Hitflip
FBW - Prädikat: Besonders wertvoll
Empfohlen vom Empfehlungsausschuss Medien im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugendbehörden.
Berlin. Jetzt. Ein Sommertag, an dem eine ganz kurze Zeit über Liebe, Leben und Tod entscheidet. Lola (Franka Potente) und Manni (Moritz Bleibtreu) sind Anfang zwanzig und ein Liebespaar. Manni jobbt als Geldkurier für einen Autoschieber. Doch heute läuft alles schief: Als er Kontrolleuren in der U-Bahn zu entwischen sucht, vergißt er die Plastiktüte mit 100.000 Mark. In 20 Minuten will sein Boss (Heino Ferch) das Geld abholen. Verzweifelt ruft Manni Lola an. Was soll er tun? Wenn er das Geld nicht auftreibt, wird er sterben.
Lolas Hirn rast: 20 Minuten, um 100.000 Mark zu besorgen. 20 Minuten, um Mannis Leben zu retten. Da kommt Lola eine Idee. Sie stürzt aus dem Haus und läuft los. Durch die Straßen Berlins. LOLA RENNT. Um ihr Leben, um Mannis Leben, um ihre Liebe - und um irgendwie und irgendwo Geld aufzutreiben.
Während Lola versucht, von ihrem Vater, einem Bankdirektor (Herbert Knaup), das Geld zu bekommen, dreht Manni fast durch: In seiner Verzweiflung erscheint ihm der Überfall eines Supermarktes als die einzige Rettung. Als Lola bei Manni ankommt, ist es zu spät. Erst zögert sie, dann hilft sie ihm bei dem Überfall. Doch als sie mit dem Geld abhauen wollen, zerreißen Sirenen die Sommerluft. Scharfschützen der Polizei umstellen den Supermarkt. Und dann fallen Schüsse...
...und mit dem scheinbaren Ende beginnt das eigentliche Abenteuer. Der Film explodiert in einer leidenschaftlichen, faszinierend unvorhersehbaren Geschichte über die Liebe und die einzigartigen Momente, die das Leben für immer verändern können. Manchmal entscheiden eben nur Minuten über Leben und Tod.
Mit einem pulsierend aktuellen Soundtrack, einer aufregend ungewöhnlichen Visualität und dem Tempo der Großstadt feiert LOLA RENNT den Triumpf einer Liebe, die das atemberaubende Lebensgefühl der Spätneunziger einfängt.
Deutschen Filmpreis 1999
- den Filmpreis in Gold für den besten Film
- Tom Tykwer als bester Regisseur
- Frank Griebe für die Kameraführung
- Mathilde Bonnefoy für den Schnitt
- Nina Petri als beste Darstellerin einer Nebenrolle
- Herbert Knaup als bester Darsteller einer Nebenrolle
- Kinofilm des Jahres (Publikumspreis)
- Franka Potente als beste Darstellerin (Publikumspreis)
Bambi 1998 für Franka Potente
Bayerischer Filmpreis 1998
Sundance Film Festival 1999 (Audience Award)
Nominierung Gilde-Preis 1999
Kritikerpreis 1998 (Bester Film)
Jupiter Cinema-Leserpreis 1998
- Bester Film
- Bester Regie
- Beste Hauptdarstellerin
- Bester Hauptdarsteller
Inhaltsangabe bearbeiten
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Inhaltsangabe 1:
Lolas Freund hat Probleme: 100.000 DM, die ersetzt, wieder- bzw. neubeschafft werden müssen.
Setzte Tom Tykwer in "Winterschläfer" schon formale Akzente, die Aufsehen erregten, so hat er diese noch bei weitem übertroffen.
Das äußerst originelle und intelligente Drehbuch inszenierte Tom Tykwer mit einem wahren Sturzflug von Bildern, die die Verstrickungen der Protagonisten in das Netzwerk der Zeit auf reizvolle Weise variieren. Spielerisch wird dieselbe Geschichte dreimal erzählt, in den Handlungsabläufen wird immer wieder auf den Kopf gestellt und in der Dramaturgie sich geschickt steigernd.
Lola rennt und rennt, und das Tempo des Films wird konsequent durchgehalten. Die Spannung wächst in der Erwartung intelligenter Handlungswendungen. Von Variation zu Variation verändern sich die Charaktere und zeigen Entwicklung. Furios, wie im Sekundentakt sich auch die Lebensabschnitte der Randfiguren des Geschehens verändern. Geschickt werden die drei Handlungsebenen durch ruhige Szenen mit präzisen und aussagestarken Dialogen verbunden. Die Auswahl der Protagonisten ist trefflich, wobei sie mit überzeugenden darstellerischen Leistungen aufwarten können. Franka Potente ist in Präsenz, Aussagekraft und Spiel geradezu phänomenal.
Frank Griebes Kamera leistet das Optimum an Möglichkeiten bei den rasanten Bildfolgen (einschließlich tricktechnischer Verfremdungen). Die brillante Montage fügt das filmische Puzzle adäquat zusammen. Und Tom Tykwers musikalische Komposition ist nicht nur originell und stimmig, sondern verstärkt noch die Rasanz und Spannung.