Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Ein junger Mann hat seine große Liebe im Stich gelassen, um auf Druck der Eltern die Tochter seines Chefs zu heiraten. Die Geliebte begeht daraufhin einen Selbstmordversuch und erkennt ihre Umwelt nicht mehr. Schuldig kehrt er zu ihr zurück, nimmt sich ihrer an.
Ein alternder Gangster besucht nach dreißig Jahren den Park, in dem er sich als junger Mann von seiner Freundin verabschiedet hatte. Er wollte fort, um genügend Geld für ein gemeinsames Leben zu verdienen. All die Jahre hat die Frau jeden Samstag dort auf ihn nicht mehr.
Ein Popsternchen schließt sich von der Außenwelt ab, weil niemand ihr durch einen Unfall entstelltes Gesicht sehen soll. Ihr hingebungsvollster Fan blendet sich selbst, damit sie sich nicht ihrer Entstellung wegen vor ihm schämen muss.
Inhaltsangabe 2:
Die vier Jahreszeiten in der japanischen Natur bilden den Rahmen für die Erzählung dreier melodramatischer Liebesgeschichten. Ein junges Liebespaar muss sich trennen, denn der junge Mann soll auf Wunsch der Eltern eine andere heiraten. Das Mädchen begeht einen Selbstmordversuch, der einen bleibenden Gehirnschaden hinterlässt. Der Junge eilt zu seiner Geliebten und zieht mit ihr ziellos durch die Gegend. In der zweiten Geschichte erzählt ein älterer Mann von seiner Jugendliebe, die er verließ. Über Jahrzehnte sitzt die Frau jedes Wochenende auf einer Parkbank und wartet auf seine Rückkehr. In der letzten Geschichte ist ein junger Mann großer Fan eines Popstars. Die Sängerin erleidet einen Unfall und beendet wegen ihrer Gesichtsentstellung ihre Karriere. Der Junge sticht sich aus Liebe zu ihr die Augen aus, um bei ihr sein zu können.
Von der bedingungslosen Liebe, die trotz aller Prüfungen und Schwierigkeiten besteht, auch wenn sie die Liebenden unglücklich macht oder töricht erscheinend lässt, erzählt der japanische Meisterregisseur Takeshi Kitano.
Kitanos zehnter Film verzichtet auf die coole Brutalität seiner Yakuza-Filme wie "Hana-Bi", ebenso wie die heitere Leichtigkeit von "Kikujiros Sommer". Stattdessen konzentrierte er sich ganz auf eine feierlich theatrale Emotionalität. Das klassische japanische Puppentheater Bunraku liefert dabei die Inspirationsquelle, eine von Puppen dargestellte tragische Liebesgeschichte rahmt den Film auch ein.
Für den westliche Zuschauer mag die Art der Erzählung über Liebe und Gefühle bisweilen fremdartig und merkwürdig wirken. Auch scheint die narrative Struktur nicht sonderlich raffiniert. Doch Kitanos Augenmerk liegt auf etwas anderem: Er schafft ein Bildepos von gewaltiger, bestechender Schönheit. Die sorgfältig arrangierte Farben, die klaren Bilder von großer Symbolkraft und die von Star-Designer Yohji Yamamoto geschaffenen faszinierenden Kostüme lassen staunen und schaffen es, als wahrer Augenschmaus zu begeistern.
Eine kleine Enttäuschung ist das beigefügte Bonus-Material auf einer Extra-DVD. Über die üblichen Features hinaus (Making of, Bio- und Filmographien) und ein paar rasch und lieblos zusammengestellte Impressionen von der Biennale in Venedig hat es nicht viel mehr zu bieten. Erhellend für das Verständnis von "Dolls" ist allerdings sicherlich das Interview mit Kitano.
DVD-Bildformat: 1:1,85; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1; dts
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
DVD-Extras: Interviews, Behind the Scenes, Originaltrailer, Featurette vom Venice Film Festival 2002, Bio- und Filmografien