Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
"Not Angels but Angels"
Not Angels But Angels ist ein Dokumentarfilm über junge männliche Prostituierte in Prag, dem neuen Eldorado für Sex-Touristen aus Ost und West. Die neue Freiheit und der ökonomische Druck lassen immer mehr "Engel" auf der Suche nach dem schnellen Geld auf den Markt drängen.
Das Filmteam wurde während der Dreharbeiten zum Familienersatz, und die Offenheit und das Bedürfnis nach Aussprache stellt die beeindruckende Qualität des Films dar. Es wurde den Jungen freigestellt, an welchen Plätzen und zu welchen Fragen sie sich äußern wollen.
Ein ehrliches Forum der Selbstdarstellung mit sehr direkten Aussagen über das schnelle und zerbrechliche Leben der "Engel" von Prag.
"Mandragora"
Der 16-jährige Marek, ein Junge mit engelhaftem Gesicht und einer gerade gestohlenen Jacke, kommt auf dem Prager Hauptbahnhof an. Sofort wird er von einem Mann namens Honza angesprochen, der ihm schnell verdientes Geld anbietet. Marek ist zu naiv, um zu erkennen, dass er gerade als Stricher geködert wird. Honza setzt ihn unter Drogen und bringt ihn zu seinem ersten Kunden. Marek erwacht im Zimmer eines Homosexuellen, der Sex mit ihm hatte. Noch etwas wackelig nimmt er seinen Lohn und kehrt zum Bahnhof zurück, wo Honza seinen Anteil verlangt. Andere Zuhälter werden auf den jungen Neuankömmling aufmerksam und verlangen ebenfalls Anteile. Da der Junge nicht zahlen kann, wird er zusammengeschlagen. Als Honza ihm einen zweiten Kunden anbietet, geht er auf das Angebot ein. Es hat nur wenige Stunden gedauert, um aus dem Jungen einen Stricher zu machen...
Inhaltsangabe 2:
Der Hauptbahnhof von Prag hat sich nach der "Samtenen Revolution" und den negativen Auswüchsen der freien Marktwirtschaft zu einem Eldorado für Sextouristen aus ganz Europa, vornehmlich aus Deutschland und Großbritannien entwickelt, in dem auch Jungen und junge Männer ihren Körper als Ware feilbieten. Wiktor Grodecki interviewt in seiner Dokumentation mehrere Strichjungen zwischen 14 und 20 Jahren, die in vielen Großaufnahmen freimütig über ihr Leben, ihre Erfahrungen auf dem Strich und über ihre Ängste und Hoffnungen reden. Da es ihnen freigestellt war, wo sie gefilmt werden und welche Fragen sie beantworten wollten, haben sie diesen Film auch zur ausführlichen Selbstdarstellung genutzt und alles Wissenswerte über Preise, Praktiken, Verbote und Angebote erzählt, ergänzt durch pornografische Standbilder als Zwischenschnitte.
Alle wollen sie das schnelle Geld, einige machen es nur wegen des Geldes, andere auch aus Lust und wegen ihrer homosexuellen Veranlagung, und einen großen Teil ihres Geldes geben sie in Spielhallen wieder aus. Ein Zuhälter gibt zusätzliche Auskunft, wie diese "Dienstleistung" abläuft, was man dabei zu beachten hat und warum die Polizei für die Kunden keine Gefahr darstellt. Hauptkunden dieser Jugendlichen sind neben den Tschechen offenbar viele Ausländer, insbesondere Ärzte, Politiker und Geschäftsleute. Selbstverständlich wird auch das Thema Aids angesprochen, das die üblichen Antworten zwischen diffuser Angst, Verdrängung und Pragmatismus provoziert. Über die Jugendlichen als Menschen unabhängig von ihrer "Arbeit" erfährt man in diesem Film leider nichts und dass die zunehmende Verarmung die Prostitution auf allen Ebenen begünstigt, ist auch nicht gerade neu. So bleibt das ambivalente Gefühl einer Produktwerbung für ein umstrittenes Dienstleistungsgewerbe. Und ob Bachs Matthäuspassion und tibetanische Meditationsmusik dem Film wirklich eine kommentierende Ebene hinzufügen, muss angesichts der doch eher gebildeten (finanzkräftigen) Hauptkundschaft (aber bitte keine Intellektuellen, denn "die wollen einen doch nur fertig machen") stark bezweifelt werden.
DVD-Bildformat: Orig.-Kinoformat
Ton: HiFi Stereo, Dolby Digital 2.0
Sprachen: Tschechisch
Untertitel: Deutsch
DVD-Extras: Fotogalerie, Trailer