Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Josey Aimes flieht Ende der 80er Jahre mit ihren zwei Kindern vor ihrem gewalttätigen Ehemann in ihre Heimat zurück. Sie träumt von einem besseren Leben für sich und ihre beiden Kinder im Norden Minnesotas. Ihre Freundin Glory arbeitet als eine von wenigen Frauen im Bergbau und verhilft Josey zu einer Stelle in der Grube, die sich seit Generationen fest in Männerhand befindet. Josey stellt sich auf die oft gefährliche Knochenarbeit ein, aber wirklich unerträglich sind nur die Belästigungen, denen die Frauen durch ihre männlichen Kollegen ausgesetzt sind. Neben offenen Anfeindungen müssen die weiblichen Grubenarbeiter zahlreiche "Späße" unterhalb der Gürtellinie ertragen und stehen Grabschern hilflos gegenüber. Doch Josey will kein Opfer sein. Sie nimmt den Kampf auf und schreibt damit Geschichte...
Inhaltsangabe 2:
USA, 1989: Weil sie von ihrem Mann geschlagen wird, verläßt ihn Josey Aimes und kehrt mit ihren beiden Kindern in ihre Heimat im Norden Minnesotas zurück. Ihre Freundin Glory gehört zu den wenigen Frauen, die im Bergbau arbeiten und vermittelt auch Josey eine Stelle in der Grube. Nicht die körperlich harte und gefährliche Arbeit werden dabei für Josey zu einer Tortur, sondern die Belästigungen und Demütigungen durch ihre männlichen Kollegen. Josey sieht nicht ein, dies stillschweigend hinzunehmen. Doch bei ihren Vorgesetzten findet sie keine Unterstützung. Mit Hilfe des Anwalts Bill strebt Josey ein Gerichtsverfahren an. Ihre Kolleginnen trauen sich zunächst nicht, ebenfalls den Mund auf zu machen, doch Joseys Mut kann schließlich auch sie dazu bringen, sich gegen die diskriminierende Behandlung durch die Minengesellschaft aufzulehnen.
"Kaltes Land" lehnt sich lose an einen echten Fall an, bei dem amerikanische Minenarbeiterinnen die erste gerichtliche Sammelklage gegen sexuelle Belästigung einreichten und damit einen Präzedenzfall schufen. Der Film ist aber kein trockenes Gerichtsdrama. Er stellt das Schicksal von Josey in den Mittelpunkt. Dabei erzählt er nicht nur von ihrem harten Weg und Kampf um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Er thematisiert vor allem auch familiären Zusammenhalt. Denn Joseys Vater, ebenfalls Minenarbeiter, missbilligt zunächst das Tun seiner Tochter und Joseys Sohn Sammy rebelliert offen gegen seine Mutter. Wie im Verlauf des Films immer wieder die amerikanische Werte Ehre und Gerechtigkeit hochgehalten werden, wirkt zwar zum Teil etwas pathetisch-kitschig. Nichsdestotrotz ist "Kaltes Land" ein spannend erzählter Film mit tollen Darstellern.
DVD-Bildformat: 1:2,40; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
DVD-Extras: Making of, Entfallene Szenen, Originaltrailer
Inhaltsangabe 3:
Eine Frau in einer männerdominierten Arbeitswelt.
Josey Aimes (Charlize Theron in einer erneut oscar-würdigen Rolle) hat es nicht leicht als Mutter von zwei Kindern, die von ihrem Mann verprügelt wird, mit Kollegen, die sie in einem "typischen Männerjob" nicht akzeptieren wollen, hängen gelassen von einer Gewerkschaft, die ihr den Rücken nicht stärkt, und mit einem Vater, der ihr in den Rücken fällt und sie verachtet. Nein, Josey hatte es nie leicht, aber sie weiß, dass sie Recht hat, und als das Maß der Demütigung selbst ihre Toleranzgrenze übersteigt, verlangt sie von ihrem Arbeitgeber und ihrem sozialen Umfeld nur eines: Akzeptanz.
(...) Die kunstvolle Montage der unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen, die eindrucksvollen Aufnahmen der Natur- und Industrielandschaften, aber vor allem die herausragende Führung der Schauspieler ergeben einen Film, der in seiner Intensität überwältigend ist. So gelingt es, die Zuschauer an einer Geschichte teilhaben zu lassen, die sich jenseits der üblichen großen Hollywood-Themen bewegt.
Trotz der Konzentration auf ein individuelles Schicksal bleibt die Geschichte von "Kaltes Land" jederzeit universell übertragbar auf die feministische Emanzipation der achtziger Jahre innerhalb der industriellen Arbeitswelt der westlichen Industriestaaten. Ja mehr noch, sie erzählt, warum und wozu die Schwachen sich wehren müssen, wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen.
(...) Beeindruckend, wie es der Regisseurin Caro gelingt, einen Focus auf Charlize Theron zu legen und trotzdem dem weiteren, brilliant agierenden Ensemble Platz für individuelle darstellerische Höchstleistungen einzuräumen, die jenseits von großen ausgewalzten Dialogen auch durch Mimik und Gestik zu überzeugen vermögen. Sissy Spacek etwa als Mutter hat eine ziemlich stumme und zurückgenommene, aber nichts destotrotz starke Rolle. Und selbst die breite Masse der männlichen Belegschaft innerhalb der Minengesellschaft ist absolut glaubhaft besetzt und geführt.
Empörung und Mitgefühl der Zuschauer werden nicht anhand einfacher handwerklicher Kniffe erzeugt, sondern durch eine emotionale Involvierung, die an Grenzen geht, ohne peinlich zu werden. Das Vertrauen der Regisseurin in das hohe Können von Cast und Crew führt den Film zu einer gemeinsamen, beispielhaften Meisterleistung dessen, was Hollywood jenseits industrieller Kinomassenware zu leisten im Stande ist.