Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Zwei junge Frauen begegnen sich eines Morgens im Berliner Tiergarten. Nina, das Heimkind, scheu und trotzig in sich gekehrt; Toni, eine Diebin, die sich die Welt nimmt und keine Chance auslässt. Nina fühlt sich von Tonis impulsivem Wesen angezogen. Sie folgt ihr auf deren atemlosen Streifzügen durch die Stadt.
Auch die elegante Françoise wandert durch Berlin. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, ihre Tochter Marie wiederzufinden, die hier vor vielen Jahren entführt wurde. Ihr Mann Pierre versucht mit sanfter Geduld, sie zur Rückkehr nach Paris zu bewegen.
Die Wege der drei Frauen kreuzen sich. Für einen kurzen, wirklichen Moment glaubt Françoise, in Nina ihre Tochter zu erkennen. Dann sind die Mädchen wieder im Großstadtgeschehen verschwunden. Doch Françoise und Nina werden sich noch einmal begegnen.
Behutsam und aufmerksam, in Einstellungen von konzentrierter Ruhe, Spannung und Wirklichkeit nähert sich Regisseur Christian Petzold seinen Figuren im Niemandsland von Gegenwart und Vergangenheit. Gespenster erzählt von Verlust, Einsamkeit und Liebe und verdichtet das Schicksal dreier Frauen zu einer bewegenden Begegnung, die ihre Flüchtigkeit, Unnahbarkeit und Sehnsucht in Momente größter Nähe umschlagen lässt.
Inhaltsangabe 2:
Die Idee für diesen Film entstand, als Regisseur Christian Petzold ("Die Innere Sicherheit", "Wolfsburg") auf einem Postamt in den Ardennen Fotos vermisster Mädchen entdeckte. Ausgestellt waren das jeweils letzte Foto der Kinder und vom Computer errechnete Portraits, wie sie heute aussehen würden. "Auf diesen Bildern sah man Antlitze ohne soziale Alterung, merkwürdig blass, nicht von dieser Welt. Eigentlich tot. Gespensterportraits", so Christian Petzold.
Und so geht es in diesem Film um Françoise, eine Mutter, die viele Jahre nach der Entführung ihrer Tochter immer noch nach ihr sucht. Zufällig begegnet sie der jungen Nina, einem scheuen, verschlossenen Heimkind, und meint, in ihr "ihr Baby" wieder zu erkennen. Nina wiederum hat sich gerade mit der etwas älteren Toni angefreundet. Auch Toni ist einsam, aber im Gegensatz zu Nina impulsiv, rücksichtslos und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Sie stiftet ihre neue Freundin dazu an, Françoise schamlos auszunutzen. Nina steht zwischen "Baum und Borke" und wie bisher in ihrem Leben wird sie die Liebe, die sie sucht, nicht finden.
"Gespenster" erzählt von menschlicher Entfremdung, Sehnsucht und Verlust. Dabei hat Christian Petzold keinen besseren Titel für seinen Film finden können, bewegen sich doch hier die drei Frauen wie von Geisterhand geführt aufeinander zu, um sich wieder zu verlieren. Ihre Einsamkeit, ihr Scheitern hat etwas Gespenstisches und wird mit schonungsloser Konsequenz gezeigt. Trotz des kühlen, distanzierten Erzählstils üben viele fesselnde Momente und das starke Spiel von Julia Hummer als Nina, Sabine Timoteo als Toni und Marianne Basler als Françoise einen kaum zu beschreibenden Sog aus, dem man sich schwer entziehen kann, hat man sich einmal eingelassen.
DVD-Bildformat: 1:1,85; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch