Oliver Norvell Hardy wurde 18 Januar 1892 in Harlem, Georgia, geboren und wollte eigentlich ein großer Sänger werden, nachdem er den berühmten Tenor Enrico Caruso als Kind live erlebt hatte. Doch seine Disziplinlosigkeit führte zu einem raschen Ende seines Gesangsunterrichts am Musik-Konservatorium in Atlanta und seine Mutter schickte ihn stattdessen auf eine Militärschule, wo er allerdings sehr unter seiner erheblichen Körperfülle zu leiden hatte. Der junge Hardy verließ daraufhin wieder die Drillanstalt und nahm eine Anstellung als Filmvorführer, Kartenabreißer und Putzhilfe im ersten Lichtspieltheater der Stadt an.
Dort sah er die ersten Gehversuche der frühen Komödien und beschloss kurzer Hand selbst in diesem Genre Fuß zu fassen. 1912 machte er sich auf nach Jacksonville in Florida, wo gerade eine junge Kinoindustrie am aufblühen war und erhielt tatsächlich kleinere Darstellerrollen, wenn auch nur in unbedeutenden Bühnenshows. Schließlich bekam er bei der Lubin Company, die gerade einen jungen dicken Mann suchte, ein Rollenangebot und so konnte Hardy sein Debüt als Schauspieler in der Komödie OUTWITTING DAD feiern. Sein neuer Arbeitgeber zeigte sich zudem äußerst zufrieden mit seiner Leistung und man offerierte ihm auch noch einen regulären Vertrag, der ihm über 50 Kurzfilmeauftritte bescherte. 1915 wechselte er zur Vim Comedy Company, für die er gemeinsam mit Billy Ruge insgesamt 35 Eintakter drehte.
Doch erst Jahre später und mit einem ganz anderen Filmpartner würde Oliver Hardy Filmgeschichte schreiben. IN THE LUCKY DOG (1918) stand er das erste Mal gemeinsam mit Stan Laurel vor der Kamera, doch sollten noch über 270 weitere Stummfilme folgen, bis Hardy, eher zufällig, erneut mit Laurel vor der Kamera stand. Nach dem überwältigen Erfolg von FÜNFUNDDREIßIG MINUTEN BIS HOLLYWOOD (1926) wurden sie beide von dem Filmproduzenten Hal Roach unter Vertrag genommen und standen fortan als kongeniales Duo Stan & Laurel vor der Kamera. Von 1927 bis 1951 entstanden insgesamt über 100 Kurz- und Langspielfilme, die sie in den Kinoolymp der erfolgreichsten Komiker katapultierten und den cinephilen Kinogängern Filmklassiker wie
DIE TEUFELSBRUEDER (1931),
Die Sittenstrolche (1933),
Die Wuestensoehne (1934),
Das Maedel aus dem Boehmerwald (1936),
In der Fremdenlegion (1939) und
In Oxford (1940) schenkten.
Während seiner gesamten Partnerschaft mit Stan Laurel trat Oliver Hardy nur ganz selten ohne diesen auf, wie beispielsweise 1949 in dem Spielfilm
In letzter Sekunde, wo er gemeinsam mit John Wayne agierte. Nachdem Oliver Hardy 1956 einen Schlaganfall erlitten hatte und daraufhin fast völlig gelähmt war, starb er am 7. August 1957 in Hollywood.