Seit nun mehr 40 Jahren gehört Jon Voight zur Spitzenriege der Charakterdarsteller Hollywoods. Mit seinen darstellerischen Meisterleistungen in
Asphalt Cowboy (1969),
Coming Home (1978) und
Express in die Hölle (1985) hat er weltweit einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen und gilt seitdem als ein Meister seines Fachs.
Zu Beginn seiner Karriere hatte er zunächst einige Auftritte in den damals sehr beliebten Fernsehserien "Cimarron Strip" und "Rauchende Colts" und 1967 erhielt er in dem Wyatt-Earp-Western "Die fünf Geächteten" seine erste Rolle beim Film. Ein Jahr war er der Hauptakteur in "Out Of It" (1968), doch der Wendepunkt in seiner Karriere kam 1969, als er für seine bahnbrechende Vorstellung des arglosen Provinzgigolos Joe Buck in John Schlesingers Drama
Asphalt Cowboy für einen Oscar nominiert wurde und den Schauspielpreis der New York und Los Angeles Film Critics sowie einen britischen Academy Award gewann. Von da an, folgten eine ganze Reihe von denkwürdigen Rollen.
In Mike Nichols gefeierten Antikriegsfilm
Catch 22 (1970) brillierte er neben Anthony Perkins und Orson Welles, unter der Regie von John Boorman lief er in
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) zu Höchstleistungen auf und in der gleichnamigen Verfilmung von Frederick Forsyths Thriller
Die Akte Odessa (1974) machte er in der Rolle des Journalisten Peter Miller jagt auf einen Kriegsverbrecher. 1975 brachte ihm die Arbeit zu der Dürremnatt-Adaption
Der Richter und sein Henker erneut mit Maximilian Schell zusammen, der sich auch für die Regie verantwortlich zeigte.
Nachdem Voight bereits für seine Leistung in
Asphalt Cowboy mit einer Oscarnominierung bedacht wurde, konnte er die Juroren mit seiner formidablen Darbietung aus dem Jahr 1978 voll und ganz überzeugen. In
Coming Home (1978) war Jon Voight ursprünglich für die Rolle des Ehemanns von Schauspielkollegin Jane Fonda vorgesehen, es gelang ihm jedoch Regisseur Hal Ashby davon zu überzeugen, die Rolle des verbitterten, querschnittsgelähmten Luke Martin übernehmen zu dürfen. Diese unvergeßliche, absolut kompromißlose Schauspielleistung brachte ihm den Academy Award, einen Golden Globe, den Schauspielerpreis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und die Schauspieler-Awards der Filmkritik in New York und Los Angeles ein. Jon Voight war auf dem Zenit seiner bisherigen Karriere angekommen.
Um so erstaunlicher war es, dass er sein Engagement in den 80er Jahren immer weniger aufs Kino verlegte und sich stattdessen immer mehr aufs Theaterspielen in New York konzentrierte. So folgte auf
Coming Home lediglich der Eisenbahn-Thriller
Express in die Hölle (1985), in dem Voight abermals zeigte, was in ihm steckt. Der Lohn: eine weitere Oscar-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller". Danach wurde es sehr ruhig um seine Person, bis er 1995 in Michael Manns Meisterwerk
Heat triumphal auf die Leinwand zurückkehrte. Anknüpfend an diesen Erfolg drehte Jon Voight in den 90er wieder so richtig auf: Er spielte in Spionagefilmen (
Mission Impossible), in Horrorthrillern (
Anaconda), Thrillern (
U-Turn), Bestsellerverfilmungen (
Der Regenmacher) und Blockbustern (
Der Staatsfeind Nr. 1).
Und auch im nachfolgenden Jahrzehnt ist er nicht mehr von der Keinwand wegzudenken: In
Michael Bays Kriegsfilm
Pearl Harbor (2001) verkörperte er US-Präsident Franklin D. Roosevelt, in
Tomb Raider (2001) war er der Filmvater von Angelina Jolie und in Ben Stillers Modesatire
Zoolander (2001) spielte er den Bergarbeiter-Vater von Supermodel Derek Zoolander. Einen kleineren Part hatte er in
Ali, der Biografie der Boxlegende Muhammad Ali und in der Kinderbuchverfilmung
Das Geheimnis von Green Lake spielte Voight an der Seite von Sigourney Weaver.
Im Jahr 2004 war John Voigt gleich zweifach in den deutschen Kinos zu sehen: An der Seite von Denzel Washington in dem Drama
Der Manchurian Kandidat und zusammen mit Nicolas Cage in dem Abenteuerfilm
Das Vermächtnis der Tempelritter. Zurzeit kann man den Ausnahmekünstler in dem Action-Blockbuster "Transformers" auf der Kinoleinwand sehen.