Hitflip
Die wichtigste Information vorab: Der Zufallslover ist keine romantische Komödie! Auch wenn der witzig geschnittene Trailer, das quietschbunte Cover und der dummdeutsche Titel Zufallslover nebst Untertitel (Zwei Blondinen sind zuviel ... für einen Mann.) lautstark rufen: Ich bin eine federleichte Twenty-Something-Liebesgeschichte! Der Sargträger (so der korrekt übersetzte Originaltitel) ist es nicht! Wenn dieses -- vom Filmverleiher bewusst erzeugte -- Missverständnis erst einmal aus der Welt ist, kann der Film mit anderen Augen gesehen werden. Statt auf Schenkelklopfer zu warten, kann man sich vorurteilsfrei hineinziehen lassen in die komplexen, düsteren und damit wirklichkeitsnahen Liebeswirrungen des jungen Tom, der zwischen seiner Jugendliebe Julie und der attraktiven, undurchsichtigen Witwe Ruth hin und her gerissen wird. Das glänzend besetzte Ensemble (Schwimmer wurde für seine Darstellung von der Los Angeles Times mit Harold Lloyd verglichen; sowie die großartige Barbara Hershey, Gwyneth Paltrow, Michael Vartan, Michael Rapaport und Toni Collette) und die gute Story können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Der Zufallslover trotzdem kein Meisterwerk (nach dem Vorbild der Reifeprüfung) geworden ist. Zu bemüht wirken Anklänge an den Film Noir oder französische Vorbilder. Zu düster wirkt die Inszenierung, zu deplatziert kommen die kauzigen, komischen Momente (Toms Mutter: Carol Kane) daher. Der Zufallslover setzt sich zwischen alle Stühle: Irgendwo zwischen Comedy und Drama, zwischen Liebesfilm und Problemfilm, zwischen Entertainment und Ernsthaftigkeit liegt die Essenz dieses Regiedebüts von Matt Reeves. Das ist nicht wirklich schlecht -- aber leider auch nicht so richtig toll
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Inhaltsangabe 1:
Tom, ein verklemmter Underdog von zwanzig Lenzen, ist arbeitsloser Architekt und lebt bei seiner überfürsorglichen Mutter. Sein Herz jedoch schlägt einzig für die feenhafte Julie, die er seit der Highschool vergöttert. Ein unglücklicher Zufall will es, das ausgerechnet der scheue komplexgeplagte Twen bei der Bestattung eines ihm gänzlich unbekannten ehemaligen Schulkameraden eine Grabrede halten und den Sargträger mimen soll. Auch Mrs. Abernathy, die Mutter des Toten verlangt nach besonderem Trost... Und Tom, der einfach nicht NEIN sagen kann, geht auf das unorthodoxe Techtelmechtel ein...