Hitflip
Wann immer ein Remake angekündigt wird, sehen es die Fans als Sakrileg an. Bei "King Kong" war dies nicht sehr viel anders. Zwar hat Regisseur Peter Jackson Dank seiner "Der Herr der Ringe"-Trilogie bei Filmfans ein Stein im Brett, doch der Originalfilm aus dem Jahr 1933 wird von sehr vielen Menschen geliebt. Ihn neu zu verfilmen, war darum ein kühnes Unterfangen.Herausgekommen ist ein Film, der sich vor dem Original nicht zu verstecken braucht, sondern in mancher Hinsicht diesem sogar überlegen ist. Und dabei sind nicht die herausragenden, absolut realistischen Effekte gemeint, die selbstverständlich die Stop-Motion-Technik der 30er Jahre alt aussehen lassen. Vielmehr ist hierbei Jacksons Ansatz gemeint, dem Riesenaffen noch mehr Seele zu geben. Für seine Geschichte lässt sich Jackson in der erweiterten Fassung mehr als drei Stunden Zeit. Darum dauert es, bis die Menschen Skull Island erreichen, aber dafür kann Jackson die Figuren mit Hand und Fuß vorstellen. Die kreative Entscheidung, den Film in den 30er Jahren spielen zu lassen, hilft darüber hinaus auch, da sich so in der Anfangsequenz ungeahnte Schauwerte ergeben, wenn man sich das New York längst vergangener Tage betrachtet."King Kong" wird jedoch auch darum zum herausragenden Film, weil er dem Riesenaffen eine Seele gibt. Dieses Wesen ist derart gut animiert, dass man glauben könnte, eine echte Kreatur aus Fleisch und Blut vor sich zu haben. Die Schlüsselsequenzen des Films - der emotionale Kern der Geschichte - sind jene, in denen Ann Darrow und Kong Momente der Ruhe und des Friedens gegönnt werden. Nachdem Kong sie vor den Dinosauriern gerettet hat, als sie ihn mit Kunsttücken aufmuntert und als beide - schon in New York - einen Moment der Zweisamkeit auf dem Eis erleben. Dieser Kong ist ein Tier, keine Frage, aber eines, wie es menschlicher nicht sein könnte. Und das ist es, was diesen Film so schön werden lässt. Man weiß, dass die Geschichte tragisch enden wird. Und gerade deswegen sind die Momente des Friedens umso schöner, aber auch schmerzhafter. Letzten Endes ist "King Kong" ein Film für Romantiker. Für all jene, die wissen, was es heißt, alleine zu sein. Und die dennoch niemals aufgeben, denjenigen zu suchen, der ihrem Leben einen Sinn gibt. Und wen merkwürdige Romanzen wie diese kaltlassen, für den gibt es immer noch Unmengen an extrem cool umgesetzten Actionsequenzen mit Spezialeffekten, die den Zuschauer mit offenem Mund dastehen lassen. Fazit: Es waren nicht die Flugzeuge, Schönheit hat das Biest zerstört: Ein moderner Klassiker.
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