Mit ihrer Rock-Ballade "Stairway To Heaven" schufen LED ZEPPELIN auf ihrem 1971 erschienen Album
Led Zeppelin IV nicht nur eines der bekanntesten, sondern auch eines der sagenumwobensten Stücke der Rockgeschichte. Bis heute ranken sich verschiedene Mythen um die Entstehungsgeschichte und den kryptischen Text des Songs.
Handelte es sich vielleicht um satanische Botschaften, die mit Hilfe des Backmasking-Verfahrens von Sänger Robert Plant in der Aufnahme untergebracht wurden und die nur zu hören sind, wenn man das Stück rückwärts abspielt? Oder ist es vielleicht bloß die Geschichte einer Frau, die im Drogensumpf versinkt? Oder sind es letztendlich doch nur mythische Anlehnungen an die zahlreichen spirituellen Bücher, die Plant während des Songschreibens gelesen hatte? Eine eindeutige Antwort ist er bis heute schuldig geblieben. Kein Zweifel besteht allerdings, dass "Stairway to Heaven" eines der berühmtesten und einflussreichsten Lieder der Musikgeschichte geworden ist und zugleich den endgültigen Weltruhm der Band begründete.
Led Zepplin gründeten sich im Jahr 1968 in London, als der Gittarrist Jimmy Page, einer der damals angesagtesten Session-Musiker Großbritanniens, auf der Suche nach neuen Mitstreitern für die sich auflösende Band YARBIRDS war. Nachdem Page bereits den Bassisten John Paul Jones an Bord geholt hatte, wurde er bei einem Konzert auf den bis dahin noch unbekannten Sänger Robert Plant aufmerksam, der seinerseits den Schlagzeuger John Bohnham mit in die Band brachte. Damit war die neue Besetzung komplett. Obwohl Page das einzige ehemalige Yardbirds-Mitglied war, trat die Band im September 1968 zunächst noch unter dem Namen The New Yardbirds auf, da noch bestehende Verträge erfüllt werden mussten und nach Erfüllung des Kontakts änderte sie ihren Namen schließlich in LED ZEPPLIN.
Im Januar 1969 erscheint ihr selbstbetiteltes Debütalbum
Led Zepplin, dass sich direkt auf Platz sechs der britischen Charts platzierte und so für den Beginn einer erfolgreichen Bandkarriere sorgte. Und auch in USA waren die Stücke "Good Times, Bad Times" und "Communication Breakdown" bei den Radiostationen äußerst beliebt, wodurch die Band auch in Nordamerika einen beträchtlichen Popularitätsschub erhalten konnte.
Noch im selben Jahr veröffentlichten sie bereits ihr zweites Album
Led Zepplin II, auf dem sie ihren Gitarrenriff-lastigen Stil nahtlos fortsetzten und so das erfolgreiche BEATLES Album
Abbey Road von der Pole Position der US-Charts verdrängen konnten.
Mit ihrer damals einzigartigen Mischung aus Hard Rock, Folk und Blues entwickelten sich LED ZEPPLIN zu einer der erfolgreichsten Bands der 70er Jahre. Plants hervorragende Stimme und Ausstrahlung waren ebenso unverwechselbar wie Jimmy Pages virtuoses Gitarrenspiel und Jones' treibender Bass sowie Bonhams wuchtiges Schlagzeugspiel taten ihr Übriges. Jedes ihrer acht Studioalben stieg problemlos die hohen Etagen der Charts ein und ihre manische Suche nach Perfektion erreicht genauso Kultstatus wie ihre bis zu drei Stunden langen Live-Gigs.
Den Beweis lieferte bereits der 1973 entstandene Film
THE SONG REMAINS THE SAME (1976), der bis heute als eine der besten Livedokumentationen überhaupt gilt.
1974 gründeten LED ZEPPELIN ihr eigenes Label "Swan Song", unter dem sie auch ihr Doppelalbum
Physical Graffiti (1975) veröffentlichten. Neben Reggae-Einflüssen machte sich auch Plants Interesse fürs Mystische immer stärker bemerkbar, was bei ihren Fans und der Kritik gemischte Gefühle auslöste. Nach einem schweren Autounfall des Sängers im Jahr 1976 wurde es zunächst ein wenig Ruhig um die Rock-Pioniere und auch das während seiner Genesung entstandene Album
Presence (1976) führte nicht zu den erhofften Jubelschreien unter den Fans. Als auch noch Plants sechsjähriger Sohn 1977 an einer Virusinfektion stirbt, kamen erste Gerüchte über eine Trennung von LED ZEPPELIN auf.
1978 finden sie auf Jones' Initiative noch einmal zusammen und nehmen
In Through The Out Door auf, das jedoch wie sein Vorgänger nicht ganz überzeugen konnte. Als Schlagzeuger Bonham 1980 nach einem Konzert in England im Schlaf an seinem Erbrochenen erstickte, gaben sie ihre endgültige Auflösung bekannt.
Seit 2007 wurden allerdings verschiedene Gerüchte bekannt, demzufolge es möglich sei, dass die Urgesteine des 70er Jahre Rockkosmos eine Reunion-Tour in alter Besetzung spielen könnten. Für Schlagzeuger John Bonhams könnte sein Sohn Jason fungieren.