David Carradine, geboren 1936, ist der älteste Sohn des legendären Charakterdarstellers John Carradine und der Halbbruder von Keith und Robert Carradine, die beide ebenfalls als Schauspieler ihr Geld verdienen. Nach einer nicht gerade rosigen Jugendzeit – Carradine war in verschiedenen Internaten und Besserungsanstalten – studierte er zunächst an der San Francisco State University Musiktheorie und Komposition.
Doch schon bald entdeckte er die Schauspielerei als seine eigentliche Passion. Er verließ das College und fand schließlich Arbeit beim Shakespeare Repertory Theatre in San Francisco. Aber gerade als die Karriere startete, wurde er zur Army verpflichtet. Nach zwei Jahren Wehrdienst, in dem er auch verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Waffen erlernte, zog es ihn nach New York, wo er einige kleinere Gastrollen in TV-Serien hatte und schließlich sein Broadway-Debüt in dem Drama "The Debuty" feiern konnte.
Nach 261 Vorstellungen verließ er den Broadway aber wieder und zog nach Hollywood, wo er 1966 die Hauptrolle in dem TV-Remake des Kinoklassikers
MEIN GROSSER FREUND SHANE spielte. Leider war die Serie nur kurzlebig, sorgte aber dafür, dass Carradine bekannt wurde. 1972 übernahm er seine erste Hauptrolle in Martin Scorseses Debütfilm
DIE FAUST DER REBELLEN. Danach folgte die Serie die ihn zum Star machen sollte.
David Carradine wurde für die Rolle seines Lebens als chinesisch-amerikanischer Mönch Kwai Chang Caine ausgewählt. Die Serie
KUNG FU wurde für die nächsten drei Jahre seine Heimat und machte ihn weltberühmt. Die erste Staffel wurde für 7 Emmys nominiert, einschließlich einer Nominierung für David Carradine als "Bester Schauspieler". 1975 stand er für
DEATH RACE 2000 vor der Kamera und ein Jahr später raste er mit einem Affenzahn in
CANnONBALL (1976) durch die USA. Für seine Darstellung des Musiker und Aktivisten Woody Guthrie in Hal Ashbys Film
DIESES LAND IST MEIN LAND (1976) wurde Caradine als "Bester Schauspieler" vom National Board of Review ausgezeichnet und mit einer Golden-Globe-Nominierung belohnt.
Ebenso herausragend war seine Darstellung als amerikanischer Trapezkünstler in Ingmar Bergmans Film DAS SCHLANGENEI (1977). In
LONG RIDERS (1979) von Walter Hill bildete er mit seinen Halbbrüdern eines der drei Brüderpaare und in
MCQUADE (1982) mimte er die Rolle des skrupellosen Gang-Führers Rawley Wilkes, einem ehemaligen Karate-Champion, der sich auf illegalen Waffenhandel verlegt hat. Höhepunkt des Filmes war der Showdown zwischen David Carradine und Chuck Norris, zwei Meistern des asiatischen Kampfsports.
Zwischen 1986 und 1992 belebte er den Charakter des Kwai Chang Caine für die TV Produktion KUNG FU – DER FILM (1986) wieder und spielte später Caines Enkel in der TV-Serie KUNG FU: IM ZEICHEN DES DRACHE. Die Serie war so erfolgreich, dass zwischen Januar 1993 und Januar 1997 vier Staffeln gedreht wurden. Neben seinen Serienauftritten war er aber auch immer wieder auf der Kinoleinwand zu sehen, wie beispielsweise in
EIN VOGEL AUF DEM DRAHTSEIL (1990) und
SHEPHERD (1999).
Und auch im neuen Jahrtausend war sein Schauspieltalent sehr gefragt. Quentin Tarantino holte ihn für die Rolle des Schurken Bill in seinem zweiteiligen Racheepos
KILL BILL VOL1 (2003) und
KILL BILL VOL2 (2004) vor die Kamera und auch Jean Claude La Marre wollte für seinen Film
BROTHERS IN ARMS (2005) nicht auf ihn verzichten.
Zuletzt konnte man ihn in der witzigen Paraodie FANTASTIC MOVIE (2007) bewundern.