Hitflip
Tanguy, eine Komödie über einen 28-Jährigen, der partout nicht bei seinen sichtlich genervten Eltern ausziehen will, geht mit voller Absicht in nahezu jeder Szene einen oder gleich mehrere Schritte zu weit.
In Tanguy gelten Etienne Chatiliez' Sympathien unzweifelhaft den Eltern, die ihrem unglaublich dreisten Sohn kaum etwas entgegen zu setzen haben. Eigentlich sind Edith (Sabine Azéma) und Paul (André Dussollier) der Inbegriff eines distinguierten und liberalen Paars, wie es so wahrscheinlich nur das Pariser Großbürgertum hervorbringen kann. Doch selbst ihre Geduld und Großmütigkeit hat ihre Grenzen, die ihr kurz vor seiner Promotion in Sinologie stehender Sohn Tanguy (Eric Berger) ständig überschreitet. Schließlich sehen Edith und Paul nur noch einen Weg, wie sie ihre wohlverdiente Ruhe finden können -- sie müssen Tanguy aus der Wohnung ekeln. Nur haben sie nicht mit seinem dem Anschein nach unendlichen Gleichmut gegenüber jeglichen Schikanen gerechnet. Etienne Chatiliez hat Tanguy als eine komische Studie über die Eskalation von Konflikten angelegt, die vielleicht schon eine offene Aussprache beseitigen könnte. Alles beginnt ganz harmlos und heiter. Doch da Edith und Paul aus einem Pflichtgefühl heraus, das ihnen die Gesellschaft eingeimpft hat, den Zeitpunkt verpasst haben, an dem sie ihren Sohn zum Auszug hätten ermuntern sollen, hat sich die Situation so verfestigt, dass ein (psychologischer) Krieg zwischen ihnen und Tanguy unvermeidlich wird. Diesen Krieg inszeniert Chatiliez mit einem solchen Spaß an den gegenseitigen Gemeinheiten, dass es eigentlich schon zu viel ist. Wer angesichts der völlig außer Kontrolle geratenden Ereignisse keine Schadenfreude empfinden kann, wird Tanguy zweifellos und auch nicht ganz zu Unrecht ablehnen. Aber gesehen muß Mann/Frau ihn vorher.
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Inhaltsangabe 1:
Es ist nicht so, dass er ohne Mami und Papi keinen Schritt machen würde. Aber Tanguy, reife 28 Jahre alt, Dozent an der Pariser Universität, lebt immer noch bei seinen Eltern Paul und Edith in einer großzügigen Pariser Dachwohnung. Und fühlt sich so pudelwohl, dass er gar nicht auf die Idee kommt, daran etwas zu ändern.
Doch für seine Eltern wird der altkluge Nesthocker immer mehr zum Alptraum. Mit Geduld und guten Worten ist Tanguy nicht beizukommen, da müssen schon schwerere Geschütze aufgefahren werden. Und dabei entwickeln Edith und Paul eine ganz erstaunliche Fantasie: Die Treibjagd auf Tanguy ist eröffnet.
Inhaltsangabe 2:
Tanguy ist ein wahrer Mustersohn: höflich, zuvorkommend, freundlich, intelligent, strebsam. Aber Tanguy, der Philosophie, Japanisch und Chinesisch studiert, ist bereits 28 und macht keinerlei Anstalten, Zuhause auszuziehen. Schließlich braucht er hier die schmutzige Wäsche nur fallen lassen, findet immer die passende Flasche Wein im Kühlschrank und Mamas Auto voll getankt. Selbst an den wechselnden Damenbesuchen nimmt im liberalen Elternhaus niemand Anstoß. Was also könnte Tanguy bewegen, endlich auszuziehen? Diese Frage stellen sich mit zunehmender Verzweiflung die Eltern Edith und Paul. Sie versuchen, es ihrem erwachsenen Sprössling so unbequem wie möglich zu machen, ihn schlicht rauszuekeln. Ohne Erfolg. Als sie ihn schließlich zwangsweise ausquartieren, wird er wegen Atemnot mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren und landet doch wieder in der mütterlichen Obhut. Vater Paul greift zu drastischeren Mitteln ...
Eine etwas andere Familienkomödie, in der mal nicht die Kinder von ihren Eltern genug haben, sondern die Eltern von ihrem Sohn, dessen runtergespulte Höflichkeitsfloskeln ebenso nerven wie die chinesischen Weisheiten, die er für jede Lebenslage parat hat. Leicht inszeniert und doch mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors. André Dussollier und Sabine Azéma überzeugen als Vater und Mutter des Nesthockers, die statt elterlicher Liebe immer häufiger ein teuflisches Blitzen in den Augen bekommen. Von den Nebenfiguren bleiben besonders die ebenso extravagante wie scharfsinnige Großmutter und der blasse hilflose Therapeut in Erinnerung.
DVD Bildformat: 1:1,85/16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Extras: Deleted Scenes, Biografien, Trailershow