Presse: FAZ Hochschulanzeiger

Gründerporträts
Gründerporträts
Von Florian Vollmers, Anne Jacoby
05. Mai 2007
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Gerald Schönbucher (29), Geschäftsführer, gründete noch während seines Studiums die Medientauschbörse Hitflip.de, die heute Marktführer in Deutschland ist.
Ein bisschen ist unsere Gründungsidee der Tatsache zu verdanken, dass es in Vallendar keine einzige Videothek gibt. Ich habe dort BWL an der WHU studiert. Vor zwei Jahren saß ich dort eines Nachmittags mit meinem Kommilitonen Jan Miczaika zusammen, wir hatten gerade keine Lust, an unserer Dissertation weiterzuarbeiten und stöberten im Internet herum. Dabei stießen wir auf eine Meldung über PeerFlix, eine legale DVD-Tauschbörse in den USA. Wir dachten, das könnte auch etwas für uns sein. Schließlich wussten wir aus unserem Freundeskreis, dass der Tauschbedarf groß war - vor allem im videotheklosen Vallendar. Im Juni 2005 gingen wir dann mit Hitflip online. Wir hatten zehn Mitglieder, das waren unsere Freunde. Die 20 DVDs, die zum Tausch standen, waren unsere eigenen. Heute findet man 350.000 Artikel unter hitflip.de, allein in Deutschland sind 130.000 Mitglieder angemeldet. Im November haben wir hitflip.at in Österreich gestartet. In Großbritannien sind wir durch die Übernahme eines Wettbewerbers ebenfalls Marktführer. Unser Logo ist übrigens ein Delfin. Wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass wir mit dem Konzept einer Online-Plattform für den Tausch von DVDs, CDs, Büchern und Games einen Nerv getroffen haben. Trotzdem haben wir nebenher weiter am WHU-Lehrstuhl für Unternehmertum und Existenzgründung gearbeitet, wo wir auch unser erstes Hitflip-Büro hatten. Mitte 2006 kam dann der Punkt, wo wir uns entscheiden mussten: Wissenschaft oder Unternehmertum. Hitflip war derart gewachsen, dass wir Leute für den Kundenservice und die Entwicklung anstellen mussten. Mittlerweile beschäftigen wir 22 Mitarbeiter und haben unser eigenes Bürogebäude in der Kölner Innenstadt bezogen. Unser Ziel ist es, mit Hitflip Weltmarktführer zu werden. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil mir Verkaufen schon immer Spaß gemacht hat und weil ich mein eigener Herr sein will. Für Hitflip haben wir alles gegeben, unsere gesamten Ersparnisse gingen anfangs dafür drauf. Man muss schon ein überzeugter Machertyp für eine Existenzgründung sein und auch mal Entscheidungen fällen können, die mit Risiken verbunden sind. Sonst erreicht man nicht viel. Mein persönlicher Tipp an künftige Gründer: Macht es nicht allein. Bei Hitflip sind wir zu dritt, meine Partner Jan Miczaika und Andre Alpar sind Mitgründer und ebenfalls Geschäftsführer. Und wir ergänzen uns hervorragend zu einem erfolgreichen Team.
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Text: Hochschulanzeiger Nr. 90, 2007
Bildmaterial: Florian Vollmers, PMCS
Quelle: Nr 90, 2007