Hitflip
Jeder weiß ja, dass die Filme von Sergio Leone sehr langatmig sind, aber ebenso, dass die Spannung keinesfalls darunter leidet. "Es war einmal in Amerika" ist auch ein sehr langer Film, er dauert 220 Minuten- trotzdem wir der Zuschauer hier gefesselt. Der Film ist einfach ein Klassiker, meiner Meinung nach muss man aber diesen Stil von Leone zu schätzen wissen. Ich habe auch schon Leute getroffen, die fanden es extrem langweilig. Das kannn ich gar nicht verstehen, weil dieser Film Spannung verkörpert. Die Spannung wird auf einem Gerüst langsam aber sicher aufgebaut, und sie bleibt tatsächlich bis zum Schluss erhalten. Erst am Ende des Films erfährt man, wer der wahre Bösewicht ist.
Es geht um die beiden Freunde Noodles (R. de Niro, suuuuper Besetzung!) und Max (J. Woods). Die beiden müssen sich gemeinsam mit ihrer Clique auf der Straße durchschlagen und sich ihr Geld mit illegalen Geschäften verdienen. Irgendwann muss Noodles noch als Jugendlicher wegen eines Mordes für lange Zeit hinter Gitter wandern, und als er nach Jahren wieder frei kommt, ist die Prohibition in vollem Gange. Noodles' Freunde sind zu einer berüchtigten "Gangsterbande" aufgestiegen und haben es zu viel Geld und Macht gebracht. Noodles steigt zu diesem Zeitpunkt wieder ins Geschäft ein und muss feststellen, dass sein bester Freund Max von der Geldgier zerfressen und nicht mehr ganz bei Trost ist.
Diese Freundschaft, und auch die Liebe zu einem Mädchen, sind essentielle Bestandteile des Films. Es gibt in dem Film herzzerreißende Szenen, aber ebenso bietet der Film eine gehörige Portion Humor und Spannung.
Viel Spaß dabei!
Inhaltsangabe bearbeiten
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Inhaltsangabe 1:
New York zur Zeit der Prohibition. Max, Noodles und ihre Freunde verdienen sich bereits als Kinder mit Erpressungen und Schmuggeleien den einen oder anderen Dollar dazu. Jahre später, Noodles wird nach einer langen Haftstrafe für einen Mord aus dem Gefängnis entlassen, haben es die Freunde von damals unter Max zu einem skrupellosen Gangstersyndikat gebracht. Doch Ehrgeiz und Habgier zerstört die jahrzehntelange Freundschaft, und am Ende steht ein entsetzlicher Verrat...
Inhaltsangabe 2:
Amerikanische Geschichte(n), Teil 2
Neben "Gangs of New York" von Martin Scorsese (top-videonews; 36. Woche) ein weiteres amerikanisches Geschichtsbild. Schauplatz ist die New Yorker Eastside. Am Fusse der Brooklyn-Brücke, in den zwanziger Jahren, wachsen die Freunde Noodles und Max heran. Ihren Weg, und den ihrer Kumpane, verfolgt der Film bis zum Ende der 60er Jahre. Im Gegensatz zu Scorsese geht Leone nicht chronologisch, sondern in Form ineinander verschachtelter Rückblenden vor. Die Geschichte von Noodles und Max führt zurück in die Zeit der Kindheit und Jugend in dem jüdischen Viertel. Alles ist noch neu und aufregend. Die Straße ist der Ausbildungsplatz; die kleinen kriminellen Taten und die damit verbundenen Reibereien mit der Polizei deuten auf das Kommende. Außerdem gibt es ja auch das Interesse am anderen Geschlecht und die ersten Annäherungen.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist "Es war einmal in Amerika" auch das Porträt einer jugendlichen Straßenbande in einer eher unbeschwerten Zeit. Doch mit dem Heranwachsen steigen die Ansprüche. Die Jungen wollen ihren Schnitt machen, Anteil haben am Alkoholschmuggel, an den Schutzgeldern. Sie messen sich mit den Größereren, gründen eine Gang. Bald stellen sich erste schmerzhafte Erfahrungen wie beispielsweise die Ermordung des Kleinsten ihrer Gruppe ein.
Für Noodle beginnt der Ernst des Lebens mit dem Gang ins Gefängnis. Jahre später sind die Freunde erwachsen geworden. Sie unterhalten einen "heißen Club" und stehen im Kontakt mit der Mafia. Die kommenden Aufträge und Aktionen steigern Risiken und Abhängigkeiten. Im Zusammengehen mit Polizei und Politik wird eine weitere Stufe der kriminellen Laufbahn erklommen: die der Öffentlichkeit. Den Kindern der Straße gehört jetzt das Viertel. Das Leben ist exklusiver, aber auch brisanter. Der American Dream wird Realität. Doch mit dem Ende der Prohibition fehlt die bisherige Geschäftsgrundlage. Nun gilt es, den Traum vom großen Coup zu verwirklichen. Doch das ist eine Nummer zu groß, der Anfang vom Ende.
Beschreibt Leone anfangs noch in elegisch-schwelgerischen Bildern den Lebensstil und das Lebensgefühl jener Jahre - sehr detailgetreu in Ambiente und Atmosphäre - , so ist sein Film später weniger ein Zeitporträt, sondern ein Mafiakrimi, der mit den Mitteln des Melodramas eine sich zuspitzende Geschichte von Freundschaft und Verrat thematisiert. Im Gegensatz zu "Gangs of New York" ist die alltägliche Gewalt in den Straßen der Stadt nicht mehr so offenkundig, sondern subtiler, aber nicht weniger gegenwärtig. Man hat sich arrangiert, doch Regelbrüche werden gnadenlos und brutal bestraft. Kämpfte man vor 60 oder 80 Jahren in Vive Points noch um das nackte Leben, um seine Existenz, so geht es hier um die Teilhabe an einem luxuriösen Leben, um Karrieren, die den Kriminellen Ansehen und Wohlstand garantierte.
In diesem großen Bogen ist Leones Film auch von zeitgeschichtlichem Wert, den die DVD leider verspielt. Ein 20-minütiger Auszug aus dem "Making of" kann keine Akzente setzen und bleibt in dieser Hinsicht beliebig - sieht man einmal ab von den gängigen Standards wie Informationen zur Entstehung des Scirptes, Produktionsnotizen, Interviews mit den Mitwirkenden etc. Die spannenden "Zwanziger" in New York hätten durchaus mehr dokumentarisches Material verdient. Das hätte zur Not auch ein Booklet leisten können, fehlt aber leider. Mit den überzeugenden, beachtlichen Erfolgen gut ausgestatteter DVDs wachsen die Ansprüche. Was hier zusammengetragen wurde, ist bedauerlicherweise etwas lieblos und oberflächlich. So wurde beispielsweise das gesamte Bonusmaterial einschließlich des Audiokommentars eines amerikanischen Filmkritikers nicht deutsch untertitelt.
Dennoch: "Es war einmal in Amerika" ist ein Klassiker und die technisch hervorragende DVD schließt hier - wie auch immer - eine Lücke.
DVD-Bildformat: 1:1,85 und 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch,
Dänisch, Finisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch
DVD-Extras: Dokumentation "Once Upon A Time: Sergio Leone", Audiokommentar, Fotogalerie, Trailer