Hitflip
Im Gegensatz zu Hororfilmen, welche selten die Realität wiedergeben, ist hier, der bei einer solchen Katastrophe reale Horor noch weit untertrieben.
Ein Liebesfilm, doch er ist nicht fürs Herz, sondern er geht ans Herz.
Ein Gruseln der ganz anderen Art, denn er könnte jederzeit wahr werden.
Empfehlenswert, jedoch nichts für schwache Nerven, auch wenn der Film ab 12 freigegben ist.
Inhaltsangabe bearbeiten
|
Zuletzt bearbeitet von
Inhaltsangaben von anderen Seiten
Inhaltsangabe 1:
Hannah und Elmar sind frisch verliebte Teenager. Eine nukleare Katastrophe zerstört ihr junges Glück jedoch von einer Sekunde auf die andere. Durch einen Störfall in einem nahe gelegenen Kernkraftwerk wurde einen tödliche, radioaktive Wolke freigesetzt. Panik und Chaos brechen aus: Menschenmassen trampeln auf der Flucht alles und jeden nieder, harmlose Zeitgenossen kämpfen brutal ums eigene Überleben, die Flughäfen und Bahnhöfe sind hoffnungslos überfüllt - Anarchie bricht aus. Hannahs kleiner Bruder wird rücksichtslos von einem Auto überfahren, ohne dass der Fahrer bremst, und ihre Mutter ist unauffindbar. Stark traumatisiert und völlig allein hat die keine Kraft mehr dem todbringenden Regen zu entkommen.
Die Bilanz der Katastrophe ist schrecklich - innerhalb kürzester Zeit sterben 38.000 Menschen, wie Hannah wurden tausende Andere ebenfalls kontaminiert. Doch so verzweifelt die Lage zu sein scheint, es gibt noch Hoffnung: Zwar wurden Elmar und Hannah auf der Flucht getrennt, doch ihr Wiedersehen nach der Katastrophe erhöht das Vertrauen in ein Leben nach dem Super- Gau...
Inhaltsangabe 2:
Zwei Jugendliche und die Folgen eines "Störfalls" in einem Kernkraftwerk.
Junge Kinobesucher, entsprechend der Altersfreigabe der FSK, können mit diesem Film sicherlich viel anfangen. Er ist ganz zweifellos zur Behandlung in Schulklassen und bei Projekttagen geeignet. Der Film geht mit seinem komplexen und schwierigen Thema vielschichtig, sensibel, anschaulich und verantwortlich um. Und das Schönste dabei - er ist wirklich Film, richtiges Kino.
Was wäre, wenn es einen GAU in Deutschland gäbe, den größten anzunehmenden Unfall, und wenn eine todbringende radioaktive Wolke über das Land ziehen würde? Dieses Szenario hat Gudrun Pausewang in ihrem Jugendbuch "Die Wolke" durchgespielt, und damit 1988 genau den Zeitgeist getroffen. Jetzt kommt die Verfilmung ebenfalls zum rechten Moment, denn Regisseur Gregor Schnitzler hat nicht etwa einen nur möglichst spektakulär mit den Ängsten der jugendlichen Zuschauer spielenden Katastrophenfilm gedreht, sondern eine sensible Adaption geschaffen.
Sie erfüllt zwar mit den Szenen der flüchtenden Menschenmassen, dem Chaos auf den Straßen und den verlassenen Städten und Landschaften auch die Erwartungen an einen packenden Genrefilm, überzeugt aber nach der Meinung der FBW-Jury vor allem in den leisen und nachdenklichen Szenen. Auch wenn der Film konsequent aus der Perspektive der beiden Jugendlichen Hannah und Elmar erzählt, ist er erstaunlich komplex und politisch.
Somit passt er durchaus in die Reihe von neuen Filmen aus Deutschland, die im Frühjahr des Jahres 2006 unter anderem auf der Berlinale Furore machten. Auch in "Die Wolke" haben die Filmemacher und Produzenten keine Angst vor unbequemen Themen, auch hier spürt man ein waches politisches Bewusstsein, auch hier wird sehr filmisch erzählt. Und noch eine weitere gute Nachricht: Junge, noch unbekannte Schauspieler spielen mit großer Intensität und Glaubwürdigkeit.
Paula Kalenberg gelingt dabei die Verwandlung von der noch sehr mädchenhaft wirkenden 16-jährigen Schülerin in eine reife und kluge junge Frau so überzeugend, dass alleine durch die Intensität ihres Spiels auch der Wechsel des Films in ein immer intimer erzähltes Liebesdrama stimmig bleibt. Besonders grandios gespielt und in Szene gesetzt ist die Szene, in der sie ihr Kopftuch verliert und ihr Freund Elmar mit ihrem kahl gewordenen Kopf konfrontiert wird.
Besonders hervorgehoben wurde in der angeregten Jury-Diskussion auch die geschickte und sensible Dramaturgie. Sehr feinfühlig und mit der Zeitverlangsamung auch filmisch überzeugend gestaltet ist zum Beispiel der frühe Tod des kleinen Bruders, der völlig unerwartet kommt und so die Tragik der Ereignisse intensiv spürbar macht.
Gregor Schnitzler hält in seinem Film eine feine Balance zwischen der detailreichen Beschreibung eines so oder ähnlich in Deutschland durchaus möglichen Katastrophenfalls und den großen Emotionen einer Liebesgeschichte. Und so endet der Film nicht von ungefähr mit einem Zitat aus "Titanic".