Hitflip
Man kann literarische Vorlagen einfach nicht besser umsetzen als Regisseur Joe Wright in der Version von Jane Austens Stolz und Vorurteil aus dem Jahre 2005. Das Schlüsselwort hierbei ist "Adaption", denn Wright und die talentierte Drehbuchautorin Deborah Moggach haben sich bei Austens klassischem Roman Freiheiten herausgenommen, die Puristen vielleicht nicht passen dürften, aber in diesem hervorragenden Film sind ihre künstlerischen Entscheidungen voll und ganz gerechtfertigt und außergewöhnlich gut umgesetzt. Hier betrachtet man ein ländlicheres England um 1790 (gegenüber Austens frühem Neunzehnten Jahrhundert), wo Elizabeth Bennet (Keira Knightley) eine von mehreren Schwestern spielt, die für die baldige Vermählung vorgesehen sind. Deren überängstliche Mutter (Brenda Blethyn) wacht beinahe verzweifelt darüber, dass ihre Töchter nur mit den edelsten und reichsten verfügbaren Ehemännern verheiratet werden. Elizabeth ist eigenwillig und starrsinnig, aber ihr Verstand (ebenso wie ihr Stolz und Vorurteil) kann ihr Herz nicht im Zaum halten, als sie den reichen Mr. Darcy (Matthew Macfadyen) kennen lernt, dessen eigener Sinn für Anstand und Diskretion (ebenso wie sein Stolz und Vorurteil) verhindern, dass er ihr seine Zuneigung gesteht. Die beiden sind füreinander bestimmt, und während Knightleys Darstellung die Leinwand erhellt (die noch jung genug ist, um mädchenhaft impertinent zu erscheinen und dennoch trotz ihrer zwanzig Jahre weise wirkt), erfährt Austens zeitlose Romanze eine ebenso zeitlose Adaption, die qualitativ problemlos mit der beliebten BBC Miniserie messen kann, die seit ihrer Ausstrahlung im Jahre 1995 Millionen von Zuschauern begeistert hat. Man mag sich darüber streiten, welche Version nun die "beste" ist, aber diese untadelige Produktion mit ihren umwerfenden Nebendarstellern wie Judi Dench und Donald Sutherland erreicht ihre eigene Art von Perfektion.
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Inhaltsangabe 1:
Ende des 18. Jahrhunderts in England: Mrs. Bennet hat ihren fünf Töchtern nur ein Lebensziel beigebracht: Ehefrau zu werden. Doch ihrer zweitältesten Tochter Lizzie fallen gleich hundert Gründe ein, sich nie zu vermählen.
Als ein wohlhabender Junggeselle und sein kultivierter Freundeskreis ihre Sommerresidenz in einer nahe gelegenen Villa einrichten, herrscht bei den Bennets wegen der vielen möglichen Verehrer große Aufregung. Tatsächlich bändelt der Neuankömmling Mr. Charles Bingley sofort mit der ältesten Tochter Jane an. Als Lizzie jedoch den gut aussehenden und versnobten Mr. Darcy kennen lernt, gefährden schon bald Stolz und Vorurteile ihre aufkeimende Liebe. Können die Gefühle der beiden dennoch siegen - und kann Lizzie endlich einen Grund zum Heiraten finden...?
Inhaltsangabe 2:
England im 19. Jahrhundert: Die Familie Bennet verfügt über keine großen Besitztümer. So ist es Mutter Bennets größte Sorge, ihre fünf Töchter möglichst gut zu verheiraten. Da kommt es gelegen, dass der reiche Junggeselle Mr. Bingley seinen Sommer auf einem benachbarten Landsitz verbringt. Tatsächlich verlieben er und die älteste Bennet-Tochter Jane sich auf einem Ball ineinander. Elizabeth, die zweitälteste der Bennet-Töchter, lernt Mr. Bingleys besten Freund, den arroganten Mr. Darcy, kennen. Er reizt ihr spöttisches Mundwerk, zieht sie zugleich aber auch an. Bis Elizabeth merkt, dass sie ernsthafte Gefühle für Mr. Darcy hegt, muss einiges passieren: Sie lehnt den Heiratsantrag des unbeholfenen Pfarrers Mr. Collins ab und geht beinahe dem Tunichtgut Mr. Wickham auf den Leim. Da erfährt sie auch noch, dass Darcy die Ehe zwischen Jane und Mr. Bingley verhindert hat. Elizabeth ist empört und weist Darcys Zuneigung zurück.
