Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Irland in den 60er Jahren: Eine Zeit in der junge Mädchen eine Vielzahl verheerender Sünden begehen konnten. Vielleicht waren sie unverheiratet und dennoch Mutter, vielleicht waren sie zu hübsch oder zu hässlich, zu dumm oder zu schlau oder vielleicht waren sie auch Opfer einer Vergewaltigung geworden und sie haben
es nicht totgeschwiegen. Egal wie ihre Sünden aussahen, ihr Weg führte oft in eines der Magdalenen-Heime. Angeblich wohltätige Einrichtungen der katholischen Kirche unter der Leitung der Barmherzigen Schwestern. Um ihre Sünden zu bereuen, arbeiteten die Mädchen ohne freien Tag, ohne jeden Lohn, sie mussten hungern, wurden geschlagen, verspottet und missbraucht. Ihre Strafe war uneingeschränkt - oft lebenslänglich. Doch für manche von ihnen gab es einen Ausweg...
Inhaltsangabe 2:
Irland im Jahr 1964: Die junge Margaret wird bei einer Hochzeit von ihrem Cousin vergewaltigt. Doch der anwesende Priester meint, sie hätte ihrer Familie damit Schande bereitet, und holt sie am nächsten Morgen ab. An einem anderen Ort in einem Waisenhaus erregt die bildhübsche Bernadette die Aufmerksamkeit einiger Arbeiter aus einer benachbarten Fabrik. Damit sie den anderen Mädchen kein schlechtes Vorbild gibt, wird sie von der Direktorin aus dem Waisenhaus entfernt. Wieder woanders wird der ebenfalls minderjährigen Rose das uneheliche Baby weggenommen, die Eltern wollen mit ihrem Kind nichts mehr zu tun haben. Wie viele andere "gestrauchelte" junge Mädchen werden diese drei Frauen in ein Magdalenenheim geschickt, das im Auftrag der katholischen Kirche von den Barmherzigen Schwestern geleitet wird. Um ihre Sünden zu bereuen, werden sie unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten, schikaniert, verspottet und vergewaltigt, dazu haben sie körperliche Schwerstarbeit rund um die Uhr zu leisten und bekommen wenig zu essen. Am Ende landet die eine in der Psychiatrie, eine andere rebelliert und läuft davon, nur einer gelingt es, unter fast banalen Umständen zurück in die Freiheit zu kommen.
Peter Mullan beruft sich in seinem Film auf exakte historische Recherchen, denn solche Heime und Schicksale (etwa 30.000 Fälle) gab es im vergangenen Jahrhundert zuhauf, das letzte wurde sogar erst 1996 geschlossen. Trotzdem protestierte der Vatikan heftig gegen diesen dramatischen und ergreifenden Film, der dicht inszeniert und hervorragend gespielt ist und das Bild einer verlogenen Gesellschaft und einer pervertierten "Nächstenliebe" bis hin zur Unmenschlichkeit liefert. Über das Drama hinaus, das sich mitten in Westeuropa jahrzehntelang unbemerkt von der Öffentlichkeit hinter Klostermauern abspielte, wird die Destruktivität einer nur auf Befehl und Gehorsam aufgebauten Gesellschaft deutlich, aber auch, und das ist nicht minder erschreckend, wie sich solche dramatischen Abhängigkeitsverhältnisse durch einfache Hilfe von außen auch in Luft auflösen können.
Das aufrüttelnde Sozialdrama wurde beim Filmfestival in Venedig 2002 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, von der katholischen Kirche jedoch wegen seiner schonungslosen Kritik abgelehnt.
DVD-Bildformat: 1:1,78/16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch