Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Teil 1: Siegfried
Siegfried von Xanten entreißt dem König der Unterwelt den sagenhaften Nibelungenschatz und bezwingt den Drachen Fafnir, dessen Blut ihn unverletzbar macht. Siegfried verliebt sich in Kriemhild, die Schwester des Burgunderkönigs Gunther. Doch nur, wenn Siegfried Gunther zur Hochzeit mit Brunhild verhilft, darf er Kriemhild heiraten. Er erfüllt diese Pflicht, doch die beiden Frauen bringen Verderben über Xanten und Burgund.
Teil 2: Kriemhilds Rache
Kriemhilds Stunde der Rache ist gekommen als die Burgunder in der Burg des Königs Etzel, der Kriemhild heiratete, eintreffen. Bewußt schürt Kriemhild den Haß der Hunnen, geschickt stachelt sie die Parteien gegeneinander auf. Vergeblich versucht Etzel die rasende Kriemhild zu beruhigen, doch die Saat des Hasses ist aufgegangen. In gnadenlosem Kampf stehen sich die Burgunder und die Hunnen gegenüber und vernichten einander. In Blut und Schrecken versinkt die Spur Burgunds.
Inhaltsangabe 2:
Es musste ja so kommen: Angesichts anhaltender Fantasy-Erfolge in allen Medien war die Rückbesinnung auf ureigene deutsche Stoffe und Helden nur eine Frage der Zeit. "Die Nibelungen", der Filmklassiker von Fritz Lang aus den 20-er Jahren, entzieht sich aus verständlichen Gründen heute einer breiten Vermarktung. Anders hingegen ist es bei der Harald Reinl-Verfilmung von 1966 mit dem olympischen Hammer-Helden Uwe Beyer als Siegfried. Die zeitgenössische Filmkritik zeigte sich allerdings von dem "germanischen Tarzan ... mehr erheitert als begeistert", so das WDR-Filmmagazin am 16.12.1966.
Die heutige Sicht verlangt eine andere, wohlmeinendere Perspektive. Die Produktion ist eine filmgeschichtlich aufschlussreiche Zeitreise zurück in Opas Kino; gedreht wurde u.a. auch in Jugoslawien, Spanien und Island. Die strahlenden Helden, mutigen Krieger, finsteren Schurken und die sehr eigenwilligen, attraktiven Heroinen bewegen sich in der Choreographie österlicher Ritter-Spiele, sprechen köstliche Dialoge und agieren in einem Ambiente mit dem Charme amerikanischer B-Pictures. Aber den Kindern wird dieses naive Kino mit viel Hauen und Stechen als Anschauungsmaterial in Sachen deutsche Mythologie bestimmt gefallen. Leider ist der Film erst ab 12 freigegeben. Eine Neuvorlage bei der FSK wäre durchaus sinnvoll.
Die Doppel-DVD ("Siegfried", "Kriemhilds Rache") besticht durch die Qualität des Materials, was im direkten Vergleich mit den Trailern aus früheren Jahren (Extras) deutlich wird. Ein Interview mit dem Schauspieler Dieter Eppler (7 Min.), der sich an das große Gemetzel und an seine Freundschaft mit dem Regisseur erinnert, bleibt leider an der Oberfläche. Und viel mehr hat die DVD auch nicht zu bieten. Hier wurde die Chance vertan, den Stoff und seine filmgeschichtlichen Stationen exemplarisch aufzuarbeiten. Schade!
DVD Bildformat: 1:2,35; Ton: Mono, Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch
Extras siehe Filmbesprechung