"I hate movies. They're a waste of time".
(Richard Harris)
Richard Harris war ein stürmischer Rebell, ein Querkopf der die Kunst pflegte aus der Rolle zu fallen, hin und her zu pendeln zwischen Snobismus und Pöbelei und je älter er wurde, desto zorniger und trotziger wurde er und desto weniger konnte er das Glück und seinen Seelenfrieden finden.
Begonnen hatte seine Laufbahn mit dem Besuch der renommierten Academy of Music and Dramatic Arts in London und einem anschließenden Engagement am Westend-Theatre, wo er als Ginger Man große Erfolge feiern konnte. Vor der Kamera stand er er das erste Mal in der Rolle eines jungen irischen Liebhabers in Cyril Frankels ALIVE AND KICKING (1958) und es folgten verschiedene kleinere aber dennoch auffällige Rollen, wie beispielsweise in den den Michael Anderson Filmen EIN HÄNDEDRUCK DES TEUFELS (1959) mit James Cagney und DIE DEN TOD NICHT FÜRCHTEN (1959) mit Gary Cooper und Charlton Heston.
Zwei Jahre später wurde er bereits Teil ein alliierten Geheimkommandos, dass in
DIE KANONEN VON NAVARONE (1961) auf einer griechischen Insel zwei gigantische Kanonen der deutschen Wehrmacht in die Luft sprengen soll und im Folgejahr segelte er bereits gemeinsam mit Marlon Brando auf den Weltmeeren in
MEUTEREI AUF DER BOUNTY (1962). Nach seinen Auftritten in den beiden Großproduktionen wurde Harris für seine bravouröse Leistung in LOCKENDE LORBEER (1963), einem Klassiker des British New Wave, erstmals für den Oscar nominiert. Danach häuften sich die Erfolgsfilme, in denen große Rollen spielte. Seine Darbietungen als Kain in John Hustons
DIE BIBEL (1964) sowie als Freund-Feind von Charlton Heston in Sam Peckinpahs
SIERRA CHARRIBA (1964) sind ebenso legendär, wie seine Darbietung als norwegischen Widerstandskämpfer an der Seite von Kirk Douglas in
KENNWORT SCHWERES WASSER (1965) von Anthony Mann. Und die Erfolgswelle in den 60er Jahren sollte auch weiterhin anhalten, denn Dank seines Singvermögens konnte in der Kinoversion des Broadway-Stückes
CAMELOT (1967) den König Artus sowohl singen als auch spielen und als Gegner von Alec Guinness brillierte er schließlich noch in dem visuell beeindruckenden Drama
CROMWELL (1969), dass über die Schlacht um die Seele Großbritanniens, ausgefochten zwischen der Monarchie und einem Bürgerlichen, erzählte.
Zu Beginn der 70er Jahre gelang ihm als von Indianern gefangener Aristokrat in
EIN MANN DEN SIE PFERD NANNTEN (1970) sein bis dahin größter Publikumserfolg und auch als Bomben-Spezialist in Richard Lesters nervenaufreibenden Thriller
18 STUNDEN BIS ZUR EWIGKEIT (1974) konnte er Publikum und Kritiker überzeugen. Zwei Jahre später spielte er den König Löwenherz an der Seite von Sean Connery und Audrey Hepburn in
ROBIN UND MARIAN (1976) und es folgten viele weitere Filmklassiker, bis er im Jahr 1992 in Clint Eastwoods mehrfach Oscar-prämierten Spätwestern
ERBAMUNGSLOS die Rolle des English Bob übernahm und ein Jahr später in seiner zweiten Bibelverfilmung
DIE BIBEL: ABRAHAM (1993) den gleichnamigen Titelhelden verkörperte.
Weitere herausragende Rollen in den 90er Jahren spielte er noch in DER GLÖCKNER VON NOTRE DAMM (1997) und in
FRÄULEIN SMILLAS GESPÜR FÜR SCHNEE (1997).
Im Jahr 2000 verkörperte er in Ridley Scotts
GLADIATOR den Marcus Aurelius und übernahm ab 2001 die Rolle des Professors Albus Dumbledore in
HARRY POTTER UND DER STEIN DER WEISEN (2001) und
DIE KAMMER DES SCHRECKENS (2002). Seinen letzten Auftritt hatte Richard Harris in DIE APOKALYPSE (2002), da er kurz nach den Dreharbeiten verstarb.