Wenn Luc Besson auf dem Regie-Stuhl Platz genommen hat, dann ist der Sohn zweier Tauchlehrer aus Frankreich ganz in seinem ihm ureigenen Element – fast ganz genauso, wie es ihm seine eigenen Eltern in ihrem Beruf immer vorgelebt hatten und vielleicht erklärt sich dadurch auch seine Vorliebe für das Element Wasser, dass er in seinem 1988 erschienen Film
IM RAUSCH DER TIEFE zum
Hauptakteur erkor.
Doch bevor sich Besson einen Namen als renommierter europäischer Regisseur machen konnte, fing er ganz unten im Film- und TV-Geschäft an. Nachdem er sich einige Zeit lang mit kleineren und zumeist noch unbezahlten Tätigkeiten bei französischen Produktionen verdingte, zog es ihn für drei Jahre nach Hollywood, wo er unter anderem bei der Don Adams' TV-Show REVENGE OF THE MAXWELL SHOW arbeitete. Zurück in Frankreich, erhielt er 1980 einen Vertrag beim Filmriesen Gaumont und durfte erstmals als zweiter Regieassistent bei ZWEI LÖWEN IN DER SONNE seinen Namen im Abspann bewundern. 1983 war es dann endlich soweit, als 23-jähriger Jungregisseur gab er mit seiner Endzeitparabel DER LETZTE KAMPF sein vielbeachtetes und beim späteren Filmfestival des Phantastischen Films in Avoriaz mit dem Kritikerpreis prämiertes Debüt.
Nur zwei Jahre vergingen bis Besson mit
SUBWAY (1985) seine ästhetisch eindrucksvolle Version des Film Noir und zugleich Hommage an die Eingeweide von Paris der Öffentlichkeit vorführte und für sein modernes Dekor-Kino mit drei Césars (den französichen Oscars) geehrt wurde. Sein nächster Film sollte nach einem Drehbuch entstehen, dass er bereits 16-jähriger geschrieben hatte und seinen lang gehegten Traum darstellte:
IM RAUSCH DER TIEFE (1988), in dem Jean Reno einen Apnoetaucher spielte, der bei einem Tauschwettbewerb sein Leben lässt, hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren und gilt zu recht als hervorragend fotografierter Tauch- und Kultfilm. Mit
NIKITA (1990) inszenierte er eine weitere faszinierende Geschichte aus seiner eigenen Feder und zwar die Geschichte einer drogensüchtigen Punkerin, grandios gespielt von Anne Parillaud, die vom französischen Geheimdienst gegen ihren eigenen Willen zu einer weiblichen Killerin ausgebildet wird.
Auch für seinen nächsten Film blieb er dem Auftragskiller-Sujet des treu, holte erneut Jean Reno vor die Kamera und lieferte mit
LEON DER PROFI (1994) sein bisheriges Meisterstück ab, für das er ein Jahr später, bei der Verleihung des César, in den Kategorien Bester Film und Beste Regie nominiert wurde. 1996 entstand der Science Fiction-Film
DAS FUENFTE ELEMENT, der die 50. Internationalen Filmfestspiele von Cannes eröffnete und in Europa zu einem wahren Kassenschlager avancierte. Für sein Historienepos
JOHANNA VON ORLEANS (1999) verpflichtete er abermals Milla Jovovich, die bereits in seinem Science Fiction-Kracher die Hauptrolle spielte und in der Rolle der französische Nationalheldin ihre bislang beste Leistung als Schauspielerin ablieferte.
Im neuen Jahrtausend war Besson zunächst verstärkt als Produzent tätig, unter anderem bei den Filmen
TAXI TAXI,
THE TRANSPORTER,
HIGH TENSION und
UNLEASHED. Erst 2005 dirigierte er wieder am Set die Geschehnisse und führte Regie bei dem bewegenden Drama
ANGEL A. Seine bisher letzte Regiearbeit ARTHUR UND DIE MINIMOYS, eine Mischung zwischen Spielfilm und Computeranimation, konnte man zuletzt Anfang 2007 im Kino bewundern.