Hitflip
Ein anrührendes surreales Psychodrama über Schuld und Sühne, Liebe und Tod.
Fremd und seltsam wirken auf Roman die Szenen im Karneval. Gezwungenermaßen nimmt er an der Fastnachtsparty seiner Kollegen teil und verliebt sich hier in Stella, ein schönes Mädchen, das in der karnevalesken Stimmung unwirklich und entrückt scheint. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden, und ein junger Taschendieb liegt tot in einem dunklen Hof. Von nun an beginnt für Roman eine fatale Odyssee. Seine Wahrnehmung verzerrt sich, Alptraum und Wirklichkeit werden ununterscheidbar. In dieser fremdartigen Welt droht Roman, dem Wahnsinn zu verfallen.
Intelligent und stilsicher inszenierter grotesker Realismus. Aus der Produktionswerkstatt von Wim Wenders.
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Inhaltsangabe 1:
So müssen Nicht-Kölner den Karneval empfinden: Als befremdliches Spektakel, dem man sich kaum entziehen kann. Dem neu zugezogenen Roman geht es jedenfalls genau so! An Weiberfastnacht duzt sich der Chef mit seinen Angestellten, die Kollegen nötigen den neuen Kollegen zur Kneipentour und dem Massentaumel auf den Straßen kann sich Roman sowieso nicht entziehen. Da er im fröhlichen Treiben bald Stella kennen und lieben lernt, scheint er den Karneval anfänglich auch ganz gut zu überstehen. Doch als diese nach einer gemeinsamen Nacht wieder verschwindet, stattdessen ein toter Junge auftaucht, die Polizei alles andere als kooperativ ist und schließlich noch seine Großmutter an Rosenmontag stirbt, ist es um den letzten Rest von Romans Gelassenheit geschehen. Der äußere Wahnsinn vermischt sich mit seiner inneren Verwirrung, sein Realitätsverlust erfährt seine Entsprechung im tumultösen Geschehen um ihn herum.
In seinem ersten langen Spielfilm konzentriert sich Regisseur Tom Schreiber ganz auf die Beschreibung des persönlichen Niedergangs seiner Figur, nicht auf die Erklärung seines Abdriftens. Die psychologisch eher schwache Geschichte wird atmosphärisch jedoch ungemein dicht erzählt und lebt von den in den realen Karnevals-Irrsinn eingebetteten Dreharbeiten, die mit DV aufgenommen, dokumentarische Qualität besitzen. Präzise Beobachtungen verfremdet Schreiber zuweilen zu absurd-kafkaesken Episoden, die einen Blick hinter die Masken offenbaren und Alkohol-Exzesse samt ihrer hässlichen Begleiterscheinungen sichtbar machen. Schwarzer Humor und hintergründiger Charme sind die eigentlichen Stärken dieses Films, die immer dann aufblitzen, wenn sich der Wahnsinn des närrischen Treibens mit dem langsam in Wahn und Paranoia verstrickenden Roman trifft.
DVD-Bildformat: 1:1,85
Ton: HiFi Stereo, Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch