Hitflip
Daniela arbeitet in einer Nachtbar am Pigalle. Ihre Schönheit lässt jedem Kunden den Atem stocken lässt. Francois ist ein Kunde, der vielleicht gerade das große Los im Lotto gezogen hat. Er geht aufs Ganze und bietet Daniela an gegen Bezahlung, mit ihm zusammenzuleben. Er weiß, dass das für ihn teuer werden kann, aber er behauptet, Geld spiele für ihn keine Rolle. Nach kurzem Zögern von ihrer Seite wird ein Preis ausgehandelt, sie akzeptiert und folgt ihm tatsächlich noch am selben Abend in seine Wohnung nach Hause. Aber so einfach kann man die Welt der Nacht nicht hinter sich lassen. Schon gar nicht, wenn man einen Zuhälter und gleichzeitig Geliebten wie Charlie hat, der ältere rechte geltend macht. Und so einfach kann sich auch eine Nutte nicht sofort in eine brave Hausfrau verwandeln...
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Inhaltsangabe 1:
Francois verliebt sich in die in Pigalle ansässige Prostituierte Daniela. Eines Tages nimmt er all seinen Mut zusammen und bittet sie mit ihm nach Hause zu kommen um mit ihm zu leben. Francois wird selbstverständlich für alles bezahlen, da er im Lotto gewonnen hat. Daniela geht tatsächlich mit ihm. Das häusliche Leben mit ihr gestaltet sich jedoch nicht gerade unkompliziert. Und dann ist da noch Charlie, der Zuhälter von Daniela, der von der Idee gar nicht begeistert ist und Daniela zurückholen möchte.
Inhaltsangabe 2:
Der Sieg der Liebe über Gier und Zweifel als schräges Kinovergnügen.
"Extrem französisch" - und das als großes Kompliment gemeint - fand die FBW-Jury den von ihr nach einer angeregten und höchst lebendigen Diskussion mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichneten Film. Regisseur Bertrand Blier, in der Verwendung der filmischen Mittel und Erzählformen souverän wie einst Altmeister Bunuel, scheut sich nicht, alle Klischees zu bedienen - und sie augenzwinkernd gegen jeden Strich zu bürsten. Es geht um die Käuflichkeit der Liebe und gleichzeitig um deren Unschuld und heilige Magie.
Wie der Film mit Wahrheiten und Behauptungen über Männer und Frauen umgeht, hat surreale Qualitäten. Jede der Figuren erliegt ihren Widersprüchen, bekennt sich zu ihnen. Intelligente, ironische Wendungen verschaffen dem Zuschauer Spaß, halten ihm gleichzeitig einen Spiegel vor. Der Film changiert zwischen Tragödie und Komödie, wird gegen Ende immer leichtfüßiger und bizarrer, wird burlesk und immer schräger, gerät schließlich zur Farce, ganz in der Tradition der großen französischen Moralisten des Theaters. Immer mehr werden auch die Filmschauplätze zur Bühne, wechselnd zwischen Boulevardkomödie, scharfzüngiger Satire und gefühlsgroßer Oper.
Gérard Depardieu, den Bertrand Blier einst für "Die Ausgebufften" (1973) für den Film entdeckte, glänzt in einer Paraderolle als Macho-Krimineller mit Leibwächtern, die sogar seinen Beischlaf bewachen. Er verkörpert den Gegenspieler von Francois. Er ist kein Romantiker, er ist ein Zyniker der Liebe. Und ein Realist. Er ist ein Macho, der erkennen muss, dass er Daniela (Monica Bellucci) gehen lässt, weil er sie so sehr liebt. "Du hast meine Kanten an deinen Kurven geglättet", sagt er dazu, und die Zärtlichkeit dieser Worte charakterisiert auch den Film.