Hitflip
"Anklage wegen Korruption… Korruption? Korruption ist doch die Einmischung des Staats in die Selbstregulierung des Marktes durch gesetzliche Bestimmungen. Sagt Milton Friedman, der Scheiß-Nobelpreisträger. Gesetze gegen die Korruption sind doch nur dazu da, um sie florieren zu lassen. Korruption schützt uns, durch sie haben wir es schön warm und trocken. Wegen der Korruption stolzieren wir jetzt hier herum, statt uns auf der Straße um einen Fetzen Fleisch zu prügeln. Korruption bedeutet… dass wir am Ende immer gewinnen." (Tim Blake Nelson als Danny Dalton zu Jeffrey Wright als Bennett Holiday) Autor und Regisseur Stephen Gaghan hat mit Traffic – Macht des Kartells den Drehbuch-Oscar gewonnen – jetzt präsentiert er den Politthriller Syriana über Intrigen und Korruption im weltweiten Ölgeschäft: Von den Playern, die in den Hinterzimmern von Washington ihre Deals einfädeln, bis zu den Arbeitern auf den Ölfeldern am Persischen Golf verwebt der Film zahlreiche Erzählstränge und demonstriert so die Konsequenzen für die Menschen in einer Welt, in der es ausschließlich um Geld und Macht geht. Die Intrige entwickelt sich vor dem Hintergrund eines der Ölförderländer, in dem der junge, charismatische und reformwillige Prinz Nasir (ALEXANDER SIDDIG) die seit langem bestehende Verstrickung mit den amerikanischen Geschäftsinteressen auflösen möchte. Gerade hat Thronfolger Nasir die Erdgas-Bohrrechte – die bisher der texanische Energie-Gigant Connex innehatte – aufgrund eines höheren Angebots den Chinesen zugesprochen: ein schwerer Schlag für Connex und die US-Geschäftsinteressen in der Region. Jimmy Pope (CHRIS COOPER) hat soeben mit seiner kleineren texanischen Ölfirma Killen die hart umkämpften Bohrrechte für die begehrten Ölfelder in Kasachstan ergattert. Dadurch wird Killen für Connex äußerst interessant, denn die große Firma braucht jetzt ein neues Betätigungsfeld, um die Produktionskapazität auszulasten. Vor dem Zusammenschluss der beiden Firmen kontrolliert das Justizministerium den zu genehmigenden Vertrag, und nun soll die Washingtoner Anwaltskanzlei Sloan Whiting das Verfahren mit gebührender Sorgfalt prüfen – die Kanzlei ist für ihre rigorose Ablehnung feindlicher Übernahmen bekannt....
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Inhaltsangabe 1:
Polit-Thriller über die Korruption im internationalen Ölgeschäft.
Ein herausragendes Darstellerensemble mit Matt Damon, Christopher Plummer, Chris Cooper, Amanda Peet, Jeffrey Wright und einem sensationellen George Clooney, den man selten so gut gesehen hat, geben die Richtung des Films vor, der intelligente, anspruchsvolle Unterhaltung bietet, aber dem Zuschauer Einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, will er nicht die verschiedenen, dicht geknüpften Handlungsstränge aus den Augen verlieren.
Mit überraschen Wendungen legt der Film immer neue Fährten aus, hält so den Spannungsbogen. Zu keinem Zeitpunkt ist der Ausgang der Geschichte vorhersehbar. Es geht um Öl und Macht, Politik, Intrigen, um Gewalt und Korruption als politisches Mittel zum Zweck - und um die amerikanischen Interessen in Nahost. Ein hochaktueller Film also, ein Polit-Thriller aus Hollywood, und intelligent und vielschichtig dazu.
Der Film vereint eine Anzahl verschiedener, parallel verlaufender Handlungsstränge, die zunächst keine Berührung zu haben scheinen. Drehbuchautor und Regisseur Stephen Gaghan, der mit "Traffic - Macht des Kartells" den Drehbuch-Oscar gewann, gelingt in einem erzählerischen Drahtseilakt das Kunststück, die verschiedenen Erzählebenen zu einem furiosen Finale zu verknüpfen. All dies nahe an der Wirklichkeit und auf der Basis des Buchs "Der Niedergang der CIA" (im Original "See no Evil") des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Robert Baer.
Der Politthriller erzählt im Kern die Geschichte eines alternden CIA-Agenten, der sich gern mit seiner Familie in den USA zur Ruhe setzen will, doch aufgrund seiner guten Kontakte wieder in Nahost eingesetzt wird. Dass er dabei sich in Gefahr begibt, ist sein täglich Brot. Dass seine Vorgesetzten ihn aber wie eine Schachfigur benutzen und damit sein Leben riskieren, hat eine neue Qualität. Und nicht nur er ist eine Spielfigur im großen Spiel um Einfluß, Macht und Energie.
Regisseur Stephen Gaghan fügt dem Thema "Pulverfass Nahost" eine neue Dimension des Politthrillers hinzu, der auch fundamentalistisch-islamistische Terroranschläge und ihre Verursacher in einem anderen Lichte erscheinen lässt. Die Terroristen wirken hier sozusagen als ein mitproduziertes Nebenprodukt in der Verwicklung internationaler Interessen. (...) So macht der Film auf mancherlei Ebenen nachdenklich und bietet Unterhaltung mit Köpfchen.