Denkt man an klassische englische Autoren, die auch heutzutage noch populär sind, so fällt einem als erstes sicher Shakespeare, als zweites aber Jane Austen ein. Das erstaunt nicht sonderlich. Jane Austen verfasste ihre Romane zwar im 19. Jahrhundert; ihre Geschichten beschäftigen sich aber mit Fragen und Problemen rund um das Leben und Lieben junger Frauen, die auch heute noch aktuell sind. Und sie sind zudem sehr frisch und lebendig geschrieben. So wundert es auch nicht, dass die Romane von Jane Austen gerne fürs Kino verfilmt werden. Nach "Emma" (mit Gwyneth Paltrow), "Sinn und Sinnlichkeit" (mit Emma Thompson und Kate Winslet) und "Mansfield Park" ist nun "Stolz und Vorurteil" an der Reihe.
Eine kluge Idee ist es dabei, die Hauptfigur Elizabeth Bennet mit dem derzeit angesagten Filmjungstar Keira Knightley zu besetzen. Nicht nur interessieren sich so auch Freunde des Popcornkinos für die klassische Literaturverfilmung. Keira Knightley gibt einfach eine tolle Elizabeth. Sie ist eine spannende junge Frau, einerseits bemüht um das Wohlbefinden ihrer Familie, andererseits eigenwillig und scharfzüngig. Es macht Spaß abzuwarten, welche spitze Bemerkung ihr als nächste über die Lippen kommt. Elizabeths Weg zu ihrer großen wahren Liebe ist eine dramatische und romantische Geschichte mit viel Gefühl, aber auch voller komischer Situationen und witziger Figuren. Die tollen Landschaftsbilder aus Kent, die herrschaftlichen Häuser und die gesellschaftlichen Feste lassen den Zuschauer wunderbar in die damalige Atmosphäre eintauchen. Man wirft einen Blick in eine altmodische, aber keineswegs angestaubte und langweilige Welt.
DVD-Bildformat: 1:2,35
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
DVD-Extras: Die Kunst der Verabredung; Die Häuser; Die Bennets; Das Leben in der Zeit von Jane Austen; Am Set; Audiokommentar ; Bilder aus dem 19.Jahrhundert; Stolz & Vorurteil Stammbaum; Alternatives Ende
Inhaltsangabe 3:
Liebe und Missverständnisse der Gefühle in den Zeiten strenger gesellschaftlicher Konventionen in England.
Jane Austens Klassiker führt uns ins England des 19. Jahrhundert: Die Mittelstandsfamilie Bennet ist mit fünf Töchtern gesegnet. Eine wahre Katastrophe für die Herrin des Hauses, deren einzige Sorge es ist, diese möglichst reich verheiratet aus dem Haus zu bringen. Elizabeth ist die zweitälteste der Töchter - selbstbewußt, stolz, fast emanzipiert. Aus ihrer Sicht erzählt sich die Geschichte der Verirrungen und Wirrungen, der Mißverständnisse, von Liebesleid und verletzten Gefühlen.
In prächtigen Landschaftsbildern, herrlichen Stimmungen, wunderschönen Kamerafahrten durch die Gemächer oder von außen an den Fenstern entlang sieht man dem Treiben genußvoll zu. Die Rollen sind trefflich besetzt, das Spiel und die Sprache vorzüglich.
Dies alles wird von einer exzellenten Darstellerriege getragen: Sei es die schon legendäre Judi Dench oder Donald Sutherland in einer Paraderolle als Vater oder die zentrale Figur des Films, Keira Knightley als Elizabeth, die auf überzeugende Weise den dramaturgischen roten Faden zum Geschehen bildet.
Mit sicherer Hand inszeniert, traumhaft schön fotografiert, präzise montiert und mit einem passenden Soundtrack aus klassischen Meisterstücken garniert, ist der im besten Sinn konventionell gestaltete Film ein weiteres Meisterwerk englischer Filmkunst.