de wurde im Juni 2005 von drei Studenten einer privaten Management-Hochschule im Örtchen Vallendar nahe Koblenz gegründet. Die Internet-Tauschplattform für CDs, DVDs, Spiele, Hörbücher und Bücher war anfangs nur für den eigenen Bekannten- und Freundeskreis gedacht, breitete sich aber rasch weiter aus. Mittlerweile hat Hitflip europaweit 273.000 Nutzer.

Doch damit noch nicht genug, Andre Alpar, einer der Geschäftsführer, sagt: «Hitflip ist mit über einer Million sofort verfügbarer Artikel Marktführer in Europa und wir wollen natürlich auch Weltmarktführer werden.» Dass bei dieser imponierenden Anzahl ein großer Teil Dubletten dabei sind, erfährt man allerdings erst nach konsequentem Nachhaken.

Das Tauschprozedere ist bei Hitflip recht einfach: Nach einer kostenlosen Registrierung gibt man den ISBN- oder EAN-Code des Artikels ein, den man abgeben möchte. Im Normalfall wird so automatisch eine Beschreibung aus der Produkt-Datenbank sowie ein Coverbild hinzugefügt. Auch der Wert des Artikels wird vom System vorgegeben. Beispielsweise bringt/kostet eine ABBA-CD nur zwei Einheiten der Tauschwährung Flips, ein Harry Potter-Roman dagegen 4 bis 6 „Flips“.

Mit den erlösten Flips kann wiederum anderes ertauscht werden. Leider sind ganz aktuelle Titel meist schwer zu bekommen. In diesem Falle setzt man den Artikel auf eine Wunschliste. Je nachdem, wie viele andere User sich schon vorher dafür eingetragen haben, erfolgt dann die Zuteilung, sobald ein Anbieter den Wunschtitel einstellt. Das Porto zahlt der Versender, die Transaktionsgebühr von 99 Cent bekommt Hitflip vom Empfänger – dafür bietet das Portal aber eine Rückerstattungsgarantie für den Fall, dass ein Tausch schief geht.


Quelle: http://www.netzeitung.de/internet/858692.html